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Kultur Zwischen Wiederaufbau und Ideologie: Das waren Potsdams Oberbürgermeister nach 1945
Nachrichten Kultur

Potsdamer Oberbürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg: Stadtschloss, Sanssouci, sozialistische Stadt, Mauerbau

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19:50 17.10.2020
Nach dem Weltkrieg begann der Wiederaufbau Potsdams – doch die Sozialisten wollten einen neuen Geist in der alten Residenzstadt. Quelle: Stadtarchiv/Herbert Dörries
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Potsdam

Ein Sprungbrett – so sehen politisch Interessierte heute gern das Amt des Potsdamer Oberbürgermeisters. Eher ein Schleudersitz war es nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein existenziell gefährlicher dazu. MAZ-Autor Frank Starke hat nachgeforscht, wer die drei ersten Männer auf diesem Posten in den Jahren nach Kriegsende waren (Frauen waren zunächst nicht dabei). Sie alle wurden zerrieben zwischen den realen Nöten, dem historischen Erbe und den neuen sozialistischen Ansprüchen. Wir haben sie in einer kleinen Serie porträtiert.

Eine Zeit der stalinistischen Umwälzung

Wie ist diese Zeit einzuordnen? Was war entscheidend für eine politische Karriere? Was wurde Menschen an der kommunalen Spitze zum Verhängnis? Die Sowjets und später die SED zogen Potsdam ihre Ideologie auf und hatten der alten Bürgerlichkeit der Residenzstadt den Kampf angesagt. Und sie waren nicht zimperlich. Einige Oppositionelle bezahlten sogar mit ihrem Leben für die eigene politische Überzeugung.

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Lesen Sie dazu: Stalinistischer Terror gegen die bürgerliche Opposition

Walter Paul, Oberbürgermeister von Potsdam 1945-51. Quelle: Stadtarchiv

Der Kommunist, der stets aneckte

Walter Paul (1945-51) wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht eingesetzt – weil russische Zwangsarbeiter ihn gelobt hatten. Er war zwar Kommunist und ein Vertrauter der Kommandantur, doch bei den lokalren Parteifunktionären eckte er immer wieder an – etwa als er verbot, Bäume im Park Sanssouci zu schlagen. Es war ein Machtpoker mit ungleichen Mitteln. Pauls Leben vollzog danach so manche Wende.

Lesen Sie dazu: Walter Paul war Potsdamer Oberbürgermeister – und musste fliehen

Kurt Promnitz, Oberbürgermeister von Potsdam 1951-1957. Quelle: Stadtarchiv/Herbert Dörries

Der Mann, der das Stadtschloss retten wollte

Kurt Promnitz (1951-57) war dann das erste Beispiel dafür, wie die SED einen in Potsdam völlig unbekannten Funktionär auf den Posten des Oberbürgermeisters hievte. Ein zentrales Thema seiner Zeit ist der Umgang mit dem Stadtschloss. Er startete den letzten Anlauf für einen Wiederaufbau, wollte gar eine Städtepartnerschaft mit Hannover. Das ging den wachsamen Parteioberen zu weit.

Lesen Sie dazu: Oberbürgermeister Promnitz: letzter Versuch zur Rettung des Potsdamer Stadtschlosses

Willy Rescher, Oberbürgermeister von Potsdam 1957 - 1961. Quelle: Herbert Dörries/Stadtarchiv Potsdam

Der Kämpfer für eine sozialistische Stadt

Willi Rescher (1957-61) folgte von Beginn an dem ideologischen Traum von Potsdam als sozialistischer Stadt. Der alte Geist von Potsdam sollte ausgetrieben werden. In Reschers Amtszeit fiel sowohl die Sprengung des Stadtschlosses, angeordnet von der Staats- und Parteispitze, als auch der Aufbau von Pirschheide zum neuen Hauptbahnhof der Stadt. Dann kam der Mauerbau – und auf ihn folgte Reschers Fall.

Lesen Sie dazu: Oberbürgermeister Rescher lässt das Stadtschloss sprengen und fällt mit dem Mauerbau

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Von Alexander Engels