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Kultur regional Beeskow: Mae Schwinghammer tritt Amt als Burgschreiberin an
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Mae Schwinghammer ist Burgschreiber in Beeskow

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17:10 07.01.2022
Mae Schwinghammer ist neue Burgschreiber:in auf der Burg von Beeskow im Landkreis Oder-Spree.
Mae Schwinghammer ist neue Burgschreiber:in auf der Burg von Beeskow im Landkreis Oder-Spree. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Beeskow.

Die Tradition der Burgschreiberinnen und Burgschreiber in Beeskow wird fortgesetzt: Mae Schwinghammer hält an diesem Samstag die Antrittslesung und stellt eine Auswahl eigener Lyrik- und Prosatexte vor. 1993 in Österreich geboren, studierte Schwinghammer Sprachkunst in Wien und hat bereits Texte in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht, schreibt Theaterstücke und Hörspiele. In diesem Jahr soll ein erster Lyrik-Band veröffentlicht werden.

30 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Schwinghammer wurde unter 30 Bewerbungen aller Altersklassen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewählt. „Stadt und Burgschreiber haben in Österreich, wo ich herkomme, eine lange Tradition, mich hat das schon lange fasziniert“, sagte Schwinghammer am Freitag.

Einem Geschlecht fühlt sich Schwinghammer nicht zugehörig. „Es ist das, wie ich mich fühle und empfinde. Ich bin weder männlich noch weiblich, sondern dazwischen oder sogar außerhalb.“ Das Ganze sei nicht unbedingt ein politisches Statement, so Schwinghammer. In einer vollkommenen Welt aber werde man Menschen nicht mehr in Geschlechter einteilen.

Auf Burg Beeskow bewohnt Schwinghammer eine kleine Wohnung. Das Amt wird alljährlich für die Dauer von fünf Monaten verliehen. Es ist verbunden mit einem monatlichen Stipendium in Höhe von 1000 Euro. Es ermöglicht dem oder der Schreibenden, eigene literarische Vorhaben umzusetzen. Sie verpflichten sich auch, neben einer Antritts- und Abschlusslesung ihre Eindrücke in Kolumnen zu veröffentlichen. Das Amt des Burgschreibers oder der Burgschreiberin gibt es seit 1993 und es ist in Brandenburg einmalig.

Vorgängerin hatte an Roman geschrieben

Vorgängerin Martine Müller-Lombard hatte im vergangenen Jahr in dem mittelalterlichen Gemäuer unter anderem an ihrem zweiten Roman geschrieben. Wegen der Corona-Pandemie hielt die gebürtige Französin eine Online-Lesung und schrieb Zeitungskolumnen.

Von Sillke Nauschütz