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Kultur Der Tee wirkt wie ein Energiedrink
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02:15 18.01.2018
Ausstellung im Landtag "Das andere Kapital" Eine Ausstellung der GEDOK Brandenburg. Hier das Bild von der Künstlerin E.R.N.A.,Teatime I-Girls,Tusche,Grafit auf Leinwand,1999/2000 Foto:Bernd Gartenschläger Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Bilder können auf die Schwerkraft pfeifen, das ist ihr Glück. So salopp wie diese Damen kommt man wohl im echten Leben kaum die Treppe hoch – sie tänzeln, hoppeln, es sieht sportlich aus und dennoch völlig schweißfrei. Das Glück wirkt dann vollkommen, wenn man sich als Künstlerin ein Pseudonym gibt, das für sich genommen schon das Potenzial zur Kunst, zum Witz und Um-die-Ecke-Denken hat. E.R.N.A. war früher Kinderkrankenschwester, nun malt sie Teatime-Girls, eine Gattung, die man im Deutschen selten sieht. Junge Damen, die den Tee wie einen Energiedrink zu sich nehmen. Und auf den Tischen tanzen. So in etwa.

Vier von ihnen hat E.R.N.A. auf ihrem Bild platziert, unübersichtliche Frisuren, lange Beine, keine Schuhe und einen Gestus, der dem Sex-Appeal sehr nahe kommt. Tusche und Graffit auf Leinwand: Ein Schmuckstück der Ausstellung „Das andere Kapital“, die am Montag im Landtag eröffnet wurde.

Die neue Ausstellung im Landtag "Das andere Kapital" von GEDOK Brandenburg wurde am Montag eröffnet, unter anderem mit Arbeiten von Anne-Francoice Cart Quelle: Bernd Gartenschläger

Sind Teatime-Girls, die ihre Beine werfen und mit einer Spur Erotik aus der Reihe tanzen, eine passende Möblierung für den Landtag? Ja, unbedingt, denn in den Fluren dieses großen, hohen Hauses wirkt jeder Strich symbolisch, schon der schöne Schwung des Pinsels steht hier im Verdacht, etwas erklären, aufdecken oder nachweisen zu wollen. Politik braucht stets ein Fazit, eine Pointe, einen Appell. Das Leben in der Kunst aber sieht anders aus, mitunter reicht das Ungefähre, die schöne Form, die einen nebulösen Inhalt birgt. Das ist ein reizvoller Kontrast.

Werte jenseits des Kapitals

Die Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden (Gedok) in Brandenburg ist auf Bundesebene das größte Netzwerk für Künstlerinnen.

Der Gedok gehören fast 3000 Mitglieder in 23 Regionalgruppen an.

Das Gedok-Haus mit der Galerie „Kunstflügel“ in Rangsdorf (Teltow-Fläming) bildet das Zentrum der Aktivitäten des brandenburgischen Landesverbandes.

Die Arbeit der Gedok wird finanziert aus Mitgliedsbeiträgen, mäzenatischem Engagement, Spenden sowie projektgebundenen öffentlichen Förderungen.

Die Ausstellung „Das andere Kapital“ im Brandenburger Landtag ist unterteilt in die Kapitel „Der Einzelne und das Ganze“, „Beziehung/Kooperation“, „Respekt“, „Sinnlichkeit“, „Kommunikation“.

„Das andere Kapital“, Landtag Brandenburg, Alter Markt 1, 8-18 Uhr. Geschlossen an gesetzlichen Feiertagen. Die Ausstellung ist geöffnet bis 29. März.

Man könnte aber auch behaupten, dass die Kunst im Feld der Politik nicht viel zu melden hat, außer die Ästhetik auszustellen und den folgenlosen Hauch von Kultiviertheit, der folgenlos bleibt, weil sich auf den Fluren eines Parlaments niemand die Zeit nimmt, einen Strich zu ergründen, eine Farbe zu deuten und ein Motiv aus dem abstrakten Kern herauszuschälen.

Es gibt auch andere Temperamente in der Ausstellung, etwa die beiden innigen, vertrauten Köpfe, gebaut aus Terracotta von Uta Eckerlin – sie hat ein sehr intimes Zwiegespräch entworfen, ein Kopf heller, der ander dunkler, ob es Liebende, Parteifreunde oder beides sind, bleibt offen. Die Formen sind vereinfacht, gleiten ins Abstrakte. Wichtig ist, gerade für ein Parlament: Sie unterhalten sich auf Augenhöhe.

Arbeiten von Elli Graetz. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Künstlerinnen der Gedok-Brandenburg, dem weiblichen Kulturbund, stellen ihre Werke auf den immer noch sehr neuen Fluren des Gebäudes aus, zwischen vielen gesicherten Türen und frisch gewischten Treppen. Da schadet es nicht, wenn Linienführung und Themen aus dem akkuraten Gebäude einen Spielplatz machen, wo auch mal ein Klecks auf den Klamotten oder Bildern landen darf.

„Das andere Kapital“ steht als Motto über den Werken, gemeint sind die Werte, die unser Leben prägen, es wärmen und ihm Sinn geben; die abseits einer Welt bestehen müssen, die sich den Geschäften, Bilanzen und Gewinnen widmet.

Was zählt , wenn man das Streben nach Geld außer Acht lässt? Die Brandenburger Künstlerinnen wissen viele Antworten, manche sehr zugänglich, lieblich, andere sperrig, dem Massaker zugeneigt. Irgendwo steckt meistens eine Lösung. Womöglich ist das typisch weiblich.

Von Lars Grote

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