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Kultur Mehr als nur Delta-Magie – Keb Mo in Berlin
Nachrichten Kultur Mehr als nur Delta-Magie – Keb Mo in Berlin
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19:49 28.01.2020
Alter Fuchs im Blues-Geschäft: Keb Mo. Quelle: Promo
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Potsdam

Es bleibt dabei: Keb Mo ist ein weiser alter Magier. Der mehrfache Grammy-Gewinner zeigt auf seinem aktuellen Album „Oklahoma“ erneut seine gewinnende Seite. Dafür schlägt der Songwriter wieder diesen warmen wie familiären Ton an.

Der Blues-Mann, seit Jahrzehnten aktiv, guckt wie selbstverständlich nach rechts und links. Erwärmt sich für eine sanfte Latino-Färbung seiner Songs hier, für eine hinreißende Country-Fiedel dort oder einen fülligen Chor. Nie kommt der Delta-Blues zu kurz. Der Süden der USA ist als prägender Einfluss präsent.

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Vertrauen Sie diesem Mann!Nicht nur, weil Robert Cray schon mehrmals den Grammy einsammelte. Nicht nur, weil der Gitarrist und Sänger mit Legenden wie B.B. King oder Eric Clapton auf vertrautem Fuß steht. Sondern weil dieser Musiker einfach damit weitermacht, die Wurzeln zu wässern, zu hegen und zu pflegen, die seine Songs immer groß machten. Gospel steht neben Soul, ganz selbstverständlich wie Blues und Rhythm ’n’ Blues. Robert Cray, seine Band und – man kann es ruhigen Gewissens sagen – Star-Produzent Steve Jordan haben eine üppig wie kenntnisreich ausgestattete Platte eingespielt. Die neben vier neuen Songs mit Interpretationen von Curtis Mayfield, Bobby „Blue“ Bland und anderen strahlt.

Robert Cray Band:That’s What I Heart. Nozzle/Thirty Tigers/Membran.

Wenn man sich Leadbelly, Run DMC oder die Beastie Boys reinzieht, hat das künstlerische Konsequenzen. Wie bei G. Love, dem Gitarristen aus Philadelphia. Der hatte nie Skrupel, aus Rap, Folk und Blues sein Ding zu formen. Was Keb Mo, sein Label-Kollege, schon vor Jahren erkannte. Man tourte und jetzt produzierte der Blues-Mann der älteren Schule die neue Scheibe von G. Love. Die wurde eine besonders unverkrampfte Mischung der Stil-Bezüge. Veredelt durch Gäste wie Keb Mo, Marcus King oder Slide-Ass Robert Randolph.

G. Love & Special Source:The Juice. Philadelphonic/Thirty Tigers/Membran.

Was Keb Mo da hinlegt, das gelingt nicht vielen. Taj Mahal wäre so ein Weggefährte. Er war übrigens neben Country-Sängerin Rosanne Cash einer der umwerfenden Studiogäste. Beide, der in Los Angeles geborene Keb Mo (68) und Taj Mahal aus Harlem in New York (77), die können unerhört gut miteinander – wie es ihre gemeinsame Platte „TajMo“ vor gerade einmal drei Jahren gezeigt hat. Gerade hat Keb Mo den Grammy für das beste Americana Album eingeheimst. Gratulation!

Das Konzert: Keb Mo und Band treten am Donnerstag, dem 30. Januar, um 20 Uhr im Columbia-Theater in Berlin-Tempelhof auf.

Von Ralf Thürsam