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Nachrichten Kultur Diese neuen Filme und Serien werden in Brandenburg gedreht
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12:40 15.07.2019
Solomon Gordon als Jim Knopf (l.) und Henning Baum als Lukas der Lokomotivführer bei Dreharbeiten in Potsdam-Babelsberg. Quelle: Medienboard
Potsdam

Wenn sich der Sommer über märkische Felder legt, „haben wir dort Licht wie in Hollywood“, sagt Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin des Medienboard Berlin-Brandenburg, das viele Filme fördert, die in der Region entstehen. Aktuell ist Hochsaison, weil die Landschaft von der Sonne ideal in Szene gesetzt wird. Oft gibt es eine Arbeitsteilung, in deren Zentrum das Potsdamer Studio Babelsberg steht, größter Studiokomplex Europas, wo sich nahezu jede Stimmung entwerfen lässt. Für Wald, Wiese und Horizont fahren die Filmteams dann ins Brandenburger Umland, dort bietet die Natur fast jede Färbung.

Filmregion Brandenburg-Berlin

Etwa 1800 Filmunternehmen in Brandenburg und Berlin erzielen einen Umsatz von jährlich gut 900 Millionen Euro.

Auch außerhalb des Studios Babelsberg in Potsdam entstehen große märkische Filme: Das mit mehr als 20 internationalen Preisen ausgezeichnete Werk „Das weiße Band“ von Michael Haneke entstand komplett in der Prignitz, die Serien „Weißensee“ und „Deutschland 86“ wurden in drei Landkreisen aufgenommen.

Til Schweiger fand die Drehorte für seine Filme mit Vorliebe im Havelland.

Etwa 40 Filme entstehen pro Jahr in der Mark Brandenburg.

„Eigentlich gibt es in Brandenburg und Berlin alles, was man fürs Filmen braucht, nur die Berge und das Meer fehlen“, sagt Mareike Jung, Sprecherin des Medienboard. Dennoch entstand im Studio Babelsberg seit Januar „Jim Knopf und die Wilde 13“ – Kenner wissen, dass Jim auf Lummerland zu Hause ist, einer Insel mit zwei Bergen, mitten im Meer, genau genommen dürfte das in Brandenburg nicht als Real-Film darzustellen sein. Trotzdem hat schon das erste Stück nach Kinderbüchern von Michael Ende in Babelsberg das Licht der Welt erblickt, unter der Regie von Dennis Gansel: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ war 2018 mit mehr als eineinhalb Millionen Zuschauern einer der erfolgreichsten deutschen Filme in einem Kinojahr, dessen Zuschauerzahlen abgestürzt sind.

Dreharbeiten zu Jim Knopf in Babelsberg Quelle: Medienboard

Mit 25 Millionen Euro war der erste „Jim Knopf“-Film eine der aufwendigsten und teuersten Produktionen der deutschen Filmgeschichte. Die Fortsetzung soll Ostern 2020 ins Kino kommen. Mit dabei sein werden unter anderen Annette Frier und Uwe Ochsenknecht. Auch in diesem Werk kommt Tricktechnik zum Einsatz, die schon im ersten Teil massiv zur Geltung kam. So lassen sich tatsächlich Meer, Berge und Lummerland in Brandenburg als Film zusammenschrauben.

Auch Til Schweiger, der dramaturgisch sonst für jeden Taschenspielertrick zu haben ist, liebt Brandenburg, aber jenes, das digital nicht bearbeitet wurde. Er baut sich keine Berge, er sucht kein Meer – er inszeniert ein Klassentreffen. Nun schon das zweite, wie bei Jim Knopf ist es die Fortsetzung eines erfolgreichen Erstlings. Man braucht keine Glaskugel, um vorauszusagen, dass mit „Klassentreffen 2.0 – Die Hochzeit“ der nächste Zuschauermillionär ins Haus steht. Von der Altmark bis Oder-Spree hat Schweiger gedreht, in der vergangenen Wochen wurden die Arbeiten abgeschlossen. Vor der Kamera standen Milan Peschel, Samuel Finzi und Lilli Schweiger. Allgemein gilt er als Fan des Havellands, man sah Schweiger auch als Regisseur in der italienisch anmutenden Heilandskirche am Jungfernsee in Potsdam. Schweiger ist ein guter Kunde Brandenburgs.

Ein Ausstatter der Gefühle

Wenn man den größtmöglichen Abstand zu Til Schweiger sucht, dann landet man beim Regisseur Wes Anderson – kein Verkitscher wie Schweiger, sondern ein großer Ausstatter der Gefühle. Kostüme und Kulissen sind ihm mindestens so wichtig wie die Story, so gesehen sind es Festtage im Studio Babelsberg, denn der Amerikaner Anderson dreht in den Hallen seinen neuen Film „The French Dispatch“. Besonders Szenenbildner Simon Weisse freut sich, er baut seine beeindruckenden Miniatursets im Studio.

Emma, die Lok von Lukas und Jim im Studio Babelsberg Quelle: Medienboard

In eben diesen Hallen mixt man überdies noch einen ganz besonderen Drink: Das Regie-Duo Aharon Keshales und Navot Papushado drehen im Studio den „Gunpowder Milkshake“. Neben „Game of Thrones“-Star Lena Headey spielen Karen Gillan, Angela Bassett und Paul Giamatti in dem internationalen Frauen-Actionfilm mit. Das denkt man schnell an „Drei Engel für Charlie“, auch ein handfester Frauenfilm, für den im vergangenen Jahr die US-Schauspielerin Kristen Stewart nach Potsdam kam.

Wem das zu unruhig ist, der lasse sich gesagt sein: In Brandenburg entstehen aktuell auch Filme mit Gemüt, man schaue nur auf „Lassie Come Home“, wo der bekannte Collie die Hauptrolle übernimmt. Mit dabei sind Anna Maria Mühe, Justus von Dohnányi und Jana Pallaske. Gedreht werden soll in Berlin, zu großen Teilen aber auch in Luckenwalde, Ludwigsfelde und Trebbin.

Märkische Wälder in den USA

Weltweit wird im Moment die zweite Staffel der Mystery-Serie „Dark“ goutiert, zwischenzeitlich stand sie gar auf Platz eins der maßgeblichen IMDb-Liste, wo die Popularität von Serien gemessen wird. Aktuell laufen die Arbeiten an der dritten Staffel, zu großen Teilen auch in Brandenburg, wo die märkischen Wälder eine atmosphärisch entscheidende Rolle spielen. Mareike Jung vom Medienboard schwärmt: „Diese Bilder gehen um die Welt, in den USA sehen sich Menschen die deutschsprachigen Folgen mit Untertiteln an, sie lassen sich in diese Szenen fallen, das hat eine großartige Wirkung auf den Filmstandort Brandenburg.“

Wozu auch „Babylon Berlin“ beiträgt, dessen zweite Staffel in Babelsberg nun abgedreht ist und Ende 2019 bei Sky zu sehen ist – die ARD zeigt die Folgen ein Jahr später. Wem das zu weit in der Zukunft liegt, der gehe ins gerade angelaufene Kino-Liebesdrama „Traumfabrik“, wo die Geschichte der Babelsberger Studios während der Defa-Zeit erzählt wird, gruppiert ums Mauerbaujahr 1961. Dort wirft man einen Blick in den Maschinenraum der Studios, vor allem aber in ihr Herz. Das uns auch heute noch zu rühren weiß.

Von Lars Grote

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