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00:25 30.03.2019
Arno Rink: „Lots Töchter“ von 2007 aus der Sammlung DDR Kunst von Hasso Plattner. Quelle: Galerie Schwind
Innenstadt

Derzeit sind sie immer nur in Häppchen zu sehen – die Schätze der Kunstsammlung der Hasso-Plattner-Stiftung. Seit der Milliardär und Kunstmäzen das Museum Barberini am Alten Markt hochziehen ließ, werden dort immer wieder einzelne Exponate gezeigt, die der Gründer des Softwarunternehnmens SAP in den vergangenen Jahren erworben hat. Sollte die Stiftung das Gebäude des ehemaligen Restaurants „Minsk“ übernehmen, könnte bald mehr aus der Sammlung präsentiert werden.

Plattner steht auf Impressionisten und DDR-Kunst

Was in seiner Privatsammlung so alles zu finden ist, darüber schweigt Hasso Plattner (75) beharrlich. Nur so viel ist gewiss. Er steht auf die Impressionisten – und er hat eine Schwäche für Kunst aus der DDR. Ein Teil seiner DDR-Sammlung war vor anderthalb Jahren – zusammen mit vielen anderen Leihgaben – in der Ausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDRzu sehen.

Die Hasso-Plattner-Stiftung will aus dem ehemaligen Terassenrestaurant „Minsk“ in Potsdam eine Galerie für DDR-Kunst machen. Die Architektur der Ostmoderen ist nach 1989 ganz schön runtergekommen. Bilder von damals und heute und einige Werke von DDR-Künstlern, die dort möglicherweise irgendwann zu sehen sein werden.

Und manches davon wird seitdem in wechselnden Ausstellungen im Barberini gezeigt, denn 70 DDR-Kunstwerke besitzt die Hasso-Plattner-Stiftung in Potsdam. So sind derzeit parallel zur großen Picasso-Schau Arbeiten von Hartwig Ebersbach, Günter Firit, Stefan Plenkers und Erika Stürmer-Alex zu sehen.

Die Ikonen der Leipziger Schule

Zu den Ikonen der Sammlung der Hasso-Plattner-Stiftung gehören Arbeiten der Frontmänner der sogenannten Leipziger Schule, die die in der DDR favorisierte figurative Malerei zur Perfektion getrieben haben: Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Bernhard Heisig und Willi Sitte.

Plattner begann schon in den 80er-Jahren DDR-Kunst zu sammeln und forcierte dies nach dem Fall der Berliner Mauer. Deshalb sind auch Arbeiten von ostdeutschen Künstlern in seiner Sammlung, die erst nach 1989 entstanden. So zum Beispiel Arno Rinks irritierendes Gemälde „Rots Töchter“ aus dem Jahr 2007.

Von Heisig bis Richter

Was am Fuße des Brauhausberges einmal zu sehen sein wird, ist bislang nur zu erahnen. Eine Vorgeschmack hatte Plattner vor sieben Jahren geboten, als er im Haus der Brandenburgisch- Preußischen Geschichte ein wenig blicken ließ, was er so alles im Depot stehen hat. Damals zeigte er 28 Arbeiten, darunter Bernhard Heisigs Gemälde „Abend im Havelland“, eine fast schon verträumte Sicht auf die märkische Landschaft. Heisig hatte bis zu seinem Tod 2011 in Strohdehne bei Rathenow gelebt.

Ebenfalls zur Plattner-Collection gehört, wie im Kutschstalle gezeigt, ein „Abstraktes Bild“ von Gerhard Richter, den das Barberini im vergangenen Jahr mit einer Mega-Ausstellung bedacht hatte. Richter zählt freilich nicht zur DDR-Kunst, da er Anfang der 60er-Jahre in die Bundesrepublik abgehauen ist und insofern eher ins Umfeld der westdeutschen Avantgard gehört. Aber er ist eben einer der ganz Großen – und das hat der Kunstsammler Plattner früh erkannt.

Bislang fehlten die Außenseiter

Was in Plattners DDR-Sammlung weitgehend zu fehlen scheint, sind Arbeiten der ehemaligen Außenseiter und vom Staat gegängelten, die entweder nur im Westen oder erst nach 1989 zum Zuge kamen. Leute wie Via Lewandowski, Cornelia Schleime, Gerhard Altenbourg oder Carlfriedrich Claus. Zumindest im Kutschstall waren sie damals nicht vertreten. Aber vielleicht hat sich das ja mittlerweile geändert – und der eine oder die andere taucht demnächst doch plötzlich im „Minsk“ auf.

Von Mathias Richter

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