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Kultur regional Der Liedermacher Manfred Maurenbrecher feiert das wilde, graue Brandenburg
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Manfred Maurenbrecher stellt sein neues Album "Inneres Ausland" vor

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16:40 28.10.2021
Der Liedermacher Manfred Maurenbrecher verlässt auch mal seinen Platz am Klavier, um einen Text vorzutragen.
Der Liedermacher Manfred Maurenbrecher verlässt auch mal seinen Platz am Klavier, um einen Text vorzutragen. Quelle: Karim Saab
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Berlin

Dem Titel nach sind es „Wölfe“, es könnten aber auch Wildschweine sein oder Menschen, die da nachts zu uns über die Oder schwimmen. „Willkommen – du wildes, graues Tier! / Willkommen – bestimmt gefällt’s Dir hier,/ denn Brandenburg ist ja genau/ wie Du so wild und grau“, trägt Manfred Maurenbrecher sein vital klopfendes Herz auf der Zunge. Auf seiner CD „Inneres Ausland“ feiert der gebürtige Westberliner das Unheimliche und Fremde. Da er seit der Wende die meiste Zeit im Oderbruch lebt, „wo weites Land sich zieht“, ist es kein Wunder, dass es schon einige Lieder gibt, die mit Brandenburg-Motiven aufwarten.

Preis der Schallplattenkritik

Die Rekord-Release-Party musste wegen Corona in den letzten 19 Monaten drei Mal verschoben werden. Am Mittwoch konnte der Barde endlich im Mehringhof-Theater in Berlin-Kreuzberg sein 25. Album live vorstellen, für das er 2020 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit vier Musikern schmuggelte Maurenbrecher auch einige ganz aktuelle Lieder ins Programm, etwa zum Hochwasser im Ahrtal.

Wucht und Zärtlichkeit

In der Zwischenzeit veröffentlichte er ein autobiografisches Buch über seine ersten Ausflüge ins Rampenlicht in den 1980er Jahren („Der Rest ist Mut“). Und er brachte seinen Rockpalast-Auftritt von 1985 als 26. CD heraus. Ein Abgleich lohnt sich. Über 35 Jahre hat seine charismatische Stimme noch einmal deutlich an Wucht und Zärtlichkeit zugelegt. Die Musik-Industrie wollte ihn als Rockpoet groß rausbringen, aber Maurenbrecher hat immer nur sein „Ding“ gemacht und wurde dann für die Lesebühnen eine Vaterfigur.

Der 71-Jährige reist gerne, wie er bekannte. Am liebsten in Länder, deren Sprache er nicht spricht. „Und dann sitze ich auf dem Marktplatz und versuche herauszubekommen, worüber sich die Leute unterhalten“. So kündigte der alte, aber noch nicht ergraute Wolf das Lied „Das Dunkel von mir“ an, in dem es heißt „Das ist ein Ort, wo alles gut tut,/ keiner sagt. Wohin woher … Das ist dort, wo ich verschwinde“.

Von Karim Saab