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Kultur regional Der Barfuß-Drummer: City-Schlagzeuger Klaus Selmke gestorben
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22:32 22.05.2020
City-Schlagzeuger Klaus Selmke ist verstorben. Quelle: imago images/Metodi Popow
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Berlin

„Der „General“ Klaus Selmke hat heute um 14 Uhr die Schlagzeugstöcker für immer niedergelegt. Wir traurig und sprachlos“, schrieb der Sänger der Band, Toni Krahl, am Freitagabend.

Die Internetseite von City - die Band zählte zu den erfolgreichsten Rockgruppen in der DDR und ist noch immer aktiv - war am Freitag komplett schwarz. Auf der Facebookseite stand mit weißer Schrift auf schwarzem Untergrund: „Klaus Selmke - 21.4.1950 - 22.5.2020“; darunter zwei rote Drumsticks. Der Drummer, der gerne barfuß auf der Bühne saß, starb rund einen Monat nach seinem 70. Geburtstag.

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Erster Auftritt beim Jugend-Tanzabend

Selmke hatte City vor 48 Jahren mit Puppel im Prenzlauer Berg in Berlin gegründet. In einem Kulturhaus in Köpenick hatte im Frühjahr 1972 alles begonnen: Dort stand die City Rock Band, wie sie ursprünglich hieß, das erste Mal auf einer Bühne - und Klaus Selmke saß am Schlagzeug. Die Band sollte einen fünfstündigen Jugendtanz-Abend musikalisch untermalen. Sie spielte Songs von Santana, den Rolling Stones und Jimi Hendrix nach. Zehn Jahre später pilgerten dann schon 10 000 Fans zum Open-Air-Konzert in den Berliner Plänterwald.

Die fünf Glatzköpfe, die einst mit dem Slogan „Ohne Bass und ohne Haare – mit City durch die 80er Jahre!“ für sich warben, befanden sich mit ihren kritischen Texten im sozialistischen Staat oft am Rande des Erlaubten. Zwei Jahre vor dem Mauerfall thematisierten sie etwa in „Wand an Wand“ und „Halb und Halb“ die deutsche Teilung. Sänger Toni Krahl war 1968 als Abiturient wegen seines Protestes gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings verhaftet worden.

Dieter Birr, ehemals Sänger der mit City befreundeten Puhdys, sagte der Deutschen Presse-Agentur zum Tod des Schlagzeugers: „Mich hat die Nachricht natürlich total geschockt. Ich wusste schon, dass Klaus krank war. Er hat sich aber immer bedeckt darüber gehalten.“

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Von RND/dpa

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