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Kultur Neue internationale Kunstszene lockt indische Botschafterin nach Potsdam
Nachrichten Kultur Neue internationale Kunstszene lockt indische Botschafterin nach Potsdam
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20:10 09.07.2019
In Möbelgeschäft "Raumspot" malt der indische Künstler Rahul Chakraborty Aquarelle. Malathi Rao Vadapalli, indische Kulturbotschafterin aus Berlin, ist wegen ihm nach Potsdam gekommen. Quelle: Jan Russezki
Potsdam

Hoher Besuch im Möbelgeschäft „Raumspot“ in der Jägervorstadt: Berlins indische Botschafterin Malathi Rao Vadapalli ist am Dienstagmittag angereist. Nicht um Ihre Botschaft neu einzurichten, sondern um den indischen Künstler Rahul Chakraborty kennenzulernen. Im „Raumspot“ eröffnet damit das „Art Time Studio“ eine Workshop-Reihe, die Potsdam zur Drehscheibe für internationale Künstler machen will.

Mit Indien hat das Möbelhaus, das gleichzeitig auch Inneneinrichtungsbüro ist, wenig zu tun. Trotzdem hängen an den Wänden Aquarelle des indischen Künstlers Rahul Chakraborty. „Kunst gehört zum Interior. Sie gehört nicht nur in das Barberini, sondern auch in unser Leben“, sagt die Künstlerin Anna Tauschke, die die neue Workshop-Reihe des „Art Time Studio“ im Möbelgeschäft von Jenny Gartemann organisiert.

Internationale Kunst für Potsdamer

Tauschke hat ihr eigenes Studio im „Raumspot“ und stellt im Geschäft aus. Einmal im Monat nimmt sie ihre eigenen Bilder ab und lädt internationale Künstler zu Workshops ein. Sie sollen Menschen das Malen auf verschiedenen Niveaus näherbringen. „Die Menschen werden immer freier und individueller. Und wer in der Schule nicht das Malen gelernt hat, kann es hier lernen“, sagt sie.

Künstler Rahul Chakraborty malt Aquarelle, die Malathi Rao Vadapalli, indische Kulturbotschafterin aus Berlin, beeindrucken. Quelle: Jan Russezki

Der erste Künstler der Reihe ist Rahul Chakraborty. Der 48-Jährige aus Pune (Westindien) reist um die Welt und zeichnet Aquarelle von Menschen, Tieren und vor allem Landschaften. „Potsdam hat eine schöne Geschichte und sieht auch sehr hübsch aus“, sagt er. Die Neustädter Havelbucht hätte ihn sofort in ihren Bann gezogen, sodass er sie malen musste.

Das Bild hat er im „Raumspot“ ausgestellt und an Dajana Pefestorff, Präsidentin des Landes-Kanu-Verbands Brandenburg verkauft. Sie verbindet ihren eigenen Alltag mit dem Bild: „Die Havel ist für mich Potsdam. In der Neustädter Havelbucht paddele ich auch regelmäßig – da habe ich es gekauft“, sagt sie und will das Aquarell in ihr Büro hängen.

Indische Kunst fernab von Galerien

Chakraborty hat noch nie in einer Galerie oder einem Museum ausgestellt oder verkauft– und will das auch nicht. „Mir ist es egal, wo ich male. Mir geht es darum, Konventionen zu brechen. Kunst ist für die Menschen und sie sollen den Künstler dort treffen, wo sie selbst sind. Dazu braucht es keine Galerien“, erklärt er.

Auch Berlins indische Kulturbotschafterin Malathi Rao Vadapalli will Kunst und Leben vernetzen. Als Direktorin des Tagore Zentrums der indischen Botschaft hat sie sich zur Aufgabe gemacht, die wenigen indische Künstler in Deutschland zu fördern und sie zusammenzubringen. „Man muss in der Kunst zusammenarbeiten, um ein Publikum zu erreichen“, sagt Vadapalli im „Raumspot“.

Kulturbotschafterin schlägt Brücken

Rund 6000 Künstler und Künstlerinnen unterstütze das Tagore Zentrum. „Wir wollen indischen und deutschen Künstlern, die etwas mit Indien machen, eine Plattform geben und Ausstellungen organisieren“, sagt Vadapalli.

In Potsdam zeigt sie sich nicht nur von der Jägervorstadt begeistert, das sie für seine Schönheit schätzt. Chakraborty malt immer wieder Seen und Flüsse in Städten rund um die Welt. „Die Bilder sind alle sehr verschieden“, schwärmt Vadapalli von dem Kontrast der Bilder. „Aber sie alle haben etwas Gemeinsames“, sagt sie. Sie interessierte sich vor allem für die deutschen Landschaften.

Mehr Kunst in Potsdam:

Während Chakraborty weiter nach China und Mexico reisen wird, stehen die nächsten Gäste des „Art Time Studio“ fest. Ab dem 10. August ist Alex Hillkurtz aus Frankreich zu Gast. Später folgen Künstler aus Russland, Kanada und Italien.

Von Jan Russezki

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