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Kultur Abendgruß aus Australien
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19:39 12.09.2019
Versponnen und verspielt: Dope Lemon. Quelle: Jennifer Stenglein
Potsdam

In Australien, da unten, auf der anderen Hälfte des Erdenballs, kann man wunderbare Musikanten entdecken. Dope Lemon zum Beispiel. Hinter dem Name verbirgt sich Angus Stone, wenn er mal wieder seiner ungebremsten Lust am Pop Raum geben möchte.

17. September: Dope Lemon

Er ist der zweite Angus, den man nach dem australischen Saiten-Helden Angus Young (AC/DC) kennen sollte. Dieser hier heißt aber Angus Stone. Der 33-Jährige musiziert mal mit seinem Schwesterherz Julia, mal allein als markanter Roots-Rocker, mal als Dope Lemon.

Ein bekiffter Name für ein äußerst prickelndes Pop-Nebenprojekt. Draußen auf seiner Ranch in New South Wales lief immer das Band mit. Bereit, jede Idee für das neue Album „Smooth The Cat“ aufzuzeichnen. Dope Lemon gibt sich darauf extrem tiefenentspannt.

Wie ein Surfer-Dude, der auch J.J. Cale, Fleetwood Mac oder Jack Johnson mag. Hier ein Chor und etwas Hall, dort eine schimmernde Gitarre, ein paar unaufdringliche Keyboards und etwas Perkussion. Alles dargeboten mit viel Sonne im Herzen.

14. September: John Paul White

Da war doch mal was. John Paul White war der eine Teil des verehrten gemischten Duos The Civil Wars. Also vergesst bloß diesen Mann nicht. White legt seit 2014 und dem Split schon sein drittes Solo-Album auf den Tisch.

Einer der besten aus Alabama: John Paul White. Quelle: Alysse Gafkjen

„The Hurting Kind“ wurde ein Hohelied auf die Country Music von klassischem Zuschnitt. Das hat mit Schluchzern, Twang, Steel-Gitarren, zittrig-innigem Walzern und schmissigem Folk eine Menge, mit dem sonst üblichen Country-Pop aber überhaupt nichts am Hut. Also, achtet auf diesen Typ aus Alabama.

Seine Duo-Partnerin Joy Williams war ebenfalls nicht untätig. Mit Mr. White hatte sie immerhin vier Grammys eingesammelt.

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Diesen saloppen Typ könnte man kennen. Leeroy Stagger spielte vor ein paar Jahren als Teil der Wildflowers ein komplettes Live-Album mit 20 Stücken in Heilbronn ein für Blue Rose, das aufmerksame deutsche Root-Music-Label. Längst ist der Songwriter aus dem ländlichen Westen Kanadas solistisch unterwegs. Ein eigenes Studio hat der vormalige Punk auch. Sein jüngstes Album tänzelt, strahlt und verknüpft ganz unverkrampft und mit Sinn für erstklassige Details die Genres, darunter Pop, Glam-Rock und modern aufgefasste Americana-Sounds.

Leeroy Stagger: Strange Path. True North Records.

Das also ist der Mann,der 1989 Mark Knopflers Offerte ausschlug, den Dire Straits beizutreten. Vince Gill, jetzt 62 Jahre alt, zog stattdessen seinen Stiefel durch. Die Bilanz: Bislang heimste der exzellente Songwriter und vorzügliche Gitarrist aus Oklahoma 20 Grammys ein. Und blieb als der Vertreter der etwas älteren Riege der Country-Stars ohne Allüren. Legt vielmehr ein lebensweises, konzentriertes und dezent koloriertes Album vor. Sein Titel „Okie“ verweist auf jene, die ihre Gegend in der Zeit der Großen Depression verließen, nach Westen zogen, sich als Wanderarbeiter verdingten – auf die Suche nach dem kleinen Glück.

Vince Gill: Okie. MCA Nashville/Universal.

Eine rührend stimmige Song-Kollektion ist nun die Scheibe „Front Porch“ geworden, die pur und stark dem Folk verpflichtet ist. Mit vorzüglicher Saiten-Arbeit, umsichtig gesetzten Akzenten für Fiedel oder Mandoline und einer Stimme zum Verlieben.

Die Konzerte:Dope Lemon spielt am Mittwoch, dem 17. September, um 20 Uhr im Huxleys in Berlin-Neukölln. John Paul White gastiert bereits am Sonnabend, dem 14. September, um 20 Uhr im Privatclub in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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