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Kultur Frischer Folk nicht nur aus Irland
Nachrichten Kultur Frischer Folk nicht nur aus Irland
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19:34 07.11.2019
Prächtiger Folk-Rock aus Schottland: Mànran. Quelle: Promo
Potsdam

Im keltisch eingefärbten Folk-Rock waren Runrig aus Schottland für Dekaden unbestritten die Nummer eins, bis sie im Vorjahr Abschied von der Bühne nahmen. Doch längst hatte sich die Wachablösung angekündigt. Denn jüngere Musiker stehen bereit, um aufzurücken. Neue Anwärter auf den Thron könnten Mànran sein.

Sie steigen aus den wolkenverhangenen Bergen hinab, packen die irische Uillean und die Bagpipe, das Duell der Dudelsäcke hebt an und niemand kann diesen Klängen widerstehen. Die Party hat begonnen. Wer sein Publikum zu schnell in seinen Bann zieht, der muss die Musikanten des Irish Folk Festivals anführen. Die beliebte Konzertreihe geht nun schon seit 46 Jahren in Deutschland auf Tour. Trifft also auf alte Freunde und gewinnt neue. Und besser noch, die Konzertreihe hat an Frische nichts eingebüßt.

Fiedel-Wahnsinn aus Ontario: The Fitzgeralds. Quelle: Morgan Brown

Längst hat das Festival über den irischen Horizont hinausgeblickt. Schließlich leben die keltischen Cousins nicht nur nebenan in Schottland, sondern auch vor der Ostküste Kanadas. Wie The Fitzgeralds. Die zwei keltischen Cousinen Kerry und Julie sowie ihr Bruder Tom haben den Aufruhr in den Augen, die Fiedeln fest in der Hand und ausgelassene Tanzwut in den Füßen. Denn zum außergewöhnlichen Spiel gesellt sich nicht nur ein simpler Hopser, sondern Step-Tanz, wie er ungewöhnlicher nicht ausfallen dürfte. In die wirbelnden Folkweisen des Trios aus der Provinz Ontario mischen sich überdies Bluegrass oder jazzige Nuancen. Dafür holen sie sich öfter einen Gitarristen hinzu. So viel zur Frische im Sound.

Feines Duo aus Limerick: Caroline Keane und Tom Delany. Quelle: Promo

Da wir schon bei Spezialisten sind: Hier kommen Caroline Keane und Tom Delany aus dem Städtchen Limerick. Beide verstehen es, den wohligen Sound von Concertina und irischem Dudelsack aufs zu verknüpfen. Beide lernten von den Besten, oft von Könnern aus den Reihen der irischen Traveller.

Songwriter erster Güte: Barry Kerr. Quelle: Promo

Schließlich wäre da noch Barry Kerr: Der Songwriter, Multi-Instrumentalist und Maler, aufgewachsen in Nordirland, lebt seit einiger Zeit in Dublin. Er wurde und wird gern von Kollegen gecovert. Was doch sehr für die Güte und Substanz seiner Lieder spricht. Vor vier Jahren war Barry, der sich nicht nur der Musiziertradition verpflichtet fühlt, erstmals beim Festival dabei. Nun gibt es ein Wiedersehen, das große Freude bereitet.

Das Konzert:Festivalort ist am Freitag, dem 8. November, um 20 Uhr wiederum die Passionskirche in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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