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Kultur Hart, aber herzlich
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19:19 28.03.2019
Thunder – wandlungsfähige Hardrocker aus Großbritannien. Quelle: Jason Joyce
Potsdam

Meine Herrschaften, bleiben Sie ruhig sitzen! Thunder machen diesmal alles anders. Erst hatten sich die Hardrocker zu einer zwanglosen Session getroffen. Mit Idee, den Songs ihrer 30-jährigen Karriere eine reizvolle Neu-Interpretation abzutrotzen. Ihre Prämissen: Rasch arbeiten. Es muss nicht perfekt sein. Auf jeden Fall aber sollte der Unterschied zum Original gravierend ausfallen. „Einige unserer Songs hatten wir nicht mehr gespielt, seit wir sie 1876 aufgenommen haben“, erklärt Sänger Danny Bowes, einer von immerhin noch vier Gründungsmitgliedern der Truppe, mit einem Augenzwinkern zum Entstehungsprozess von „Please Remain Seated“.

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Blicken wir in die Offenbarung Johannes. Darin heißt es: Da sah ich ein fahles Pferd. Und der darauf saß, des Name hieß Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Da haben wir den Salat. Großes Ungemach ist damit angezeigt. A Pale Horse Named Death, ein Fünfer aus Brooklyn, entwickeln unter Frontmann Sal Abruscato – einst der Zeugschläger bei Type O Negative – einen schweren, sich biestig dahinschleppenden Sound. Der neben Grunge, Gothic-Elemente und metallischem Geschmirgel einige geräuschhafte Passagen einschließt. Ein alternatives Hörspiel, wenn man will. Allemal eine beängstigende Beschwörung.. Das fahle Pferd galoppiert am Sonntag, dem 31. März, um 20 Uhr im Bi Nuu durch Berlin-Kreuzberg.

A Pale Horse Named Death: When The World Becomes Undone. Long Branch Records/SPV.

Diese drei wütenden Männer sollte man in den Ohren behalten. Wozu sonst gibt es fette Kopfhörer? Oder Konzerte? Oder die erste Platte des Trios aus Los Angeles? Die Debütanten haben sich allerdings längst einen guten Ruf erspielt – bei Five Finger Death Punch, Ascension, den Murderdolls und Wednesday 13. Mörderisch hart und modern metallisch ist daher der Einstand von Caleb Bingham, Brandon Miller und Jason West ausgefallen. Death, Trash und Black Metal dienen als Komponenten. Interessant, aber für die Unsterblichkeit – Athanasia – zu wenig.

Athanasia: The Order Of The Silver Compass. ROAR!/Soulfood.

Wandel als ausgezeichnetes Konzept, zwölf eigene Klassiker abgestrippt, akustisch, bluesig und eben gründlich verändert darzubieten. Ein höchst gelungenes Unternehmen der Gentlemen aus London. Wer nun aber denkt, Thunder setzen sich zur Ruhe, der liegt sowas von falsch. Das ganze Gegenteil ist der Fall. Sie werden ein Hardrock-Feuerwerk mit Blitz und Donner abbrennen. Und bestuhlt ist der Club auch nicht. Versprochen!

Spielen nicht nur Strand: Massive Wagons. Quelle: Promo

Hilfe bekommen die Londoner von ihren Landsleuten aus Lancaster. Dort oben im Nordwesten Englands halten Massive Wagons die Fahnen hoch. Auf Schabernack verstehen sich die Jungs aber ebenfalls. Gerade haben sie ihre Platte „Full Nelson“ veröffentlicht. Das ist dieser feste Nackengriff, den Ringer draufhaben. Daraus kann man sich nur schwer befreien. Soll heißen: Massive Wagons packen zu, wo immer sie können. Ihren schön geradeaus geballerten Hymnen, hart und punkig wie die Bloodhound Gang und versehen mit einigen Verneigungen vor Aerosmith, Alice In Chains oder Status Quo kann man sich nur schwer entziehen.

Das Konzert: Thunder und Massive Wagons spielen am Freitag, dem 29. März, um 20 Uhr im Frannz in Berlin-Prenzlauer Berg.

Von Ralf Thürsam

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