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18:32 12.10.2019
Markanter Jazz-Star: Dee Dee Bridgewater. Quelle: Mark Higashino
Potsdam

Kommt dieser Tage die Sprache auf relevante Sängerinnen im Jazz, dann ist Dee Dee Bridgewater ein musikalisches Schwergewicht des Genres. Nicht nur, dass sie mehrfach mit dem Grammy geehrt wurde, binnen vier Dekaden ließ sich ihr eindrucksvoller künstlerischer Werdegang, nicht anders lässt es sich sagen, bezeugen.

13. Oktober: Dee Dee Bridgewater

Mal schaute Dee Dee Bridgewater zurück, um mit umwerfenden Versionen ihre Vorgängerinnen zu ehren, beispielsweise Ella Fitzgerald samt Scat-Gesang. Auch dem Material von Größen wie Horace Silver und Duke Ellington näherte sie sich.

Zuletzt ging es ihr um eine Art Heimreise. Dee Dee Bridgewater kehrte zurück nach Memphis Tennessee, wo sie vor 59 Jahren das Licht der Welt erblickte. Wo sie fortwährend von Soul und Rhythm and Blues umarmt wurde. Und wo sie zu singen begann. Ihr Album „Memphis.. Yes, I’m Ready“ ist daher eine einzigartige Verbeugung vor der Vergangenheit. Im Blues zeigt sie sich bissig wie die Gitarren. Die Bläser machen gehörig Druck. Dee Dee Bridgewater spielt alle ihrer vokalen Vorzüge aus. Beim Soul gospelt, wimmert und barmt sie. Zärtlich kann sie klingen, funky oder enorm bestimmend. Ein Genuss.

14. Oktober: Hanne Hukkelberg

Sie ist eine jener Künstlerinnen, deren Aufmerksamkeit sich höchst konzentriert auf Gegenstände des Alltags richtet. Hanne Hukkelberg lauscht den Dingen etwas ab. Hört auf die Geräusche, die sie verursachen. Nimmt sie in sich auf. Dann verwandelt die Sängerin aus Norwegen die Soundfitzelchen in rhythmische Strukturen.

Lässt das Experimentieren nicht: Hanne Hukkelberg Quelle: Promo

Vor inzwischen zwölf Jahren wohnte sie in der Rykestraße 68 in Berlin-Prenzlauer Berg und macht ihre Klangtüftelei bekannt. Wie auch jetzt wieder auf ihrem Album „Birthmark“. Hier vervielfacht Hanne ihre Stimme zu einem Chor. Singt mit sich selbst.

Noch mehr Frauenstimmen

Eine komplizierte Kindheit durchlebte Lisa.Ziemlich viele Nannys lernte die Tochter der gloriosen Nina Simone kennen. Ihre Mutter eher nicht. Nun legte Lisa ihr drittes eigenes Album vor. Das befreit schwingt zwischen besonnenem Soul, dem sie mitunter die Sporen gibt, Pop und fein pulsierendem Reggae. Eine 56-Jährige, die es versteht, die Sounds und ihr Leben in eine Balance zu bringen. Und an den großen Schatten ihrer Mutter braucht man gar nicht erst zu denken.

Lisa Simone: In Need Of Love. Warner.

Ihren Job als Barkeeperin ist sie los.Zum Glück – für uns. Denn Kelsey Waldon kann singen. Sie kennt die Härten des Lebens, die sich in ihren Liedern wiederfinden. Kein Schmus, keinen Firlefanz, keine Zuckerwatte. Die Sängerin aus Kentucky kommt als Vertreterin der rauen Country Music daher. Glaubhaft und zugänglich. Ihre aktuelle Platte spielte sie auf dem Label des Songwriters John Prine ein. Der musste jüngst seinen Auftritt in Deutschland absagen. Daher könnte man sagen: Jetzt warten wir auf das Konzert der beiden.

Kelsey Waldon:White Noise White Lines. Oh Boy Records.

Ihre sparsamen elektronisch britzelnden und klackernden Schöpfungen siedeln immer wieder auch in der Nähe von Soul und R’n’B. Für Hanne keineswegs eine Anbiederung, um Anhänger anderer Genres um sich zu scharen. Vielmehr sind ihre jüngsten Stücke Ausdruck einer famosen Souveränität im Umgang mit den geräuschvollen Mitteln.

Die Konzerte: Dee Dee Bridgewater singt am Sonntag, dem 13. Oktober, um 20 Uhr im Saal der UdK in Berlin-Charlottenburg. Hanne Hukkelberg tritt am Montag, dem 14. Oktober, um 20 Uhr im Monarch in Berlin-Kreuzberg auf.

Von Ralf Thürsam

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