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Kultur Fulminante Frauenstimmen in Berlin
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19:37 10.07.2019
In Berlin angekommen: Emma Elisabeth. Quelle: Damian John Harper
Potsdam

Viel zu erzählen haben sie: Emma Elisabeth davon, wie sie künstlerisch zu sich selbst fand. Loreena McKennitt, wie sie den Kosmos der Klänge, die die Welt für uns bereithält, erkundet. Und Madeleine Peyroux, wie sie nicht vom Jazz lassen kann.

11. Juli: Emma Elisabeth

1984: Für die Bewanderten in dystopischer Literatur ein Markstein. Für die musikalisch Interessierten ein gutes Jahr, denn es schenkte uns Emma Elisabeth Dittrich. Geboren in Schweden, hat sich die junge Emma bald auf den Instrumenten ausprobiert, die sie im Haushalt ihrer Eltern fand. Bald gründeten sie Girl Bands. Blieb in Berlin nach einem Auslandsemester. Coverte Fleetwood Mac und Bob Dylan. Und ging beherzt den nächsten Schritt. Denn sie hörte nie auf, eigene Songs zu schreiben.

Wie gut ihr das inzwischen gelingt, zeigt „Melancholic Milchshake“. Auf ihrer aktuellen Solo-Platte umarmen sich das Neue und das Alte, das Heute und das Gestern. Pop und Indie. Und etliches mehr. Emma Elisabeth lässt an der einen Stelle Hall und Blues in ihre Lieder, an anderer gibt es den Abstecher in die Sixties oder in die Achtziger mit Drum-Maschine, simplen Bass-Figuren und Keyboards.

Noch mehr Frauen

Ist das nicht Kate Bush? Jetzt mal nicht einem Irrtum aufsitzen. Es ist die Engels-Stimme von Eivor. Ein faszinierendes Heimspiel und mit 16 Stücken zugleich eine umfängliche Werkschau feiert die Sängerin von den Faröer Inseln mit diesem Live-Aufnahmen aus Torshavn samt elektronischen Taktgebern, Keyboard-Girlanden und dem übrigen Instrumentarium. Doch wie der Nebel um die Insel im Nordatlantik verwischen die Konturen zwischen Elektronik, Folk und Rock. Eivor verbreitet ihre ganz eigene Magie.

Eivor: Live in Torshavn. By Norse/Membran.

Anschmiegsam, biegsam und luftig kommen die Lieder von Meiko aus Nashville daher. Angesiedelt auf jenem weiten Feld, das Elementen aus Pop und Folk ganz viel Platz lässt. Auf dem die Ukulele auf analoge Tasteninstrumente treffen darf und Rhythmen am Computer hinzugefügt werden. Akustisch geprägte Strukturen finden so leicht den Anschluss an Elektronik. Dass nicht nur Rosen blühen und um die Liebe gekämpft werden muss, weiß Meiko, die junge Mutter, die einst ihr Geld als Kellnerin in Los Angels verdiente.

Meiko: In Your Dreams. Popup Records/Soulfood.

Alles organisch und selbstverständlich miteinander verquickt. Mal klingt sie keck und aufmüpfig, dann wiederum versonnen und verträumt. Für stimmungsvolle Rahmung sorgt Victor van Vugt. Der Mann war bereits Nick Cave, den Walkabouts oder Beth Orton an den Reglern behilflich.

16. Juli: Loreena McKennitt

Die Suche nach dem Keltischen in der Musik hat sie weit herumgeführt – bis in die Türkei oder nach China. Und hat sie letztlich enorm weit geöffnet für den Klang der Welt, nicht nur der orientalischen.

Kenntnisreiche Kanadierin: Loreena McKennitt. Quelle: Richard Haughton

Auf ihrem lange erwarteten Studio-Album „Lost Souls“ wandert Loreena McKennitt mit kräftiger Sopranstimme und ihrer Harfe durch viele Orte. Die Kanadierin nimmt deren Stimmungen auf. Andalusien mit seinem Flamenco auf der Gitarre ist genauso präsent wie die Oud, die arabische Laute. Oder vielfarbige Perkussion.

Verwebt werden orchestrale Strukturen mit dem Instrumentarium des Folk. Die 62-Jährige umgibt sich dafür mit exzellenten Begleitern. Vertont – wieder einmal – den geliebten irischen Dichter William Butler Yeats. Wundervoll, entrückt und etwas mystisch.

27. Juli: Madeleine Peyroux

Diesem Sog der linden und gewohnt entspannten Mixtur aus Folk, Jazz und Blues kann man sich nur schwer entziehen. Das hat Madeleine Peyroux wieder mal ganz locker hinbekommen.

Kommt mit Band: Madeleine Peyroux. Quelle: Yann Orhan

Auch die Wendung zum Chansonhaften, das sie mit leichtem Rauch in der Stimme pflegt, seit sie einst als junge Straßenmusikerin auf den Straßen von Paris unterwegs war.

Überraschend hat die Sängerin, die aus Athens/Georgia stammt, jüngst ihre Platte „Anthem“ vorgelegt. Trotz der lässigen Vortragshaltung hält die Mittvierzigerin in den neuen Stücken mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg: Wie im aufgekratzten Saxofon-Soul-Jazz des Stücks „The Brand New Deal“. Madeleine Peyroux benennt darin die wachsende Kluft zwischen arm und reich in den USA. Singt von Außenseitern und Gestrauchelten.

Die Konzerte: Emma Elisabeth tritt am Donnerstag, dem 11. Juli, um 20 Uhr im Monarch in Berlin-Kreuzberg auf. Loreena McKennitt spielt am Mittwoch, dem 16. Juli, um 19.30 auf der Zitadelle Spandau. Madeleine Peyroux ist am Sonnabend, dem 27. Juli, um 22 Uhr im Quasimodo in Berlin-Charlottenburg zu hören.

Von Ralf Thürsam

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