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Kultur Potsdamer Produktion „Systemsprenger“ geht ins Oscar-Rennen
Nachrichten Kultur Potsdamer Produktion „Systemsprenger“ geht ins Oscar-Rennen
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18:31 21.08.2019
Helena Zengel in der Titelrolle "Systemsprenger". Quelle: Peter Hartwig/Weydermann Bros/Yunus Roy Imer
Potsdam

Der Film „Systemsprenger“ von Regisseurin Nora Fingscheidt soll im kommenden Jahr für Deutschland den Auslands-Oscar holen. Der Spielfilm wurde am Mittwoch in München als deutscher Kandidat für die Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ gekürt. Dies gab German Films, die Auslands-Vertretung des deutschen Films, am frühen Abend bekannt.

„Wir fühlen uns geehrt und sind dankbar, dass „Systemsprenger“ als deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen geht“, sagte Fingscheidt in einer ersten Reaktion. Der Film sei gerade auf einer weltweiten Festivalreise. „Die überwältigenden Reaktionen des Publikums zeigen: Kino kann einen Dialog zwischen Kulturen herstellen, weil es ums Menschsein geht.“

Vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert

Die Wahl-Berlinerin erzählt darin von der neunjährigen Benni (gespielt von der Berlinerin Helena Zengel), die sich nirgendwo einfügen kann, aggressiv ist und ihre Pflegefamilien zur Verzweiflung treibt. Das Jugend-Drama, das ab 19. September offiziell im Kino läuft, wurde von dem Babelsberger Peter Hartwig produziert und vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert.

Hartwig sagte der MAZ: „An so einen möglichen Erfolg denkt man beim Drehen nicht, sonst verkrampft die Arbeit. Es ist wichtig, den Film mit dem Herzen zu machen – der Rest ergibt sich.“ Er glaubt, „die Themen Familie und Kinder sind derzeit überall zu finden, jeder redet darüber, das könnte ein Erfolgsrezept des Filmes sein.“ Einen Sekt wird er auf die freudige Nachricht trotzdem nicht trinken, „denn ich lebe derzeit alkoholfrei.“

„Systemsprenger“ feierte bei der Berlinale 2019 Premiere und wurde dort mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet. Dieser Silberne Bär ist nach dem ersten Leiter des Berliner Filmfestivals benannt und wird an Filme verliehen, die neue Perspektiven der Filmkunst eröffnen.

Finale Entscheidung im Januar 2020

Die Oscar-Akademie wählt im Januar 2020 fünf der ausländischen Bewerber-Filme aus, die offiziell für den Oscar in der Auslands-Kategorie nominiert werden. Sieben Filme standen auf der Bewerber-Liste für den deutschen Oscar-Kandidaten - darunter die Hape-Kerkeling-Biografie „Der Junge muss an die frische Luft“ von Regisseurin Caroline Link sowie „Lara“ von Jan-Ole Gerster.

Link hat den Oscar bereits einmal gewonnen - 2003 für ihren Film „Nirgendwo in Afrika“. Außer ihr schafften das für Deutschland nur Volker Schlöndorff mit „Die Blechtrommel“ (1980) und Florian Henckel von Donnersmarck mit „Das Leben der Anderen“ (2007).

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Von MAZonline/dpa

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