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Kultur Heftig-harte Kost in Berlin
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20:23 19.11.2019
Mit viel Klasse: Alter Bridge. Quelle: Dan Sturgess
Potsdam

Der November könnte einem trüb und grau vorkommen, doch mehrere Bands lassen sich davon nicht beeinflussen. Sie zeigen Härte.

20. November: Alter Bridge

Myles Kennedy hier, Myles Kennedy da. Der Typ aus Boston bleibt unverwüstlich und produktiv – ob nun mit seinen Solo-Gängen, mit dem Saiten-Derwisch Slash oder seiner Stammband Alter Bridge. Mit letzterer legte er jüngst das Album „Walk The Sky“ vor.

Geht es um Modern Rock, dann kommt an diesem Vierer, dem überdies Gitarrist Mark Tremonti, Bass-Mann Brian Marshall und Drummer Scott Philipps (alle Creed) angehören, keiner vorbei. Wucht-Rocker zwischen Alternative, Hard Rock und Metal. Die ein gewisses Feingefühl trotzdem nicht vermissen lassen.

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Außer den getreuen Anhängern progressive gearteten Rockmaterials gibt es wohl nur noch wenige, die konzentriert – sagen wir mal – einem zehnminütigem Stück folgen möchten. Wer indes die Langstrecke überaus liebt und die Entdeckungen unterwegs, der sollte sich Zeit für HYPNo5E nehmen. Vier Franzosen aus Montpellier zeigen, welche kinematographische Größe Rocksounds haben können.

HYNO5E: A Distant (Dark) Souce. Pelagic Records.

Das Grauen schleicht sich heran:Ist es erst einmal da, dann ist es von epischem Ausmaß. Ein Schrecken, der in die Glieder fährt. Für immer. The Deathtrip machen ihrem Namen alle Ehre. Die Norweger haben für ihren Todesmetal die Kapzuen tief ins Gesicht gezogen. Es geht ein Raunen um: Die könnte die letzte Runde sein.

The Deathtrip: Demon Solar Totoem. Svart Records/Cargo.

Soll heißen: Härte und Harmonie können miteinander. Bezogen auf die bisherige musikalische Ausbeute der Band, findet sich das Beste aus 15 Jahren und sogar etwas mehr, denn es mitunter beschreitet das Quartett auch progressive Pfade.

Sie machen uns rasch vergessen, dass Punk und Wave schon eine lange Geschichte haben. Und Soul der tieferen Wirkungsweise eine viel ältere. Die Seratones gehen auf ihrem zweiten Album „Power“ hin und bringen beides auf sehr erfrischende Weise neu auf den Punkt. Mit dabei sind The Raven Age und Shine Down.

21. November: Lacuna Coil, Eluveitie und Infected Rain

Viel Lobenswertes ist schon über Eluveitie gesagt worden – der Speerspitze eines von Metal und Folk angetriebenen Sounds aus der Schweiz, das seinen Namen aus dem Etruskischen herleitet und den keltischen Stamm der Helvetier meint. Flöten, Sackpfeifen und Drehleier plus Stromgitarren, der Band um Christian „Chrigel“ Glanzmann macht so leicht niemand etwas vor in dieser glanzvollen Abteilung des Metallwarengeschäfts.

Fürchterlich gut: Lacuna Coil. Quelle: Promo

Zum Dreier des Abend passen denn auch Infected Rain und Lacuna Coil. Letztere gestatten auf „Black Anima“ einen tiefen Blick in eine gequälte schwarze Seele.

Die Gothic-Rocker aus Italien mit ihrer Sängerin Cristina Sciabba und ihrem Gegenpart, der Finster-Kehle Andrea Ferro feiern eine beklemmende wie druckvolle, bisweilen maschinell stampfende Düster-Party – samt Ambient, Hang zum Sinfonischen und kompromissloser Härte.

Die Konzerte: Alter Bridge treten am Mittwoch, dem 20. November, um 19 Uhr in der Columbia-Halle in Berlin-Tempelhof auf. Lacuna Coil, Eluveitie und Infected Rain gastieren am Donnerstag, dem 21. November, um 19 Uhr im Huxleys in Berlin-Neukölln.

Von Ralf Thürsam

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