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Kultur Muskel-Männer aus St. Pauli
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19:40 26.02.2020
Drei, die sich etwas Zeit genommen haben, ihren Sound zu finden: Ripe & Ruin. Quelle: Promo
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Potsdam

Hamburg zeigt, wie es geht: Denn Ripe & Ruin, dieses Trio von der Alster, hat einen Plan. Einen ganz gewieften, schließlich gelingt der Band so etwas wie der produktive Brückenschlag von älteren Riff-Konstrukten und Spielauffassungen, die nun einmal im Bluesrock zu finden sind, hinzu Strukturen der Jetztzeit.

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Dafür braucht es dann auch nicht unbedingt ein streng eingehaltenes Zwölftakte-Schema. Vielmehr ist bei Bass-Mann und Sänger Gordon Domnick, Florian Kaninck an der Sechssaiter und Jannis Balzer an den Fellen viel mehr herauszuhören.

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Es ist schon auserlesen, was dieser Däne da auf die Beine stellt. Und damit sind vorderhand nicht diese vielen vortrefflichen Mitmusiker gemeint, die Thorbjorn Risager da an seinen Saiten weiß. Der Gitarrist und Sänger von der Insel Seeland zeigt beträchtlichen Geschmack, was das Soundbild seiner Songs angeht. Der 48-Jährige ist sich immer bewusst, dass Blues nicht nur bedeutet, dass jemand sich geplagt vom Leben traurig an einer Bar hockt. Vielmehr zieht Thorbjorn Risager stets in Betracht, dass Blues Zerstreuung und Vergnügen beim Engtanz verheißt. So hat er diesen trockenen abgehangenen Stil drauf, der sich lässig J.J. Cale nähert, zum anderen karibisches Feeling zulässt. Wie gesagt, erste Klasse, der Mann.

Thorbjorn Risager & The Black Tornado: Come On In. Ruf Records.

Wie die Spuren von Biffy Clyro, Royal Blood, den Red Hot Chili Peppers oder eben Blues und Prog-Rock. Ein weites Feld. Zudem lässt sich erahnen, welch bedeutsame Rollen das gemeinsame Jammen und die gemeinsame Soundsuche spielen. Gerade weil, die einzelnen Bandmitglieder ganz unterschiedlich musikalisch sozialisiert sind. Aus St. Pauli kommt dieser Dreier, der vor Ideen nur so strotzt – und „Everything For Nothing“ heißt sein umwerfend ungestümes und muskulöses Debüt. Nichts daran ist vergebens.

Das Konzert: Ripe & Ruin spielen am Freitag, dem 28. Februar, um 20 Uhr im Blauen Zimmer im Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam