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Kultur L’aupair lädt sich gute Freunde ein
Nachrichten Kultur L’aupair lädt sich gute Freunde ein
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07:28 17.12.2016
L’aupaire umgarnt mit seinen Melodien.
L’aupaire umgarnt mit seinen Melodien. Quelle: Promo
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Potsdam

In der Fremde hat L’aupaire schließlich seine Stimme gefunden. Robert Laupert verließ den hessischen Heimatflecken Lich, den der eine womöglich wegen der Brauerei, der andere wegen seiner Basketballer kennt, die es mal bis in die Bundesliga geschafft hatten. Nicht, dass L’aupaire nicht schon vor seinem Abschied gesungen hätte. Saxofon lernte er, sang auf der Straße. Doch das war ihm nicht genug. Das machten ja viele, die sich ausprobieren, die nach sich suchen. So ging er fort – bis nach Budapest, seinen Van bis unters Dach vollgestopft mit Instrumenten. Abgenabelt, auf sich selbst geworfen, horchte der Sänger mit der markant kaputten Reibeisenstimme und nur ein paar Songideen im Kopf in sich hinein. In Ungarns Metropole entstand dann der Großteil seiner Lieder für das Debütalbum „Flowers“. Darauf pflückt L’aupaire einen bunten Blumenstrauß. Seltsam-schöne Eigengewächse hat der Songwriter da aufgezogen – angesiedelt im bunten und weiten Feld des Folkpop. Wer also mit Passenger, Stu Larsen oder Asaf Avidan etwas anzufangen weiß, der liegt bei dem Hessen richtig. „Rollercoaster Girl“ wurde gar ein feiner Hit.

Der Musiker zog in die weite Welt hinaus und fand – sich. Quelle: Promo

Da es nun so gut läuft, möchte L’aupaire das auch richtig feiern. Für Dienstag hat er daher zahlreiche Freunde eingeladen. Wer es beispielsweise etwas robuster und ruppiger mag, der kann sich auf Jesper Munk freuen. Der gebürtige Münchner verfügt ebenfalls über eine echte Raspelstimme. Heiser, raubeinig und wild zu allem entschlossen gilt der erst 24-jährige Munk als Revitalisator des Blues. Mal schmachtet er oder stürzt sich locker wie selbstbewusst in jenen verruchten Rhythm ‚n’ Blues wie es in den frühen Sechzigern die Rolling Stones oder Them es vorgemacht hatten. Andererseits gibt es in so manchem Song großspurigen Glam-Rock oder schmutzigen Punk. Rotzig, unfertig, dabei mit jeder Wendung höchst glaubwürdig.

Den Abend vervollständigen noch Lambert und David Lemaitre. Damit die Sache auch richtig Schwung bekommt, werden zwei Schlagzeuger, Bläser und mehr aufgeboten.

Konzert: Dienstag, 20. Dezember, 20 Uhr, Admiralspalast, Berlin-Mitte.

Von Ralf Thürsam

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