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Nachrichten Kultur Der neue Horst Krause heißt Adam Raczek
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00:24 13.04.2015
Lucas Gregorowicz tritt im Brandenburger Polizeiruf an die Seite von Maria Simon.
Lucas Gregorowicz tritt im Brandenburger Polizeiruf an die Seite von Maria Simon. Quelle: dpa
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Potsdam

Der brandenburgische „Polizeiruf 110“ wandert gen Osten. Waren Olga Lenski (Maria Simon) und Horst Krause in den letzten Jahren im ganzen Land unterwegs, um mal mehr, mal weniger brisante Fälle zu lösen, wird Lenski künftig von Frankfurt (Oder) aus in der Grenzregion ermitteln. Zur Seite steht ihr dann an Stelle von Krause, der mit der Folge „Ikarus“ im Mai seinen Abschied nimmt, der deutsch-polnische Kommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz). Zwar hält sich der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit Details zum ersten gemeinsamen Fall (Arbeitstitel „Bis aufs Blut“) noch bedeckt, doch sprechen der Ortswechsel und die Wahl einer grenzübergreifenden Ermittlergruppe für sich. Sinkende Aufklärungsquoten an Oder und Neiße, die Innenminister Karl-Heinz Schröter jüngst vermeldete, haben die Polizeiarbeit in der Region zuletzt auch im echten Leben in den Fokus gerückt.

Besonders die Berufung von Lucas Gregorowicz als Schauspieler an die Seite von Maria Simon ist konsequent und wird dem Brandenburger Polizeiruf eine neue Färbung geben. Gregorowicz’ Eltern stammen aus Pommern, er selbst wuchs in Polen und im Ruhrgebiet auf. In den vergangenen Jahren hat er unter anderem in Wien gelebt – und in Warschau. In einem Interview hat er zu den Erfahrungen, die er durch den Aufenthalt in seinem Heimatland gemacht hat, einmal gesagt: „Bin ich Deutscher, bin ich Pole? Jetzt weiß ich, dass ich alles sein kann.“

So kosmopolitisch diese Aussage zu lesen ist, so sehr trifft sie auch auf die Rollen des 38-Jährigen zu. Ob als Cannabis-Dealer an der Seite von Moritz Bleibtreu in „Lammbock“, als Partisanenführer im ZDF-Mehrteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ oder als Kellner in Fatih Akins „Soul Kitchen“: Gregorowicz steht für eine Riege von Schauspielern, die Vielfalt als Chance begreift.

Auch deshalb ist er stets dem Theater treu geblieben, darunter ein Engagement am Wiener Burgtheater. Gregorowicz hat es in der Vergangenheit als „Privileg“ bezeichnet, sowohl für die Leinwand als auch auf der Bühne arbeiten zu dürfen.

Bringt Krause den Ruf des bodenständigen Brandenburgers mit, der noch Dreher lernte, ehe er mit dem Schauspiel begann, hat es Gregorowicz von Anfang an auf die Bühne gezogen. Zunächst mit musikalischen Ambitionen, arbeitete er sich schließlich am Schauspielhaus in Bochum hoch. Später folgten kleinere Fernsehrollen, ehe er in „Lammbock“ erstmals einem größeren Publikum bekannt wurde und mittlerweile mehr als ein Dutzend Kinoproduktionen in seiner Vita stehen hat.

Von einer „zeitgemäßen, authentischen Dimension“ spricht Cooky Ziesche, Leiterin der RBB-Filmabteilung, angesichts des neuen deutsch-polnischen Ermittlerduos. Der erste Fall soll im Juli gedreht werden und Ende des Jahres laufen. Nun ist es an den Drehbuchautoren, passende Stoffe für Simon und Gregorowicz zu liefern. Das Potenzial ist da.

Von Mischa Karth

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