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17:20 21.05.2019
Ausgebuffte Büffeljäger aus Vancouver: We Hunt Buffalo. Quelle: Kieth Clark
Potsdam

Das wird ein flotter Dreier, der an Kraft, Lautstärke und Einfallsreichtum kaum zu überbieten sein dürfte. Und der beweist, dass Rock’n’Roll nicht komisch müffelt.

22. Mai – We Hunt Buffalo, Saint Agnes und The Shrines

Bullig wie die Büffel, die sie erlegen, ziehen diese Kanadier durch Prärie. Man könnte auch sagen, dort, wo We Hunt Buffalo einst vorbeigekommen sind, da wächst kein Gras mehr. Den die Stoner Rocker aus Vancouver leisten ganze Arbeit. Das Trio, zu dem Sänger und Gitarrist Ryan Forsythe, Schlagzeuger Brandon Carter und neuerdings Cliff Thiessen an Bass und Tasten gehören, walzt mit seinem Fuzz-Sound alles platt, was ihm im Weg steht.

Stellen mit ihren Gitarren so einiges an: Saint Agnes. Quelle: Rob Blackham

Zum Weiterhören – Rock verschiedener Härtegrade

Man muss weder am Rand noch in der Wüste leben, um so einen wüst vielfältigen Stoner Rock aus den Boxen zu pressen. Die alten Vorturner des Genres sollte man zwar immer im Hinterkopf behalten, doch dieses Trio aus Ohio fährt ein paar schwer grollende Geschütze auf. Doch es bleibt keineswegs beim gewohnt tief tönenden Böllern. Valley Of The Sun können das kleine Instrumental wie das mit Bedacht und psychedelischer Finesse aufgeschichtete Dröhn-Monster. Die Amerikaner kriegen das locker hin. Versenkung und Eruption. Alles wird eins.

Valley Of The Sun: Old Gods. Fuzzorama/Soulfood.

Mit Mace Mitchell haben Emerald eine Stimme von Format am Start. Die Schweizer machen keinen Hehl daraus, wofür sie einstehen – Metal der guten alten Schule. Überschaubar, melodisch und hart im Nehmen. Von Iron Maiden und Co, in felsenfest und unüberwindbar Stellung gebracht, verteidigt der Sechser dieses Bollwerk mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Wozu selbstredend hier ein wenig Speed, dort etwas Trash und sogar ein Abstecher ins Mittelalter gehören. Damals wie heute sind wir umgeben von verlorenen rastlosen Seelen. Und Emerald haben sich viel Mühe gegeben, den alte Glorie zum Strahlen zu bringen.

Emerald: Restless Souls. ROAR!/Soulfood.

Reden wir noch kurz über alte Helden – etwa über Patrick Carney (The Black Keys) oder John Pekovics (Guided By Voices und Cobra Verde). Und reden wir über Akron, Ohio. Von Geschichte – ziemlich viele Muscle Cars und Trucks dürfen mit Reifen von dort durch die USA rollen - und Gegenwart der Stadt (nicht unbedingt rosig) fühlten sich die beiden herausgefordert. Und haben dafür auch das passende, etwa schräge Outfit aus flotten Sixties-Beats, psychedelisch schimmerndem Gitarren-Pop und Garagenklang zusammengeschraubt. Schließlich schneite J. Masics, der in Ehren ergraute langhaarige Chef von Dinosaur Jr. und zuletzt als famoser Folkie unterwegs, ins Studio herein. Er griff zur Gitarre. Traumhaft.

Sad Planets: Akron, Ohio. Tee Pee Records.

Der köstlich rabiate Radau, den die Truppe veranstaltet, speist sich aus zwei immens wichtigen Quellen: Zum einen aus psychedelisch enthemmtem Rock und dem wüst stampfendem Blues zum anderen. Bausteine, die völlig ausreichen, um nicht vom Glauben abzufallen.

Agnes, die keusche Märtyrerin aus Rom, die im dritten Jahrhundert für ihren christliche Überzeugungen starb, hat indes keineswegs etwas zu schaffen mit dem Bandnamen. Die ruft eher nach dem Teufel, der sie heimbringen soll...

Das Konzert: We Hunt Buffalo, Saint Agnes und The Shrines treten am Mittwoch, dem 22. Mai um 20 Uhr im Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg auf.

Von Ralf Thürsam

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