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Kultur Radau und Ruhe – schmissig und schlüssig
Nachrichten Kultur Radau und Ruhe – schmissig und schlüssig
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08:50 28.03.2017
Mit Schmiss: Navarone aus den Niederlanden. Quelle: Promo
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Potsdam

Dort drüben liegen die Niederlande. Und kurz hinterm Rhein liegt Nijmegen. Navarone setzen das Städtchen aus dem Gelderland mit einigem Nachdruck auf die musikalische Landkarte. Die Band verursacht enorme Schwingungen. Das verspricht schon der Titel ihres neuen Albums „Oszillation“. Der Fünfer lässt seine Stücke um ein schweres Zentrum kreisen. Um einen hartrockigen Kern, den Elemente aus Glam, alternativen und progressiven Gefilden umgeben. Gelegentlich gibt es Kollisionen, bewusst herbeigeführt natürlich. Neben hart, geht immer, gibt es akustisch-zart – nicht minder überzeugend. Zuschlagen und Zupfen. Beides passt. Bisweilen laufen die Jungs samt Streichern, analogen Tasteninstrumenten und perfekten Gesangsharmonien zu großartig gestalteter Form auf. Zu sechs wunderbar gestalteten Minuten sogar. Intensiv-Kehlchen Merijn van Haren steigert sich stimmlich enorm und möchte mal Robert Plant sein. Das kann eigentlich niemand. Allein der Versuch ist mehr als löblich. Wie gesagt: Navarone beherrschen Radau und Ruhe.

Mit viel Überblick: Monster Truck aus Kanada. Quelle: Matt Barnes

Sie haben sich nie gescheut, sich in mit den Kollegen zu messen. Und bei ihrem Plattenlabel Mascot Records stoßen Monster Truck auf so einige schwere Kaliber, darunter Joe Bonamassa oder Black Label Society. Das schert die Kanadier aber einen feuchten Kehricht. Denn der Vierer aus Hamilton/Ontario ist längst mächtig ins Rollen gekommen. Was ihr aktuelles Album „Sittin‘ Heavy“ mit jedem Ton auf Schönste bestätigt. Was an der kompetenten groovenden Melange aus Stoner-Rock, Sludge und sogar Südstaaten-Rock liegt. Die Jungs klingen schmissig und schlüssig. Sie sind groß, monströs und gut motorisiert wie ein Monster-Truck. Stadion-Reife haben sie längst erlangt. Jetzt kann man sie noch aml im kleinen Rahmen genießen – bald auf Abschiedstour mit den unsterblichen Deep Purple.

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Mit Bart: Horisont aus Schweden. Quelle: Promo

Gerade haben auch Horisont frisches Hörmaterial vorgelegt. Wurde ja auch Zeit, höchste Zeit sogar. Die Schweden im Allgemeinen kennen ja keine Mangel an Bands, die späten Sechziger und Siebziger verehren. Jene Zeit, als der Rock ‘n‘ Roll explodierte. Und seine Bestandteile in vielfarbigen Kombinationen aufgingen. Für Horisont aus Göteborg gilt, dass sie die beiden goldenen Dekaden tief verinnerlicht haben. Wie auf ihrer jüngsten Platte „About Time“. Hardrock mit speziellen Zutaten: Riffs, immer hart in der Sache. Sinn für Dramaturgie von heulenden E-Gitarren, fiepender Orgel, die – ganz progressiv - Signale aus dem All sendet, und gut dosiertem, in die Höhe sich katapultierendem Gesang. Keine gefällige Reto-Schau. Vielmehr nimmt sich das Quintett der glorreichen Ära an und hält sie mit cleveren, neuen Entwürfen und Übersicht im 21. Jahrhundert quicklebendig.

Die Konzerttermine: Navarone spielen am Freitag, dem 30. März, um 20 Uhr im Sage Club in Berlin-Mitte.

Monster Truck treten am Samstag, dem 1. April, um 20 Uhr im Columbia-Theater in Berlin-Kreuzberg auf.

Horisont gastieren am Freitag, 30. März, um 19 Uhr im Privatclub in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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