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Kultur Brandenburg/Havel im „Jenseits schillernder Welten“
Nachrichten Kultur Brandenburg/Havel im „Jenseits schillernder Welten“
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11:21 30.04.2019
Torsten Gränzer, Katharina Burges, Göran Schade (v.l.) Quelle: Foto: Chris Gonz
Potsdam

Eine Klavier spielende Sängerin, ein singender Liedtexter und ein Elektro-Perkussionist haben sich zusammen gefunden. „Jenseits schillernder Welten“, so lautet der Titel des Programms, erkunden Katharina Burges, Torsten Gränzer und Göran Schade die Grenzbereiche zwischen Rock, Jazz und Klassik.

Drei Musiker aus Brandenburg an der Havel

Alle drei wohnen in der Stadt Brandenburg, wo sie als freiberufliche Künstler tätig sind. Katharina Burges und Göran Schade finanzieren ihre kreativen Projekte auch durchs Unterrichten. Torsten Gränzer wiederum ist nach Selbstauskunft „seit etwa 20 Jahren beim biografischen Umstrukturieren“. Er probierte zahlreiche Jobs aus, wobei die Musik seine eigentliche Berufung darstellt.

Katharina Burges macht aus Punkt vielschichtige Gefühle

Auch für die Lokalseiten dieser Zeitung hat der umtriebige Gränzer gelegentlich geschrieben. 2017 führte er ein Interview mit der Sängerin Katharina Burges, die auch im Tonstudio experimentiert und ihre eigenen Videos macht. Die beiden trafen sich im Café, wo sie dann lange saßen, über Gott und die Welt sprachen. Bald hatte die Sängerin ein paar alte Texte Gränzers zum Vertonen in der Hand. Die hatte er sich im Laufe vieler Jahre von der Seele geschrieben; unter anderem als Sänger der 2008 aufgelösten Punk-Band „Fauxpas“.

Katharina Burges hat Gränzers Versen ein neues Gewand verliehen. Die frühere Punk-Aggressivität fächert sich auf in vielschichtige Gefühle: Abwechselnd geht es melancholisch oder wehmütig, zornig oder nachdenklich zu.

Die CD ist gerade erschienen

Bald stieß Gränzers langjähriger Weggefährte Göran Schade zu den beiden, langjähriger Schlagzeuger an der Komischen Oper Berlin, aber auch durch seine Zusammenarbeit mit Barbara Thalheim bekannt. Im Oktober ging dann die Premiere des Programms „Jenseits schillernder Welten“ über die Bühne. Nun kommt die dazugehörige CD in die Plattenläden.

Am intensivsten erlebt man das Trio in den halbszenisch gestalteten Live-Konzerten. „Musik ist immer auch Theater“, meint Katharina Burges. „Sie erzählt Geschichten und weckt Gefühle.“ In fremde Rollen schlüpfen die drei jedoch nicht. „Wir zeigen uns ganz ungeschminkt wie wir wirklich sind“, fährt die Sängerin fort.

Mal Operndiva, mal Rockröhre

Dabei betreten die Künstler Bereiche, wo es auch mal weh tut. Sie thematisieren Weltschmerz und Missbrauch, Todestrieb und Verzweiflung. Doch mit dem beruhigend raunenden „Schlaf-Lied“ endet ihre zuweilen düstere Reise hoffnungsvoll. „Wir sprechen bewusst ernste Themen an“, erklärt Torsten Gränzer. „Wenn man die Schattenseiten verdrängt, tauchen Symptome an anderer Stelle auf.“

Als Sängerin hat Katharina Burges die ganze Bandbreite zwischen Operndiva und Rock-Röhre drauf. Göran Schade steuert diverse Perkussionsinstrumente bei, von Bongo bis Conga, und generiert zudem elektronische Klangflächen. „Göran stellt das Orchester dar, das ich beim Songschreiben immer im Kopf habe“, meint die Sängerin.

Tango mit dem Tod

13 Stücke aus dem Programm „Jenseits schillernder Welten“ sind auf dem gleichnamigen Album versammelt, das man durchaus für ein Schaufenster menschlichen Irrsinns halten kann. Von nächtlichen Alpträumen ist hier die Rede, den beängstigenden Halluzinationen eines Entzugs. Gränzers frühere Psychiatrie-Aufenthalte werfen noch immer ihre Schatten. Am vierhändigen Klavier wird zum Tango mit dem Tod aufgespielt.

Die Aufnahmen entstanden im „Blockhaus-Studio“ bei Bad Belzig, wo auch Keimzeit, die Prinzen oder City aus- und eingehen. Letztendlich betrachten Katharina Burges, Torsten Gränzer und Göran Schade ihr Album aber als Momentaufnahme, als kleinen Ausschnitt eines gemeinsamen Weges. Ihre Geschichten sind noch lange nicht zu Ende erzählt.

CD „Jenseits schillernder Welten“ (Grenzton/Edel) , Record Release Concert: 3. Mai 2019, 20.00 Uhr, Kirche Wust, Brandenburg/Havel www.jenseitsschillernderwelten.de

Von Antje Rößler

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