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Kultur HOT: Förderkreis-Vorsitzende Lea Rosh tritt zurück
Nachrichten Kultur HOT: Förderkreis-Vorsitzende Lea Rosh tritt zurück
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00:31 16.05.2018
Lea Rosh (r.) erklärte bei einem Podiumsgespräch mit Tobias Wellemeyer (l.) und Chefdramaturgin Ute Scharfenberg (m.) ihren Rücktritt. Quelle: Karim Saab
Potsdam

Die Führung des Hans-Otto-Theaters (HOT) bilanzierte am Sonntagmittag in einer Matinee-Veranstaltung die neunjährige Intendanz von Tobias Wellemeyer, die im Juni 2018 endet.

Das Podiumsgespräch mit Wellemeyer und der Chefdramaturgin Ute Scharfenberg begann mit einer Erklärung der Fernsehjournalistin Lea Rosh, die sich als Vorsitzende des Förderkreises des HOTs zurückzieht. Dem Vernehmen nach wird Dieter Wiedemann, der ehemalige Präsident der Potsdamer Filmhochschule, für dieses Amt kandidieren.

Möglicher nächste Vorsitzende des Förderkreises: Dieter Wiedemann. Quelle: Friedrich Bungert

Rosh von Jann Jakobs enttäuscht

Lea Rosh zeigte sich von Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) enttäuscht, der in ihren Augen im Dezember 2016 viel zu kurzfristig entschieden hätte, Wellemeyers Intendanz nicht zu verlängern. Außerdem fühle sie sich von Wellemeyers Nachfolgerin Bettina Jahnke getäuscht, die ihr in einem Vieraugengespräch versichert habe, die Hälfte des Ensemble zu übernehmen.

Wellemeyer stimmte dann aber nicht in Roshs Empörung ein. Der Gedanke eines Wechsels nach zehn Jahren sei „normal und richtig“. Allerdings falle es ihm schwer loszulassen. „Ich werde auf meine alten Tage wieder als Gastregisseur in der Bundesrepublik und in Österreich unterwegs sein. „Ich habe mir viel vorgenommen und hoffe, dass ich das alles schaffe.“

Herbst-Programm

Im Herbst wird er in Bregenz Lessings „Miss Sara Sampson“ inszenieren. Außerdem steht eine Dramatisierung des Romans „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge am Theater Halle auf seinem Programm. „Wie ich hörte, wird das Stück in der nächsten Saison auch am Hans-Otto-Theater inszeniert“, so Wellemeyer.

Chefdramaturgin Ute Scharfenberg konnte noch nicht sagen, wo sie nach den 18 Jahren Zusammenarbeit mit Wellemeyer in Magdeburg und Potsdam anheuern wird. „Ich habe eine Zahl von Optionen. Aber auch andere Mütter haben schöne Töchter“, sagte sie.

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Intendant Wellemeyer muss gehen

Lea Rosh fragte, was die Theaterleitung in Potsdam nach ihrem „schwierigen und etwas holprigen Start“ 2009 gelernt und verändert habe. „Wir haben den direkten Kontakt mit dem Publikum gesucht und dafür gesorgt, dass die Besucher mit den Darstellern in eine direkte Liebesbeziehung treten konnten“, so Scharfenberg.

„Was war Euer Beitrag zum Erstarken von Pegida und AFD?“

Lea Rosh berief sich auf Wellemeyers Bekenntnisse zu einem gesellschaftspolitisch aktiven Gegenwartstheater und fragte schroff: „Was war Euer Beitrag zum Erstarken von Pegida und AFD?“ Wellemeyer holte daraufhin weit aus, ohne konkret zu werden.

Er nannte keine Inszenierung, sondern verwies auf seine DDR-Erfahrungen, die ihn nachhaltig traumatisiert hätten. „Wir haben das Theater als Ort der Diversität entwickelt und eine Sensibilität dafür entwickelt, wo wir herkommen und wo wir uns befinden“, so seine Antwort.

Differenzen wurden unter den Teppich gekehrt

Die Sozialdemokratin Rosh war sichtlich bemüht, keine Differenzen zur Sprache zu bringen. Sie fragte nicht nach Wellemeyers Meinung zu Uwe Tellkamp, der kürzlich AFD-nahe Positionen bekannt hat. Unter Wellemeyer kamen Bühnenadaptionen der Tellkamp-Romane „Der Eisvogel“ und „Der Turm“ in Potsdam heraus.

Als wichtigste Inszenierung seiner Ära nannte der scheidende Intendant „Die Wildente“ von Henrik Ibsen, mit der er sich in Potsdam 2009 als Regisseur erstmals vorstellte. Ute Scharfenberg hob aus den fast 200 HOT-Produktionen noch dessen „Auferstehung“ nach Leo Tolstoi hervor sowie die Stücke „Wellen“ (Regie: Barbare Bürk) und „Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe“ (Regie: Sascha Hawemann).

Die Intendanz möchte ihre Leistungen durch die Herausgabe einer 300-seitigen Fotobuch-Dokumentation unterstreichen, die Ende Mai erscheinen soll.

Von Karim Saab

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