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16:41 21.01.2018
Ungezwungen im Umgang mit ihren Instrumenten, zu denen auch eine Harfe gehört: The Barr Brothers.
Ungezwungen im Umgang mit ihren Instrumenten, zu denen auch eine Harfe gehört: The Barr Brothers. Quelle: Promo
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Potsdam

Sie machen nicht viel Aufhebens um ihre lichten Lieder – The Barr Brothers. Doch es ist ein ganzer Kosmos aus Klängen, der sich so scheint ebenso ungezwungen wie ausbreitet. Es ist ein überaus leichtfüßiges Tänzeln zwischen ganz verschiedenen Koordinaten, die mit Folk, Rock und Americana nur ungefähr umrissen beziehungsweise deutlicher werden. Denn nicht nur das begabte Bruderpaar Brad an der Gitarre und Andrew Barr am Schlagzeug, sondern auch Sarah Page setzten auf ihrem jüngsten Album „Queens of the Breakers“ auf musikalische Weitläufigkeit.

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Eben noch sang Sam Beam mit Jesca Hoop: Jetzt geht’s weiter mit Iron & Wine, jenem Projekt, das der Songwriter aus North Carolina hegt und pflegt. Wie jüngst wieder, die akustische Klasse seiner Lieder klang nie bezwingender. Jahre hat Beam darüber nachgedacht und gesungen, welchen immens verändernden Einfluss die Zeit auf den Menschen hat. Feinsinnige Beobachtungen, mit denen er sicher längst noch nicht am Ende ist. Iron & Wine spielen am Donnerstag, dem 25. Januar, um 20 Uhr im Huxleys in Berlin-Neukölln.

Iron & Wine: Beast Epic. Sub Pop.

Von Brooklyn sind The Lone Bellow inzwischen nach Nashville, Kentucky umgezogen. Ein Sog in den Süden, dem sich in Amerika viele Musikanten nicht entziehen können. Oder wollen. Wie auch immer, die kleine Band gehört mit ihrer umsichtigen, doch niemals halbherzigen Modernisierung von Folk-Rock schon in diese Gegend. In ihren Songs steckt vokale Kraft, auch wenn sich die drei in einem Stück mal fragen: Is it ever gonna be easy? Kaum. Herausforderung angenommen! The Lone Bellow sind am Donnerstag um 20 Uhr im Privatclub zu hören.

The Lone Bellow: Walk Into A Storm. Masterworks/Sony.

Zumal sie, die Harfenistin, den Platz ihres Instruments, das sonst eher im irischen Folk oder in großformatiger Klassik verortet wird, neu bestimmt. Die Dame gibt sich halt vielsaitig. So gibt es gezupfte und mehrstimmige (Gesangs-)Spuren von Simon & Garfunkel samt Bläsern oder den Everly Brothers, Sixties-Beats mit Sitah, bisweilen Soul, aufgeraut mit einer überblasenen Mundharmonika. Zu hören sind Indie-Rock mit Gitarren, die rückwärts laufen. Überhaupt wird einiges Sperrfeuer aufgeboten. Die Band aus Montreal lässt keinerlei Langeweile aufkommen. Herrlich.

Hat stets die Heimat im Herzen: Tyler Childers. Quelle: David McClister

Das Leben in den Bergen im Osten von Kentucky hat ihn geprägt – Tyler Childers. Der Sohn einer Krankenschwester und eines Arbeiters bekommt seine Heimat nicht aus dem Kopf. Das Malochen auf dem Bau und das College schienen irgendwie nicht für ihn geschaffen. Vielmehr waren es Country, Folk und Bluegrass. Etwa anderes, etwas authentischeres erwartet man eigentlich nicht aus diese Ecke Amerikas, oder? Eine erste Platte nahm Tyler in Eigenregie auf. Mit seinem zweiten Album „Purgatory“ tourt der Mittzwanziger, der als eines der Talente der jungen Country-Music gilt, jetzt durch Deutschland. Schildert ein Leben in Licht und Schatten. Ein Leben mit Freuden und Plagen. Von Lust, Liebe und Gefahren wie Kokain und Schwarzgebranntem. Und dem Fegefeuer, das Läuterung bringen soll. Produziert hat übrigens Grammy-Gewinner Sturgill Simpson die jüngste Scheibe von Childers in Nashville. Noch ein Guter.

Die Konzerte: The Barr Brothers spielen am Montag, dem 22. Januar, um 19 Uhr im Lido in Berlin-Kreuzberg. Tyler Childers und Martin Kelly gastieren am Dienstag, dem 23. Januar, um 20 Uhr im Privatclub.

Von Ralf Thürsam

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