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Kultur „Manaslu“ – Von Bergen und Abgründen
Nachrichten Kultur „Manaslu“ – Von Bergen und Abgründen
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06:00 02.01.2019
Einer der berühmtesten Bergsteiger: Der 62-jährige Südtiroler Hans Kammerlander erzählt aus seinem Leben. Quelle: Foto: Planet Watch
Hannover

„Der Tod ist das leichteste von allen Übeln, die man erlebt.“ Diesen mysteriösen Satz aus dem Off sagt der Südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander gleich zu Filmbeginn. Da sieht man auch schon den „Manaslu, Berg der Seelen“ - eine Klippe wie der Zahn eines raubtierhaften Gottes. Hier starben 1991 zwei Freunde von ihm, als Partikel der brennenden Ölfelder im Irak im fernen Himalaja schwere Unwetter verursachten.

Unter dem Titel des Berges hat Filmemacher Gerald Salmina („Streif“) ein Porträt des „Kletterers“ Kammerlander inszeniert. Es ist spannend, mit ihm in die Höhe zu steigen, spannend auch, die Gedankenwelt eines Mannes zu betreten, der das Abenteuer schon früh suchte.

Kammerlander ist nicht mehr der rekordwütige Popstar der Höhen

Radioübertragungen einer Erstbesteigung haben einst die Sehnsucht des Bauernjungen Hans geweckt, dessen Kirche-Schule-Arbeit-Kindheit und dessen ungestüme Jugend in nachgestellten Szenen (allzu) weidlich vor dem Zuschauer ausgebreitet werden. Man hört Kammerlander gern zu, der 62-Jährige erzählt mit Bedacht, erklärt später auch seinen geheimnisvollen Anfangssatz. Er ist nicht mehr der rekordwütige Popstar der Höhen, dem der Ruhm des Achttausender-Bezwingers zu Kopf gestiegen ist, wie manche Zeitzeugen sagen.

Regisseur Salmina liegt Heldenverehrung und Denkmalbau fern, er will unter die Oberfläche seines Sujets. Kammerlanders einstiger Wegbegleiter Werner Herzog, der mit ihm 1985 die Expeditionsdoku „Gasherbrum – Der leuchtende Berg“ gedreht hat, und ihn zum ersten Mal seit 26 Jahren wiedertrifft, holt aus Kammerlander das beklommene Geständnis einer untilgbaren Schuld heraus.

Wenn der Mensch zwischen Felsen überm Wolkenmeer zu sehen ist, sind die Bilder majestätisch. Wenn er von seiner Seele spricht, sind die Abgründe tief.

Von Matthias Halbig / RND

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