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Kultur Säbelrasseln, Schmelz und Walzerseligkeit
Nachrichten Kultur Säbelrasseln, Schmelz und Walzerseligkeit
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19:44 23.06.2013
Mit gutem Zwirn und steifem Hut: Der Zigeunerbaron Sándor Barinkay (Karo Chatchaturyan) kehrt zurück zu den Damen. Quelle: GEISLER
RHEINSBERG

Bereits zum vierten Mal hintereinander beginnt das Festival mit einer halbszenisch aufgeführten Operette. Wobei die Musikwissenschaft ja streitet, ob „Der Zigeunerbaron“ nun noch Operette oder schon Oper ist. Egal. Die Opernbühnen hat das musikalisch höchst anspruchsvolle Werk sowieso erobert – und nun auch die Rheinsberger Festivalbühne.

Unter den Kolonnaden des Schlosshofes singt der KonzertChor Braunschweig schwungvoll vom Blatt, davor ist das Staats orchester Braunschweig – langjähriger Kooperationspartner der Kammeroper – platziert. Die Sänger agieren auf einem fast die ganze Hofbreite einnehmenden schmalen Laufsteg im Rücken des Dirigenten. Das ist schon eine recht ungewöhnliche Bühnenkonstellation. Umso mehr Lob gebührt Georg Menskes, der genreerfahren alles bestens zusammenhält, das Orchester in walzerseligen und schwelgerischen Klängen aufspielen und die Sänger behutsam begleiten lässt. In der speziellen Rheinsberger Fassung sind die Dialoge gestrichen. Die Handlung (Text Eika Herlyn) wird vom königlichen Kommissär und Sittenhüter Conte Carnero erzählt. Daniel Hellmann meistert diese Aufgabe mit Witz und Charme und lässt in seinen Gesangsnummern einen wohlklingenden Bariton hören. Die „feine Gesellschaft“ trägt guten Zwirn und steife Hüte, die Zigeunerinnen – Saffi, die noch nicht weiß, dass sie eigentlich eine Fürstin ist, und ihre Pflegemutter, die alte Czipra – haben ein eher wildes Aussehen, wie es das Klischee eben verlangt (Kostüme Martien Withoot). So weiß man schon bald, dass es hier nicht nur um die Liebe, sondern auch um Standesdünkel geht.

Mit der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß startet die Kammeroper Schloss Rheinsberg in die Spielzeit 2013. Die Premiere der halbszenischen Aufführung in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Braunschweig war am Sonnabend, dem 22.Juni.

Manchmal erstarren die Protagonisten in einer Pose, während die Handlung weiter erzählt wird oder sie regen sich herrlich affektiert über die jeweils andere Seite auf (Regie: Detlef Soelter). Der Zigeunerbaron Sándor Barinkay – mit schönem Timbre und tenoralem Schmelz von Karo Chatchaturyan gesungen – und Saffi (temperamentvoll: Mine Yücel) dürfen erst nach viel Säbelrasseln und einem weiteren Krieg zusammenkommen. Hier nämlich hat sich der Baron der Zigeuner dann den richtigen Adelstitel erkämpft. Auch das zweite Paar – Arsena (Marija Mitic sehr überzeugend mit gut geführtem Sopran) und Ottokar (Karol Lizak) – bekommt natürlich sein Happy End.

Das Publikum erwartet die bekannten Melodien und wird nicht enttäuscht, wenn Kong Seok Choi stimmgewaltig das Auftrittslied des Zsupán „Ja, das Schreiben und das Lesen ist nie mein Fach gewesen“ anstimmt, wenn Barinkay und Saffi in ihrem Liebesduett „Wer uns getraut“ inniglich versinken oder sich zusammen mit Czipra (als Gast: Veronika Waldner) im „Schatzwalzer“-Takt wiegen. Byeong-in Park als Graf Homonay und Laura Atkinson als wunderbar zickige Gouvernante Mirabella komplettieren das spielfreudige Ensemble, das zu Recht vom Publikum gefeiert wird.

Bereits am Sonntagmorgen gab es die zweite Veranstaltung des diesjährigen Festivals. Bei der Matinee im ebenfalls ausverkauften Schlosstheater stellte sich das Ensemble „Der Barbier von Sevilla“ mit Arien und Duetten aus Opern von Bizet bis Verdi vor. Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla“ wird am 19. Juli Premiere im Schlosshof haben. Doch zuvor gibt es dort am 27., 28. und 29. Juni die Operngala-Abende.

Von Jana Mai

Karten: Tourist-Info Rheinsberg, 033931/34940, www.kammeroper-schloss-rheinsberg.de

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