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Kultur Streit um Punkfestival „Resist to Exist“ wird vor Gericht entschieden
Nachrichten Kultur Streit um Punkfestival „Resist to Exist“ wird vor Gericht entschieden
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17:09 24.07.2019
Ob „Resist to Exist“ auch 2019 in Kremmen stattfindet, ist unklar. Quelle: privat
Kremmen

Eigentlich soll vom 2. bis 4. August in Kremmen wieder das Punkfestival „Resist to Exist“ stattfinden. Nur neun Tage davor ist jedoch immer noch nicht klar, ob es wirklich über die Bühne gehen kann.

In diesen Tagen muss das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg über eine Ordnungsverfügung des Bauamtes des Landkreises Oberhavel entscheiden. Darin wird den Veranstaltern des Events verboten, landwirtschaftliche Gebäude umzunutzen sowie Zäune oder Zelte aufzustellen. Diese Verbote würden zum Aus für das jährliche Punk-Event führen.

Streit schwelt seit 2018

Der Streit schwelt schon seit mehr als einem Jahr. Schon im Frühjahr 2018 hatte es Verhandlungen mit der Oranienburger Baubehörde gegeben – damals war noch davon die Rede, für das Event einen Bebauungsplan aufzustellen. Tatsächlich hatte sich der veranstaltende Verein „Alternati“ damit befasst. „Es stellte sich aber heraus, dass wir gar nicht wussten, was eigentlich in diesem Bebauungsplan drinstehen soll“, so Wolfgang Kunwald, der technische Leiter des Festivals. 2018 konnten sich Verein und Landkreises dennoch auf eine Ausnahmeregelung für die Veranstaltung einigen.

Unter Beschuss steht auch der Leiter des Oberhavel-Bauordnungsamtes. Oliver Grützmacher ist gleichzeitig der Vorsitzende der CDU in Kremmen, dem Ort, wo das Punkfestival stattfinden soll. Ihm wird von verschiedenen Seiten vorgeworfen, das Fest einfach nur verhindern zu wollen – was er jedoch stets dementiert hat.

Problem auch mit „Plan B“

Aber auch Kremmens CDU-Bürgermeister Sebastian Busse verwehrt dem Event die Genehmigung. Der Verein „Alternati“ hatte im Juni bei der Stadt Kremmen ein Volksfest angemeldet. Im Amtsdeutsch: Spezialmarkt. Diesen „Plan B“ jedoch hat Bürgermeister Busse in einem Schreiben vom Dienstag an Wolfgang Kunwald abgelehnt. Begründung: Es handele sich bei „Resist to Exist“ nicht um ein Volksfest. Die Voraussetzungen seien nach Busses Ansicht nicht erfüllt.

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Wolfgang Kunwald widerspricht ihm. „Es gibt mehrere Schausteller, die zum Fest kommen und verschiedene Stände anbieten würden“, sagte er am Mittwoch. „Da ist dann für jeden etwas dabei.“ Eine musikalische Darbietung auf so einem Fest sei normal. Kunwald hat Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt – nun muss wiederum der Landkreis diesen Vorgang prüfen. Es wird also extrem eng für „Resist to Exist“.

Von Robert Tiesler

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