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Kultur Lotto Brandenburg spendiert 20 000 Euro für den Kunstpreis Fotografie
Nachrichten Kultur Lotto Brandenburg spendiert 20 000 Euro für den Kunstpreis Fotografie
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17:39 12.06.2019
Die Preisträger beim Aufbau ihrer Ausstellung im Kunstraum Potsdam: Inga Alice Lauenroth, Katrin Streicher und Hannes Jung (v.l.n.r.). Quelle: Frank Gaudlitz
Potsdam

Im Kunstbetrieb spricht man gern von „Positionen der zeitgenössischen Fotografie“. Jedes Jahr beauftragt die Land Brandenburg Lotto GmbH eine Jury, den Empfänger des mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis Fotografie zu ermitteln. Außerdem zwei Förderpreisträger, die jeweils 5000 Euro erhalten. In diesem Jahr gab es 167 Bewerber.

Bis zum 23. Juni sind die drei Sieger-Zyklen im Kunstraum Potsdam zu besichtigen. Welche ästhetischen Positionen und ideologischen Weltbilder haben das Rennen gemacht?

Quelle: Aus der Serie „Night Time Tremors“ von Katrin Streicher.

Die 38-jährige Münchnerin Katrin Streicher erkundet die nördlichste Stadt im schwedischen Lappland. Die Menschen in Kiruna leben mit der Dunkelheit. Ihre Lebensgrundlage ist das Erz, das hier direkt unter dem Schnee liegt und aus der Erde gesprengt wird. Die Absolventin der Berliner Ostkreuzschule zeigt die Menschen in ihrem prosaischen Alltag. Ihre Welt ist ganz auf die Rohstoffgewinnung ausgerichtet und das Gegenteil von heil und schön. Aber die Fotografin wertet nicht. In der Ausstellung konfrontiert sie ihre Sozialreportage mit fünf großformatigen Arbeiten, die ihre Faszination für den grafischen und abstrakten Charakter des Erzgesteins zum Ausdruck bringen.

Aus der Serie „Oma Alice, Berlin“ von Inga Alice Lauenroth.

Die beiden Förderpreisträger haben Schwarzweiß-Arbeiten abgeliefert. Kleinformatig und mit weichen Grautönen porträtiert Inga Alice Lauenroth ihre Großmutter Alice, indem sie auch die saubere Wohnstube der 1928 geborenen Frau vorführt. Das Sofa, die abgegriffenen Spielkarten, die blumige Tischdecke und die Grünpflanzen sind Teil ihrer Erzählung. Die Bilder artikulieren den Respekt der heute 40-jährigen Enkelin für ein Leben, das sich in Bescheidenheit, Zufriedenheit und Nachdenklichkeit vollendet.

Aus der Serie „New Right“ von Hannes Jung.

Der Fotograf Hannes Jung schaut in die Gesichter von AfD-Wählern und Politikern. In harten Schwarz-Weiß-Tönen bestätigt er die These, dass diese Protestbewegung von zornigen, weißen, alten Männern ausgeht. Aus den Falten um ihre Münder lässt sich ein hoher Grad an Verbitterung herauslesen. Und wenn sie lachen, kommt viel Hohn zum Vorschein. Ob der gelernte FAZ-Fotograf, der 1986 in Bremen geborene wurde, das Milieu dämonisiert, kann nur einschätzen, wer bei den Wahlkampfveranstaltungen dabei gewesen ist.

info: Kunstraum Potsdam c/0 Waschhaus. Kulturquartier Schiffbauergasse, Potsdam.

Von Karim Saab

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