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Kultur Jan Böhmermann überlässt bei Berlin-Konzert anderen die Show
Nachrichten Kultur Jan Böhmermann überlässt bei Berlin-Konzert anderen die Show
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09:04 27.01.2019
TV-Moderator Jan Böhmermann und sein Rundfunk Tanzorchester Ehrenfeld (hier beim Auftritt am Vortag in Leipzig). Quelle: imago/VIADATA
Berlin

Jan Delay und Jan Böhmermann wirken nebeneinander wie Flummi und Bügelbrett. Der Rapper beackert den Bühnenrand, der Moderator verharrt auf der Stelle, als seien seine Füße ans Parkett getackert. Delay trägt schwarzen Anzug, rote Krawatte, Einstecktuch und Sonnenbrille. Ihm gelingen auf Anhieb Frage-Antwort-Spielchen mit dem Publikum. Wie ein Moped auf der Autobahn rappt sich Böhmermann mühsam durch die Strophen des Beginner-Hits „Hammerhart“. Dass der hüftsteife Hip-Hop-Exkurs des hauptberuflichen Satirikers nicht nervt, liegt daran, dass er nicht so tut, als ob er wirklich der coole Rapper wäre. Am Ende lacht Böhmermann darüber, wie lässig sich der andere Jan innerhalb weniger Minuten sein Publikum unter den Nagel gerissen hat.

Der eigentliche Star: Das Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld

Jan Böhmermann zeigt beim ersten von zwei Konzerten in der Berliner Columbiahalle Respekt für die Kunst seiner Gäste und des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld, das ihn begleitet. Er tritt in den passenden Momenten von der Bühne ab und überlässt einen der ganz großen Momente des Abends seiner Gag-Autorin Giulia Becker. Ihre Anti-Sexismus-Hymne „Verdammte Scheide“ ist ernsthaft ergreifend, Florentin Wills bedeutungsschwer intoniertes Pamphlet gegen nächtliche Kabel-Kaputt-Beißer dagegen wirklich witzig. „Marder sind des Teufels Brut. Schlucken Feuer, scheißen Glut. Hass und Tod der Marderbande. Marder raus aus unserem Lande.“ Die Musiker begeistern mit ihrer Qualität, Hip Hop, Dance und Techno instrumental zu arrangieren. Einer der Höhepunkte: Eine von den Streichern geprägte Version von dem Britney-Spears-Hit „Toxic“.

Böhmermann zeigt sich als guter Chef

Böhmermann fügt sich bestens ein, ohne den Ober-Macker zu markieren. Ein guter Chef, der eigene Schwächen nicht kaschiert und die Stärken der anderen betont. Nach knapp zwei Stunden singt er ein Lied von Herman van Veen. Er macht das mit viel Gefühl, nicht so gehetzt und holprig wie bei seinen Hip-Hop-Nummern. Ein schöner Ausklang mit langem Jubel für das Orchester, die Gäste und – ja logisch – auch für Böhmermann. Der Text von van Veen fasst den Abend zusammen: „Jemand stiehlt die Show. Ohne Risiko.“

Von Maurice Wojach

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