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Kultur Stefan Gwildis in Potsdam
Nachrichten Kultur Stefan Gwildis in Potsdam
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18:49 28.04.2017
Singt gern für seine Gemeinde: Stefan Gwildis.
Singt gern für seine Gemeinde: Stefan Gwildis. Quelle: foto: Ludewig
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Potsdam

Er bleibt der ewige Geheimtipp der Deutschrockpoeten, erste Generation. Dabei kann Stefan Gwildis (58) besser singen als Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen zusammen. Der Sohn eines Reifenhändlers und einer Hutmacherin versteht sich auf Funk, Soul, Swing, Jazz und Blues. Der Lokalpatriot aus Hamburg tritt mit einer klassischen Rockband auf: Gitarre, Bass, Keyboard, Schlagzeug. Einen echten Hit in den Charts hat er nie gelandet.

Der Potsdamer Nikolaisaal ist am Donnerstagabend bei weitem nicht ausverkauft. Das Konzert beginnt kurios. Gwildis ist noch nicht einmal in der Bühnenmitte angelangt, da bindet er das Publikum schon in einen Wechselgesang ein. Und als er nach dem ersten Liedtitel ruft „Kommt raus aus der Kiste, wir wollen tanzen!“, lassen seine Fünfundfünfzig-plus-Fans die beblümten Klappsitze hochschnellen und klatschen begeistert mit. Wohlgemerkt auf Zwei und Vier, was ja den Sexappeal schwarzer Musik ausmacht. „Die ganze Gemeinde kann sich wieder setzen“, sagt Gwildis dann ironisch und spricht sein Publikum wie im Gospelgottesdienst mit „Brüder und Schwestern“ an. Zwischendurch stößt er immer mal wieder ein rhetorisches „Halleluja!“ aus.

Dabei wirkt der Mann im dunklen Anzug sogar seltsam hüftsteif, wenn er von einer zur anderen Seite läuft. Wie in einer Show in den 1970ern kämpft er mit einer langen Mikrofonschnur oder schlägt auf ein Tamburin. Er singt weder geölt noch kantig, aber facettenreich und setzt sich nicht eitel in Szene. Er tritt in Landgasthöfen, Kleinstadttheatern und Kulturwerften auf und genießt es, wenn er mit Scatgesang-Einlagen beim Publikum gut landet. „Das macht Spaß mit Euch, das erlebt man auch nicht überall“, freut er sich über das interaktiv und positiv gestimmte Potsdamer Publikum.

Von Karim Saab

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