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Kultur George Benson besucht Berlin
Nachrichten Kultur George Benson besucht Berlin
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19:39 21.07.2019
Gastiert in Berlin: George Benson. Quelle: Austin Hargrave
Potsdam

George Benson reist gerne. Auch im Alter von mittlerweile 76 Jahren noch. Dass der Sänger und Gitarrist von Gnaden sich meisterlich zwischen den Stilen bewegt, also so schon etliches von Jazz über Soul bis Disco ausprobiert und fusioniert hat, was zu einem mit Preisen bedacht, doch nicht durchweg nur gutgeheißen wurde, dürfte bekannt sein.

Benson, der aus Pittsburgh/Pennsylvania kommt, unternimmt diesmal einen Abstecher an den Mississippi. Auf seinem Album „Walking To New Orleans“ verneigt sich der vielfache Grammy-Preisträger vor Fats Domino und Chuck Berry gleichermaßen.

Auf Spurensuche

Schaukelstuhl auf der Veranda und sonst nichts? „No way!“, würde Bobby Rush sagen. Der 85 Jahre alte Blues-Mann befindet sich in permanentem Unruhestand. Schüttelt die Songs nur so aus dem Ärmel. Selbst wenn der Sänger tief in quirligen Funk und schmeichelhaften Soul einsteigt, bleibt der Blues der musikalische Kompass für den Mundharmonika-Spieler und Gitarristen, der aus Louisiana stammt und sich als junger Mann auf den Weg nach Chicago, die Hauptstadt des elektrifizierten Blues, machte. In den elf neuen Stücken zeigt sich Rush keineswegs müde. Eher extrem wach und irgendwie auch - weise.

Bobby Rush: Sitting On The Top Of The Blues. Deep Rush/Thirty Tigers.

Er ist weit gewandert– der Blues. Von Mali nach Memphis. Seine archaische Formsprache findet sich bei John Lee Hooker und anderen. Und bei Bibi Ahmed, einem Angehörigen der Tuareg. Der Mann aus Agadez im westafrikanischen Niger, Chef der Band Inerane, war nur schwer aufzutreiben. Nur über viele Umwege erhielt Bibi die Einladung zu einer kurzen Tour nach Deutschland. Gregor Samsa, Chef der Plattenfirma Sounds Of Subterrania in Hamburg, sorgte zugleich dafür, dass dieser faszinierende Autodidakt auf der E-Gitarre ins Studio ging. Festgehalten wurden neun aufwühlende, freigeistige bisweilen trancehafte Songs – angesiedelt zwischen Wüsten-Blues, Rock und Sahara-Psychedelik. Wer bereits Bombino für sich entdeckte, kommt um Bibi nicht herum.

Bibi Ahmad: Adghah. Sounds Of Subterrania/Cargo.

Doch diesen Säulenheiligen des Boogie-Woogie, Rhythm and Blues und Pionieren des Rock’n’Roll spielt er nicht einfach hinterher. Vielmehr gestattet sich Benson, der lange Gitarren der japanischen Marke Ibanez spielt, die als Dank sogenannte Signature-Modelle auflegte,an einer der Wiegen amerikanischer Musik so manchen Twist mit den Originalen, manchen Akzentverschiebung. Was diesen Klassikern durchaus gut bekommt.

Das Konzert: George Benson spielt am Montag, dem 22. Juni, um 20 Uhr im Theater am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte.

Von Ralf Thürsam

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