Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur So war das Konzert von Bilderbuch in Berlin
Nachrichten Kultur So war das Konzert von Bilderbuch in Berlin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:46 19.04.2019
Maurice Ernst (l) und Peter Horazdovsky der österreichischen Band Bilderbuch geben auf der Bühne immer Vollgas (Archivbild). Quelle: dpa/Peter Klaunzer
Berlin

Bilderbuch starteten als von Kings of Leon und Franz Ferdinand inspirierte Indiepop-Band gestartet. Mittlerweile ist ihre Kombination aus Funk, Rock und R’n’B selbst so inspirierend, dass die Österreicher sich – auch beim Konzert in der Berliner Columbiahalle – ganz auf ihre Stärken verlassen. Und wer bei der Austropop-Party neben all dem Spaß auch ein politisches Bekenntnis erwartet, der wird auf der Bühne durch ein dekoratives Element fündig.

Wie waren Bilderbuch drauf?

Berlin ist für die Band aus Österreich inzwischen zur zweiten Heimat geworden. Dementsprechend souverän treten die Wiener auf und erlauben sich auch Experimente, allerlei Funk-Soli sowie viele neue Songs. Sobald es zäh zu werden droht, schütteln sie Hits wie „Baba“ oder „Maschin“ aus dem Ärmel.

Wie waren Sound und Bühne?

Bilderbuch haben die Bühne in ihr eigenes Universum verwandelt. An der Decke hängt ein Planet, auf dem Schlagzeug-Podest stehen Lavalampen. Ganz wichtiges Detail der Dekoration: die gelben Sterne, die angeordnet sind wie auf der EU-Flagge. Kurzum: Bühnenschmuck als Bekenntnis zu Europa. Dass von den gesungenen Bekenntnissen hingegen nicht jedes Wort zu verstehen ist, liegt an der Art von Maurice Ernst, mit Betonungen zu spielen, manche Wörter zu verschlucken und englische Begriffe einfließen zu lassen. „Die deutsche Sprache ist bis heute mein Gegner“, hat er mal gesagt. An diesem Abend aber gewinnt er den Kampf.

Wie war die Stimmung im Publikum?

Spätestens mit dem schon früh gespielten Megahit „Bungalow“ steigert sich die Stimmung in der ausverkauften Columbiahalle steil in Richtung Ekstase. Zwei Konzerte in zwei Tagen hintereinander in demselben nicht gerade winzigen Saal sprechen für sich. Der Hype des Austro-Pop kennt kein Ende.

Was waren die besonderen Momente der Show?

„Maschin“ ist und bleibt der Abräumer bei jedem Bilderbuch-Konzert. Ein songgewordenes Ungetüm, das von Sänger Maurice Ernst herrlich unbescheiden zelebriert wird. Er überlässt den 3500 Fans größtenteils das Singen, markiert den Stadionrocker und reckt die Hühnerbrust stolz nach vorne. Schließlich ist auch der Text des Songs eine Art Proll-Parodie: „Willst du meine Frau werden / Kauf' ich uns ein Haus aus gold'nem Perlmutt.“

Wie waren Sound und Bühne??

Trotz aller Experimentierlust gelingt den funkverliebten Wienern ein Party-Konzert, das Pop im besten Sinne bietet. Voller Anspielungen – etwa auf Prince – und doch ganz und gar eigen. Bilderbuch sind die wandelbarste Austropop-Band, sie bleiben durch Spielfreude und Eigenwilligkeit erfolgreich. Ein überzeugendes Konzert.

 

Von Maurice Wojach

Im Potsdamer Bildungsforum zeigt der Schriftsteller und Fotograf Detlef Bluhm seine Fotos aus den Jahren 1990/91, als niemand wusste, ob sich Geld verdienen lässt mit Literatur – seine Bilder alter Buchläden sind anrührend, aber nicht sentimental.

22.04.2019

Zweimal hat Jeff Aug es bereits ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. In der Kategorie „Die meisten Konzerte, die binnen 24 Stunden in verschiedenen Ländern absolviert wurden“. Als Chef von Ape Shifter spielt der Amerikaner schnell, brutal und exzellent Gitarre.

18.04.2019

Fast ein Jahr nach dem überraschenden Tod von Demba Nabé haben die beiden Jungs von Seeed eine neue Single mit Musikvideo herausgebracht – eine Hommage an ihren verstorbenen Bandkollegen.

18.04.2019