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Kultur Metal-Helden und Cello-Power – im Januar
Nachrichten Kultur Metal-Helden und Cello-Power – im Januar
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19:30 24.01.2020
Schlimme Nachrichten von der Front: Sabaton. Quelle: Promo
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Potsdam

Kriegerische Auseinandersetzungen sind seit jeher die Quellen, aus denen Sabaton aus Schweden seit Jahren schon schöpfen, um ihre schließlich Schlachten auf den Metal-Bühnen dieser Welt auszutragen. Mit dem Konzeptalbum „The Great War“ hat der Fünfer aus Falun zuletzt 2019 den Ersten Weltkrieg mit Tanks, Gasangriffen, Luftkampf, Massensterben in den Schützengräben behandelt – 100 Jahre nach Abschluss des Versailler Vertrags.

Die Verwüstungen, die dieser Krieg mit den Menschen und der Landschaft in Europa anrichtete, sind nur schwer zu fassen. Sabaton schmettert Helden-Stücke über den Roten Baron oder Lawrence von Arabien. Glorie, die keine ist. Ein Kontinent im Taumel.

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Elegischer Abgesang auf die moderne Welt: Apocalyptica. Quelle: Promo

Mit auf diesem Konzert dabei sind zudem Apocalyptica. Auf ihrer aktuellen Scheibe „Cell-O“ haben die famosen Finnen auf die gesangliche Unterstützung großartiger Gäste verzichtet. Diesmal. Das Quartett – die Herren kennen sich seit ihrem Besuch der Sibelius-Akademie – dringt mit der instrumentalen Cello-Kraft seiner Saiten plus Schlagzeugwucht in neue Sphären vor – steht plötzlich sogar vor der Asche dieser Welt.

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Felsenfestes Bekenntnis gleich am Start: Mystic Prophecy aus dem Unterallgäu lassen sich nicht bekehren. Der Fünfer bleibt – da gibt es kein Vertun - Teil der stählernen Bewegung, bleibt Metal Division. Mit allem Drum und Dran. Schonungslos feuert die Truppe um Kehle Robert Dimitri Liapakis eine Böllern nach dem anderen ab. Fegt krachend zur Seite, was den Marsch im Wege steht. Ein Freudenfest für Anhänger von True und Melodic Metal. Gewaltig.

Mystic Prophecy: Metal Division: ROAR!/Soulfood.

Dyscordia holen zu ihrem dritten Schlag aus:Die Band aus Westflandern bewegt sich souverän auf jenem Terrain, das noch metallisch heftig und doch melodiös besetzt ist und trotzdem progressive Bereiche zulässt. Klargesang und Growls prächtig aufeinander abgestimmt. Vielstimmigkeit als eindeutiges Plus im Gesamtbild. Keyboards effektiv einbezogen. Dazu entlädt sich das Riff-Gewitter. Belgier – brachial und bis gefällig.

Dyscordia:Delete/Rewrite. Road Mark/H’art.

Eben noch in Trümmern regt sich bald neues Leben. Todtraurige, elegische Momente wechseln sich ab mit forciertem Tempo und Trash-Riffen. Apocalyptica, denen das Verdienst zukommt, die Schönheit der Stücke von Metallica von der Klassik her entdeckt zu haben, schreiten aus. Die Visualisierungen ihrer jüngsten Stücke sind nur eine Sicht auf die Welt.

Das Konzert: Sabaton, Apocalyptica und Amaranthe spielen am Sonnabend, dem 25. Januar, um 19 Uhr in der Max-Schmeling-Halle in Berlin-Prenzlauer Berg.

Von Ralf Thürsam