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Kultur Sebastian Winkels stellt seine Doku „Talking Money“ im Potsdamer Thalia-Kino vor
Nachrichten Kultur Sebastian Winkels stellt seine Doku „Talking Money“ im Potsdamer Thalia-Kino vor
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14:53 28.05.2019
Tochter und Vater im Gespräch in einer Bank in Benin: Szene aus dem Film „Talking Money“. Quelle: Foto: Solo Film
Potsdam

Wer schon einmal in einer Bank einen Kredit beantragt hat, kennt die unangenehme Situation. Als Kunde muss man sich gut verkaufen, seriös auftreten, um den Berater von der eigenen Kreditwürdigkeit zu überzeugen. Ähnlich ging es auch dem Filmemacher Sebastian Winkels vor rund sechs Jahren. „ Ich fühlte mich wie nackt, denn es ist schon eine sehr intime Situation, in der man angehalten wird, sich zu präsentieren. Die Performance, die ich dabei ablieferte, kam mir anschließend ganz fremd vor. Und vor allem spürte ich die Macht, die an diesem Tisch herrscht“, erzählt der 1968 in Kleve Geborene.

Aus dieser Erfahrung entstand schließlich die Idee für die Dokumentation „Talking Money“, in der der Absolvent der Babelsberger Filmhochschule in acht Ländern rund um den Globus Gespräche zwischen Kunden und Bankangestellten gefilmt hat.

180 Geldhäuser angefragt

Das Schwierigste an dem Projekt war, Drehgenehmigungen von den Banken zu bekommen. 180 Geldhäuser weltweit hat Winkels angeschrieben, die meisten antworteten gar nicht, von anderen kamen reflexartig Absagen. Eine Kamera im Haus, die alles beobachtete, war den Bankern offensichtlich unbehaglich. „Ich bin davon überzeugt, dass es einfacher ist, eine Bank auszurauben, als in ihr zu drehen,“ so Winkels. Am Ende, nach oft jahrelanger Wartezeit, willigten acht Banken ein. Auch in Deutschland sei es ein harter Kampf gewesen. „Mit der Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam sind wir ins Gespräch gekommen. Wir haben erklärt, dass wir ja keine Journalisten sind, die Skandale aufdecken wollen.“ Die Mittelbrandenburgische Sparkasse ließ den Blick hinter die Spiegelfassade zu und Sebastian Winkels und sein Team drehten eine Woche lang in der Babelsberger Filiale. „Am ersten Tag haben wir uns – wie bei allen anderen Banken weltweit auch – die Räumlichkeiten angeschaut und die Berater kennengelernt. Ab dem zweiten Tag saßen wir in der Lobby. Wenn jemand kam, haben wir uns vorgestellt und das Projekt erklärt.“ Der junge Handwerker David Krautzig stimmte dem Dreh zu. Und wir lernen in der offenherzigen Szene einiges über Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Der pakistanische Geschäftsmann wird hofiert

Überhaupt spielen sich in vielen Einstellungen, in denen die Kamera stets über die Schulter des Bankers auf die Kundschaft blickt, kleine, oft existenzielle Dramen ab. Da ist die bolivianische Zitronenverkäuferin, die sich einen 500-Dollar-Kredit wünscht, aber den Umsatz ihrer Geschäfte nicht ausrechnen kann und dies dem Gegenüber überlässt. Fraglich, ob sie es schafft, die verlangten Bilanzen vorzulegen. Der pakistanische Geschäftsmann dagegen wird hofiert und am Ende des Gesprächs über ein Darlehen sogar noch mit Geschenken bedacht. Der Kunde in Georgien hat bereits mehrere Kredite laufen, um sich ein Auto zu leisten. Dabei stellt sich heraus, dass die Darlehen teilweise unter anderem Namen verbucht sind.

Die Macht des Geldes

„Talking Money“ ist ebenso unterhaltsam wie fesselnd. Der eigentlich so abstrakte Begriff von der Macht des Geldes bekommt hier etwas Handfestes. Und gräbt sich tief in die Magengrube.

Sebastian Winkels mit „Talking Money“ im Potsdamer Thalia-Kino, 29. Mai, 20 Uhr. Info: 0331/74370 70

Von Claudia Palma

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