Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Preis der Leipziger Buchmesse 2019: Das sind die Nominierten
Nachrichten Kultur Preis der Leipziger Buchmesse 2019: Das sind die Nominierten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:48 14.02.2019
Dieses riesige Plakat mit Büchern dekorierte die Leipziger Buchmesse 2018. Nun wurden die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 bekanntgegeben. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Leipzig

Diese nominierten Bücher bilden das perfekte Lektürepaket für eine Urlaub auf der Insel. Auf einer belebten Insel. In der Gegenwart. Gestern hat die Jury ihre 15 Kandidaten für den Preis der Leipziger Buchmesse bekanntgegeben, der in drei Kategorien vergeben wird: Belletristik, Sachbuch/Essay sowie Übersetzung.

Für den tschechischen Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor Jaroslav Rudiš bedeutet das, dass er es gleich mit seinem ersten auf Deutsch verfassten Roman auf die Liste geschafft hat. „Winterbergs letzte Reise“ erscheint am 25. Februar und erzählt die Geschichte eines Altenpflegers, der im Böhmerwald geboren wurde und seit den 80ern in Berlin lebt. Eine letzte Reise mit einem seiner Patienten führt beide durch die Geschichte Mitteleuropas. Tschechien ist in diesem Jahr Messe-Gastland.

Der Preis der Leipziger Buchmesse: Die Nominierten schreiben über das Leben in der Stadt

Berlin ist Handlungsort der Romane von Anke Stelling und Matthias Nawrat. In „Schäfchen im Trockenen“ kreist Stelling um steigende Hauptstadtmieten und sinkenden Zusammenhalt. Resi, die Heldin, klärt ihre Kinder auf über eine Ankunft im Alltag, die Ankunft am (Stadt)Rand ist – jenseits aller Versprechungen. Plätze in der Stadt und mehr noch im Leben besucht in Matthias Nawrats „Der traurige Gast“ ein Ich-Erzähler, der – wie der Autor – aus dem polnischen Opole stammt. Er streift durch Berlin, kommt ins Gespräch und manchem näher, auch dem Elend. Dabei geht es um nicht weniger als Leben und Tod.

„Die großen Themen der Literatur bleiben über die Jahrhunderte ähnlich“, sagt der neue Jury-Chef Jens Bisky: „Liebe, Gewalt, Enttäuschungen, Hoffnungen“. Ihm sei es wichtig, „die verschiedenen Handschriften zur Geltung zu bringen, die es auf dem Buchmarkt gibt“. Er habe das Gefühl, „dass wesentliche Debatten immer noch anhand von Büchern geführt werden“. Über den ebenfalls nominierten Roman „Die Geschichte der Frau“ von Feridun Zaimoglu, vom Verlag als feministisches Manifest angekündigt, sagt die Jury, er finde die hinter den Stimmen der Männer verborgenen Frauen und sei dabei „sprach- und bildmächtig und zugleich voll zarter Empathie“.

„Babel“ ist eine Zeitreise zur Ausgrabung Babylons

Mit ihrem Roman-Debüt ist Kenah Cusanit nominiert: In ihrer Ideen- und Zeitgeschichte „Babel“ erzählt die Altorientalistin und Ethnologin, die bisher Essays und Gedichte veröffentlicht hat, die Geschichte des Archäologen Robert Koldewey, der im Jahr 1913 bei Bagdad die Ausgrabungen des alten Babylons leitete.

Der mit insgesamt 60 000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse wird seit 2005 vergeben, im vergangenen Jahr ging er an Esther Kinsky, Karl Schlögel sowie Sabine Stöhr und Juri Durkot.

Die Preisträger werden am ersten Buchmesse-Tag bekanntgegeben: 21. März, 16 Uhr, in der Glashalle auf dem Leipziger Messegelände. Die Leipziger Buchmesse zeigt die Preisvergabe auch im Livestream.

Nominierte der Leipziger Buchmesse gehen auf Lesereise

Auch in diesem Jahr können Leser die nominierten Autorinnen und Autoren vor der Buchmesse erleben. Die Nominierten in der Kategorie Belletristik präsentieren sich bereits am 22. Februar im Schauspiel Leipzig und am 23. Februar im Literaturhaus Halle/Saale. Die Nominierten der Kategorie Übersetzung erleben Besucher am 1. März im LCB Berlin. Danach stellen sich noch einmal die Belletristik-Nominierten am 5. März im Literaturhaus Hamburg vor. Den Vorstellungsreigen schließen am 13. März die Nominierten für Sachbuch und Essay im Literaturhaus Köln.

Die Belletristik-Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019:

Kenah Cusanit: „Babel“

Matthias Nawrat: „Der traurige Gast“

Jaroslav Rudiš: „Winterbergs letzte Reise“

Anke Stelling: „Schäfchen im Trockenen“

Feridun Zaimoglu: „Die Geschichte der Frau“

Die Nominierten in der Kategorie Sachbuch/Essayistik für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019:

Frank Biess: „Republik der Angst. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik“

Harald Jähner: „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955“

Marko Martin: „Das Haus in Habana. Ein Rapport“

Lothar Müller: „Freuds Dinge . Der DiWan, die Apollokerzen & die Seele im technischen Zeitalter“

Kia Vahland: „Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine Künstlerbiographie“

Die Nominierten in der Kategorie Übersetzung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019:

Georg Aescht: übersetzte aus dem Rumänischen: „Der Wald der Gehenkten“ von Liviu Rebreanu

Susanne Lange: übersetzte aus dem Spanischen: „Gringo Champ“ von Aura Xilonen

Timea Tankó: übersetzten aus dem Ungarischen: „Löwenchor“ von György Dragomán

Karin Uttendörfer: übersetzte aus dem Französischen: „Tierreich“ von Jean-Baptiste Del Amo

Eva Ruth Wemme: übersetzte aus dem Rumänischen: „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adameşteanu

Von Janina Fleischer

Das Thema „Familie“ auf der Berlinale: Drei Regisseurinnen begeben sich mit ihren Filmen „Ich war Zuhause, aber“, „Der Boden unter den Füßen“ und „Systemsprenger“ auf die Suche nach sozialem Zusammenhalt

14.02.2019

Der Oscarpreisträger und Americana-Songwriter Ryan Bingham singt auf seinem neuen Album „American Love Song“ (erscheint am 15. Februar) Lieder für ein verschwundenes Land. Und kommt Ende April für drei Konzerte nach Deutschland.

14.02.2019

Als derangierte Ordnungshüterin und Rächerin ist Nicole Kidman in „Destroyer“ (Kinostart am 14. März) kaum zu erkennen.

27.02.2019