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Nachrichten Kultur Mit dem Guru keinen Film mehr verpassen
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12:52 21.11.2017
Die Gründer von Cinuru Research: Jean-David Herld, Tobias Lohse, Martina Berger, Paulo Ruhrländer und Jannis Funk (v.l.).
Die Gründer von Cinuru Research: Jean-David Herld, Tobias Lohse, Martina Berger, Paulo Ruhrländer und Jannis Funk (v.l.). Quelle: promo
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Potsdam

Der bärtige Herr im Schneidersitz, der einen so freundlich vom Smartphone aus anschaut, heißt Cinuru. „Der Name ist eine Mischung aus Cinema und Guru“, erklärt Martina Berger, die sich die Figur mit vier Mitstreitern ausgedacht hat. Cinuru heißt auch die von ihnen entwickelte dazugehörige App, die den Kinobesuch digitaler und persönlicher machen soll. Seit 1. November ist die App in der Testphase, bislang beteiligen sich bundesweit neun Kinos, auch das Potsdamer Thalia-Kino ist dabei.

„Unser Team besteht aus Kinofans, wir lieben es, Filme auf großer Leinwand zu sehen, doch häufig verpasst man sie. Und dann ärgert man sich“, so Filmuni-Alumni Berger. Die App soll hier Abhilfe schaffen. „Dank Cinuru ist es möglich, Kinobesuche unkompliziert auf dem Smartphone zu planen und Tickets zu buchen.“ Man erfährt nicht nur alles über das Kino, sondern auch das Programm mit dazugehörigen Trailern. Dazu kommen Kurzinhalte zu den Filmen und weitere Informationen über den Regisseur, die Schauspieler und den Drehbuchautoren.

Doch dabei wird es nicht bleiben. Die App soll persönlich werden. „Wir waren in der Produzenten- und Verleiherszene unterwegs, haben sehr viele Gespräche geführt, auch mit Kinobetreibern, um herauszufinden, was sie eigentlich über die Besucher wissen“, erzählt Martina Berger. Dabei hat sich gezeigt, dass der Kinobesucher ein „anonymer Mensch“ sei. „Es fehlt an Möglichkeiten, Filmfans gezielt auf das Programm aufmerksam zu machen. Und das in unserer Zeit, in der jeden Donnerstag immer mehr Filme starten.“

Startup aus Brandenburg

Im April 2017 wurde das Startup Cinuru Research gegründet.

Mit 120 000 Euro wird das Unternehmen durch das Gründerstipendium

Exist des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützt. Außerdem nimmt es teil am Programm „Startbüro Babelsberg“, gefördert von der Investitionsbank des Landes Brandenburg, Medienboard Berlin-Brandenburg,

Filmuniversität und Studio Babelsberg.

Zum Download der App geht es über www.cinuru.com/download. Wer Feedback geben möchte, schreibt an feedback@cinruru.com.

Mit Cinuru ist es möglich, Trailer direkt im Kino zu bewerten. „Es ist ja oft so, dass man im Kino einen Trailer sieht, ihn interessant findet und den Film anschauen möchte. Aber dann vergisst man den Film wieder, weil er erst in einigen Wochen anläuft. Jetzt teile ich Cinuru mit, dass er mich an ihn erinnern soll“. Jeder Ticketkauf und jede Information über seinen Filmgeschmack, die der Nutzer in der App hinterlässt, wird belohnt: Er sammelt Bonuspunkte, für die er mal eine Freikarte, mal eine Einladung zu einer Premiere bekommt. Neben Filmempfehlungen und Erinnerungen an Filmstarts sorgt Cinuru auch dafür, dass man die letzte Vorstellung, ehe der Film aus den Kinos verschwindet, nicht versäumt. Das titelgebende, bärtige Maskottchen wird bei dieser angestrebten Interaktion auch immer mal wieder sein Äußeres verändern.

„Wir veröffentlichen die App in einem sehr frühen Stadium. Uns ist es jetzt wichtig, mit Nutzern in Kontakt zu kommen und von ihnen zu hören, was sie von einer Kino-App noch erwarten“, erklärt Martina Berger, die gemeinsam mit den anderen Cinuru-Gründern ein Büro auf dem Babelsberger Studiogelände bezogen hat. Das fünfköpfige interdisziplinäre Team hat Know-how in der Filmbranche und Erfahrungen in der Softwareentwicklung und der Datenanalyse.

Erste Kinoapp-Kunden könnten bereits gewonnen werden, bis März 2018 soll die Pilotphase mit Marktforschungsaktivitäten dauern, dann wird es richtig losgehen. „Wir sprechen Kinobetreiber in ganz Deutschland an, werden sehr viel herumreisen und telefonieren, um Kunden zu gewinnen.“ Für die Nutzer ist die App kostenlos, die Kinos müssen zahlen. „Uns geht es vor allem auch um Spaß! Der Nutzer soll die App gerne in die Hand nehmen.“

Daniela Zuklic vom Thalia-Kino ist jedenfalls begeistert. „In unserem 100. Jubiläumsjahr werden wir mit Cinuru digital und mobil.“

Von Claudia Palma