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Kultur Eine Clownerie mit Nebelmaschinen von Thom Luz
Nachrichten Kultur Eine Clownerie mit Nebelmaschinen von Thom Luz
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12:30 08.05.2019
Hauptakteur: der Nebel. Szenenbild aus der 70-minütigen Aufführung. Quelle: Sandra Then
Berlin

Wenn die Bühnentechnik in einer Aufführung beim Publikum das größte Staunen auslöst, ist das in der Regel kein Kompliment. Doch im Falles des Schweizer Regisseurs Thom Luz liegt der Fall anders. Ihm gelingt etwas ganz Besonderes.

Worum ging es?

Um die Herstellung von Bühnennebel und sein Verschwinden. Um die Flüchtigkeit des Glücks und der Ängste. Um die Vergänglichkeit der Technik. Um Augenblicke, die fest gehalten werden wollen. Um das Unfassbare.

Welche Schauspieler haben am meisten überzeugt?

Die fünf Bühnenfiguren – alle in blauen Overals – treten als Arbeitsgemeinschaft in Erscheinung. Sie verwalten ein obskures Technikkabinett und formen und produzieren voller Eifer mit allerlei antiken und modernen Maschinen zarte Wolkengebilde und dicke Nebenschwaden. Eine Figur ist zunächst eine staunende Kundin, lässt sich von dem Quartett dann aber mitreißen, ver- und entliebt sich. Die Vier produzieren auch Klänge und Sounds, intonieren wohlklingende französische, englische und deutsche Schlager. Auch Geige, Cello, ein altertümliches Tasteninstrument und viele Ventilatoren kommen zum Einsatz.

Wie hat Thom Luz den Stoff inszeniert? 

Mit viel Ruhe und Poesie. Im Grunde genommen handelt es sich um eine Clownerie. Es geht ihm um das Verhältnis von Schwerblütigkeit und Leichtigkeit, Melancholie und Glück.

Was waren die Höhe- und Tiefpunkte des Abends?

Das Publikum staunte nicht schlecht, wie sich der Nebel durch lange Rohre schicken lässt. Die Nebelringe wanderten als kunstvolle Gebilde über die Köpfe der Zuschauer hinweg und ließen sich auch mit dem Finger wie sensible Seifenblasen zerstören. Die 70-minütige Aufführung wurde zum Ende hin nicht stärker. Die Schlusspointe war etwas aufgesetzt und banal.

Fazit?

Kann man machen. Hier hat jemand für seine persönliche Leidenschaft und Besessenheit eine innovative, spielerische, eigenwillige Form gefunden.

Von Karim Saab

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