Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Klassisch harte Kante
Nachrichten Kultur Klassisch harte Kante
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:17 02.05.2018
Jungs mit bedeutsamer Vorgeschichte: The Dead Daisies. Quelle: Promo
Potsdam

The Dead Daisies fackeln nicht lange: Daher bitten Doug Aldrich und Konsorten mal wieder an die Bühne. Mit dem neuen Album „Burn it down“ im Reisegepäck. Der Gitarrist von Whitesnake und seine wackeren Mitstreiter – darunter Sänger John Corabi (einst auch bei Mötley Crüe), Marco Mendoza (Thin Lizzy), Deen Castronovo (Journey) und David Lowy (Red Phoenix) – verlassen den metallischen Sektor und bewegen aktuell eher im Sound der Siebziger. Hard Rock plus Blues-Feeling – die klassische Kombination mit Fokus fürs Wesentliche.

Mehr davon

Zum nächsten Waffengang ruft Axel Rudi Pell seine Ritter: Die Streitaxt, will sagen Stromgitarre, hat der blonde Recke längst griffbereit. Wie gewohnt schlägt er mal eine feine klinge, mal haut er wie ein Berserker drauf. Hard Rock mit einigen metallischen Anteilen. Sänger Johnny Gioeli lässt einen Schlachtruf nach dem anderen von seinen Lippen. Die Rhythmus-Gruppe sekundiert präzise. Die Hammondorgel faucht. Auf dem jüngsten Album, aber nur dort, ist die Reibeisen-Stimme von Bonnie Tyler. Berührungsängste kennen weder der rastlose Ruhrpott-Hero noch die Sängerin aus Wales. ARP gastieren am Dienstag, dem 8. Mai, um 20 Uhr im Huxleys in Berlin-Neukölln.

Axel Rudi Pell: Knights Call. Steamhammer/SPV.

Die Bestie brüllt: Aus tiefer Kehle dringen ihre Laute. Dann türmen sich die Riffs zu einem Bergmassiv auf. Nahezu unüberwindbar. Red Apollo beschränken sich allerdings nicht auf das Finster-Metallische. Trotz schnellen Spiels und brachialer Schübe weitet die Band aus Dortmund ihren Sound ins Atmosphärische, kostet weite Schwünge aus, steigert sich nach Bedarf. Durchaus mit Sinn für Melodie und Struktur. Das muss nicht immer in infernalischen Lärm münden. Die Kombination aus Black Metal, Progressive Rock und weiteren Sub-Genres spricht für sich. Noch mehr allerdings deren Überwindung durch formvollendete Neuanordnung.

Red Apollo: The Laurels Of Serenity. Moments Of Collapse Records.

Die Lust auf weitere, teils extreme Grenzüberschreitungen kann übrigens auf dem Pelagic Fest gestillt werden. Das gleichnamige Platten-Label – des von Berlin aus operierenden internationalen Musiker-Kollektivs The Ocean - lädt dafür vom 18. bis 20. Mai ins Cassiopeia, Bi Nuu und Badehaus in Friedrichshain-Kreuzberg. Mit dabei LLNN, Caspian oder HYPNO5E.

Das heißt keineswegs, dass die Truppe nicht genügend Feuer entfacht oder gar zu wenig Druck auf dem Kessel hat. Im Gegenteil. Ihr Feuerwerk kann sich sehen lassen. Schließlich haben wir es mit ausgekochten Profis zu tun. Die schütteln so manche Nummer recht lässig aus dem Ärmel. Nicht weniger Spaß versprechen The New Roses. Die Unterstützer des Abends kommen aus dem Rheingau und bieten gehaltvolle Kost.

Fahren mächtige Geschütze auf: Bullet aus Schweden. Quelle: Markus Crepin

Des Müllers Tochter spann einst Stroh zu Gold – mit der Hilfe von Rumpelstilzchen. Ein Märchen. Natürlich. Bullet aus Schweden hingegen verwandeln auf ihrem jüngsten Werk „Dust To Gold“. Staub in klingende Münze. Und zwar so verlässlich wie ihr Tour-Bus mit ihnen noch immer durch die Weltgeschichte brummt, ein Volvo B63508 aus dem Jahre 1964. Der effektive Vierer um Schreihals Hell Hofer setzt auf klassischen Hardrock und Metal mit gehörig Dreck und Drive. Dass es einige Nähe gibt zu Accept oder AC/DC nimmt man bereitwillig zur Kenntnis. Nun aber Fäuste in die Luft! Denn Bullet fahren ordentlich bollernde Geschütze auf!

Die Konzerte: The Dead Daisies spielen am Mittwoch, dem 3. Mai, um 20 Uhr im Kesselhaus in Berlin-Prenzlauer Berg. Bullet treten am Mittwoch um 20.15 Uhr im Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg auf.

Von Ralf Thürsam

Hommage an die Literatur: „Der Buchladen der Florence Green“ (Kinostart: 10. Mai) regt an zum Schmökern.

02.05.2018

„Schöne Grüße vom Schicksal“ heißt das neue Album von Heinz Rudolf Kunze. Der 61-jährige Songwriter und Rockmusiker vermisst den Mut in der neuen deutschen Popmusik, macht auch mal Schlager ohne sich dabei zu verbiegen und hofft auf ein friedliches Leben für seine Kinder und Enkel.

02.05.2018

Erst in den Achtzigerjahren kam der Kampf um die Menschenwürde von Psychiatriepatienten in den USA voran. In Bille Augusts Drama „Eleanor & Colette“ (Kinostart am 3. Mai) spielen Helena Bonham Carter und Hilary Swank die Hauptrollen.

04.05.2018