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Kultur regional Umstrittene taz-Kolumnistin posiert als KaDeWe-Model
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taz-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah  posiert als KaDeWe-Model

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17:30 24.09.2020
„Taz“-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah wirbt im KaDeWe-Magazin und im Schaufenster als Model für das Kaufhaus. Quelle: Christophe Gateau/dpa
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Berlin

Die umstrittene „taz“-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah macht jetzt Werbung für das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe. Als Model in einer Porträt-Strecke zeigt sie sich in einem Ledermantel des italenischen Herstellers Marni für 3900 Euro und Stiefeln der Marke By Far für 459 Euro. Ergänzt werden die Bilder mit der antikapitalistischen und kommunistischen Parole „Alles allen!“.

Yaghoobifarahs Kolumne über die Polizei („All cops are berufsunfähig“) hatte diesen Sommer Ärger ausgelöst und auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erzürnt. Der Deutsche Presserat sieht den Text allerdings durch die Meinungsfreiheit gedeckt und hat die Beschwerden dagegen als unbegründet zurückgewiesen.

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Die KaDeWe-Werbung, in der die Kolumnistin eines von mehreren Models ist, schlägt einige Wellen. „Es ist schon verwunderlich, dass eine Dame, die sich den antikapitalistischen Kampf auf die Fahne geschrieben hat, für durchaus kostspielige Mode modelt“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher des Landesverbandes Berlin der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

„Mal abgesehen von dieser Scheinheiligkeit sollte sich das KaDeWe schon fragen, ob es nicht vielleicht auch Polizistinnen und Polizisten gibt, die dort einkaufen, und die dann die Person im Schaufenster sehen, die sie allesamt auf dem Müll entsorgen wollte.“

Die Kolumnistin hatte bei Twitter Anfang der Woche selbst den Blick auf die KaDeWe-Kampagne gelenkt und gefragt: „Denkt ihr, Horst Seehofer kauft im Kadewe ein?“ Man brauche dafür ja nicht zwangsläufig Style, nur Geld. Sie fände es schade, wenn er das Schaufenster mit ihrem Bild verpassen würde. Als die Debatte über ihren Auftritt losging, bezeichnete sie diesen als „linke Propaganda im Luxuskaufhaus“.

In den sozialen Medien kursieren bereits Persiflagen der Werbekampagne. Einige davon sind sogar halbwegs lustig. Zum Beispiel das hier:

Von MAzonline