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Kultur Studio Babelsberg mit Wes Andersons „Isle of Dogs“ im Oscar-Fieber
Nachrichten Kultur Studio Babelsberg mit Wes Andersons „Isle of Dogs“ im Oscar-Fieber
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00:24 24.02.2019
Wes Andersons „Isle of Dogs“ ist im Oscar-Rennen.
Wes Andersons „Isle of Dogs“ ist im Oscar-Rennen. Quelle: fox
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Potsdam/Hollywood

Am Sonntag werden in Los Angeles die Oscars vergeben. Auch die Studio-Babelsberg-Koproduktion „Isle of Dogs“ des amerikanischen Regisseurs Wes Anderson geht als bester Animationsfilm ins Rennen um die begehrte Trophäe. Studio-Babelsberg-Vorstand und ausführender Produzent Christoph Fisser ist schon vor Ort.

Studio-Babelsberg-Chef Christoph Fisser. Quelle: Studio Babelsberg AG

Herr Fisser, Sie sind bereits in Los Angeles. Wie ist denn die Stimmung kurz vor der großen Oscar-Gala?

Christoph Fisser: Großartig! Wir können die Oscarverleihung kaum erwarten und drücken ganz fest die Daumen! „Isle of Dogs“ begeistert Filmkritiker, Kinozuschauer und das Fachpublikum gleichermaßen und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: Auf den Silbernen Bären der Berlinale 2018 folgten Kritiker- und Publikumspreise; zuletzt wurde der Film für das Beste Production Design von der renommierten Art Directors Guild sowie für die Beste Tonmischung von der Cinema Audio Society geehrt. Nun haben wir Chancen auf den begehrtesten Filmpreis der Welt!

Inwieweit erleichtert ein Oscargewinn bzw. die Nominierung das Produzentenleben? Bekommen Sie müheloser Projekte in die Studios oder liegt es am Ende doch an der Filmförderung?

Die internationalen Nominierungen und Auszeichnungen sind in erster Linie eine großartige Anerkennung für die beteiligten Filmschaffenden. Wir freuen uns natürlich ganz besonders für Filme, die unter Mitwirkung deutscher Kreative entstehen und damit der beste Beweis für das exzellente Know-how am Produktionsstandort Deutschland sind. Studio-Babelsberg-Produktionen wurden in den letzten Jahren 48-mal in verschiedenen Kategorien für den Oscar nominiert und gewannen 15 Statuetten – damit sind wir definitiv auf dem Radar internationaler Produzenten. Wo die Projekte am Ende landen, ist und bleibt eine Frage der Produktionsbedingungen. Im weltweiten Wettbewerb spielen die wirtschaftlichen Faktoren, wie attraktive Anreizinstrumente, eine entscheidende Rolle.

Zurzeit dreht Wes Anderson in Frankreich „The French Dispatch“ über eine Redaktion einer US-Zeitung im Paris der 1950er Jahre.
Modellbauer Simon Weisse, der auch bei „Grand Budapest Hotel“ und „Isle of Dog“ die magischen Puppenstuben-Welten in Berlin-Neukölln baute,
 arbeitet mit 15 Mitarbeitern an diesem neuen Projekt. Ist Studio Babelsberg auch wieder dabei?

Dazu können wir uns leider nicht äußern. Wir freuen uns aber sehr, dass Simon Weisse, der von Wes Anderson „entdeckt“ wurde und bei „Isle of Dogs“ mit seinen tollen Modellen und liebevollen Miniatursets zum einzigartigen Look des Films beigetragen hat, wieder dabei ist! Man kann sagen, dass er mittlerweile zum festen Team von Wes Anderson gehört, der bekanntlich mit den weltweit Besten unserer Branche zusammenarbeitet. Mit seiner Kreativität und seinem handwerklichen Können zählt Simon auf jeden Fall dazu.

„Grand Budapest Hotel“ haben Sie ebenfalls koproduziert und für den Film gab es 2015 vier Oscars. Was macht die Arbeit mit Wes Anderson aus? Was hat er Tolles an sich, dass Sie gerne mit ihm arbeiten?

Es gibt kaum einen zweiten Regisseur, der mit so viel Leidenschaft, Kreativität und Liebe zum Detail arbeitet. Jedes Bild in jedem seiner Filme ist ein Genuss für die Sinne. Die Durchführung der Dreharbeiten erfordert dabei natürlich sehr viel Kompetenz, Erfahrung, Präzision und Handwerk in allen Bereichen – Studio Babelsberg war dafür der richtige Partner.

Von Claudia Palma