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Kultur Intensives Beziehungs- und Überlebensdrama
Nachrichten Kultur Intensives Beziehungs- und Überlebensdrama
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13:32 21.12.2017
Zwischen Aaron (Alexander Fehling) und Tristan (Arian Montgomery) kommt es während ihrer Wanderung zu Spannungen. Quelle: dpa
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Potsdam

Es gibt diesen einen Moment, an dem alles gut zu werden scheint: Aaron (Alexander Fehling) und Tristan (Adrian Montgomery) wandern durch die prächtigen Gebirgslandschaften der Dolomiten und bewundern die Wucht der Drei Zinnen. Halten inne - dann sagt Tristan leise „Papa“ zu Aaron. Was wie ein inniger Moment zwischen Vater und Sohn aussieht, ist in Wahrheit die Wende zum Schlechten. Denn nur ein paar Tage später verkrachen sich die Beiden und es kommt zur Katastrophe.

Aaron kämpft um die Anerkennung des Kindes

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Drei Zinnen“ ist ein Beziehungs- und Überlebensdrama. Lea (Bérénice Bejo) und Aaron sind seit zwei Jahren ein Paar, sie machen Urlaub in einer einsamen Hütte, nicht weit entfernt von den Drei Zinnen. Mit dabei Leas achtjähriger Sohn Tristan, der aus einer früheren Beziehung stammt. Aaron kämpft um die Anerkennung des Kindes, möchte von ihm gerne Papa genannt werden. Lea sieht das skeptisch, schließlich hat der Junge einen leiblichen Vater. Der ist durch ständige Anrufe auch im Urlaub dauerpräsent.

Obwohl Tristan immer wieder gegen Aaron stichelt, kommen die beiden sich im Laufe des Urlaubs näher. Höhepunkt ist die Wanderung zu den Drei Zinnen. Danach kühlt sich das Verhältnis aber ab. Um die Nähe und den Moment der Zweisamkeit wieder herzustellen, entschließt sich Aaron zu einer neuerlichen Wanderung. Die endet dramatisch und wird zum Überlebenskampf, der auch das Verhältnis der beiden in Frage stellt.

Intensive Dialoge in der Berghütte

Dem Regisseur Jan Zabeil, der an der Potsdamer Filmuniversität Konrad-Wolf studierte, ist mit „Drei Zinnen“ ein intensives Drama gelungen, das von der Nähe zu den drei Hauptdarstellern lebt. Lea und Aaron versinken in der Berghütte immer wieder in ernste Gespräche über Nähe, Distanz, das Vatersein. Den Dialogen fehlt an einigen Stellen zwar die Intensität. Trotzdem: der Schmerz von Aaron über seine unklare Rolle und Leas Zerrissenheit zwischen Loyalität zu dem leiblichen Vater und ihrem Freund sind immer zu spüren.

Lea (Bérénice Bejo) und Aaron (Alexander Fehling) sind sich über Aarons Position zu Tristan nicht einig. Quelle: dpa

Vor allem der Kinderdarsteller Adrian überzeugt in seiner ersten Kinorolle. Mit Alexander Fehling, einem der bekanntesten deutschen Schauspieler, und der Französin Bérénice Bejo (spielte im Welterfolg „The Artist“) wird die gelungene Besetzung abgerundet.

Von Christian Meyer

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