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Kultur Von Houellebecq bis Bela B.: Die wichtigsten Bücher im Frühling 2019
Nachrichten Kultur Von Houellebecq bis Bela B.: Die wichtigsten Bücher im Frühling 2019
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12:52 02.01.2019
Eine Grafik von Feliks Büttner. Quelle: HRO
Berlin

Eine Mischung aus „Der Vorleser“, „Das Parfüm“ und „1913“: Gleich zu Beginn des Literaturjahres 2019 erscheint ein sensationeller Roman. Der 34-jährige Takis Würger, für sein Debüt „Der Club“ 2017 gefeiert, geht in „Stella“ (11. Januar, Hanser) einer ungeheuren Geschichte nach: Die Jüdin Stella arbeitete mit der Gestapo zusammen und lieferte eine Reihe von Menschen ans Messer. Porträtiert wird sie aus der Perspektive eines jungen Schweizers, der nach einer Prügelei farbenblind ist und Anfang der Vierzigerjahre nach Berlin kommt, um zeichnen und das Leben zu lernen. Ebenfalls während des Nationalsozialismus spielt John Boynes Geschichte „Der Junge auf dem Berg“.

Die Zeit des Nationalsozialismus aus der Perspektive eines Kindes

Wie schon in dem Jugendroman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ betrachtet der irische Schriftsteller das finstere Kapitel der deutschen Geschichte aus den Augen eines Kindes. Diesmal geht es um einen Jungen, der seine Eltern verliert und zu seiner Tante zieht, die Dienstmädchen in der Sommerresidenz von Adolf Hitler ist. Viel zu erwarten ist auch von Saša Stanišićs Roman „Herkunft“. Der in Jugoslawien geborene und für seinen Dorfroman „Vor dem Fest“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Autor kündigt „ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer“ an. Er zieht die Parallele zwischen der aktuellen Flüchtlingslage und seiner eigenen Flucht nach Deutschland. Eine Flucht der anderen Art spielt eine Rolle bei Esther Kinsky, Trägerin des Preises der Leipziger Buchmesse 2018. In „Hain“ mit dem sympathischen Genrenamen „Geländeroman“ beschreibt sie drei Reisen der Icherzählerin in abseitige Landstriche von Italien.

Publikationen zu Jubiläen

Jubiläen bringen Publikationen mit sich. So nimmt sich der Literaturwissenschaftler Burkhard Spinnen zum 200. Geburtstag des Autors „Theodor Fontanes zeitlose Heldinnen“ vor und betrachtet sie außerhalb von historischen Zusammenhängen (5. Februar, Schöffling und Co.). Zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt legt DTV sämtliche Schriften neu auf. Christoph Hein, bekannt als Chronist deutsch-deutscher Verhältnisse, legt in „Gegenlauschangriff“ (Suhrkamp) 30 Jahre nach dem Mauerfall und in seinem 75. Lebensjahr persönliche Erinnerungen an Zensur und Reiseunfreiheit vor, der Wallstein-Verlag zum 150. von Else Lasker-Schüler ein Vollfaksimile ihrer Gedichthandschrift aus dem Schweizer Exil der Dichterin, die erst 2013 gefunden wurde.

Kündigte an, sich im neuen Roman von der Politik abzuwenden: Michel Houellebecq. Quelle: dpa

Die internationale Literaturwelt wartet gespannt auf den neuen Michel Houellebecq. Der französische Skandalautor („Unterwerfung“) legt den ersten Roman seit vier Jahren vor, „Sérotonin“ erscheint am 7. Januar zeitgleich in mehreren Ländern, hierzulande bei Dumont. Benannt ist das Buch nach dem Glückshormon, doch von Houellebecq ist eher Düsteres zu erwarten.

Das Cover des Buches „Serotonin“ von Michel Houellebecq. Quelle: dpa

Neuer Thriller vom Autor von „Das Schweigen der Lämmer“

Sein weibliches Pendant, Leila Slimani, erzählt in „All das zu verlieren“ (Mai, Luchterhand) eine moderne Madame-Bovary-Geschichte über eine erfolgreiche Journalistin, die aus dem Familienleben in Sex mit Fremden flüchtet. Die französisch-marokkanische Autorin ist Macrons persönliche Beauftragte zur Pflege des französischen Sprachraumes. Der peruanische Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa verteidigt in „Der Ruf der Horde“ (Mai, Suhrkamp) den Liberalismus gegen den grassierenden Populismus. Ebenfalls bei Suhrkamp erscheint ein Gesprächsband mit dem Ende Dezember verstorbenen israelischen Autor Amos Oz, der im Mai 90 Jahre alt geworden wäre.

Der Musiker Bela B veröffentlicht seinen ersten Roman. Quelle: dpa

In der Unterhaltungsliteratur sticht in diesem Bücherfrühling ein Thriller von Thomas Harris hervor: Der Autor des Klassikers „Schweigen der Lämmer“ bringt im Mai nach zehn Jahren wieder einen neuen Roman heraus, Heyne verrät den Titel noch nicht. Im selben Verlag erscheint im Februar das Romandebüt von Bela B. Der Ärzte-Schlagzeuger schreibt über einen syrischen Praktikanten, der sich in ein Mangamädchen verliebt. Auch der „Hummeldumm“-Erfolgsautor Tommy Jaud, Sarah Kuttner, Thomas Gottschalk, Jojo Moyes, John Grisham, T. C. Boyle, Ian McEwan und Minette Walters legen neue Romane vor.

Neue Unterverlage

Der neue Unterverlag DTV Bold wendet sich an die Zielgruppe der Digital Natives. Zum Auftakt erzählt hier etwa der Vlogger Hank Green über eine Roboterskulptur, die übers Internet ein Eigenleben entwickelt. „Ein wirklich erstaunliches Ding“ stand lange auf der „New York Times“-Bestsellerliste.

Hanserblau verweist im Namen auf die Blaue Stunde und die damit verbundene Zeit des Eintauchens. Der Verlag bringt am 18. Februar Rocko Schamonis Lebensgeschichte von St.-Pauli-Kiezlegende und Puff-Boss Wolli Köhler heraus. Und der Vater der jüngsten Nobelpreisträgerin, Malala, hält in „Lasst sie fliegen“ ein Plädoyer für die Rechte von Mädchen, die in seinem Heimatland Pakistan stark eingeschränkt werden.

Der Autor Juan S. Guse wurde 2017 für sein Debüt „Lärm und Wälder“ mit dem ersten Literaturpreis Hannover ausgezeichnet. Am 27. Februar erscheint bei Fischer der neue Roman des 30-Jährigen, „Miami Punk“. Es geht um den Atlantik, der sich von der Küste von Florida zurückzieht und eine Wüste hinterlässt, eine Indie-Game-Programmiererin und ein E-Sports-Team aus Wuppertal.

Im Bereich Kinderbuch bringt der Insel-Verlag eine weltweit erfolgreiche Reihe nach Deutschland, in der Biografien von Amelia Earhart bis Frida Kahlo und Rosa Parks kindgerecht und verspielt illustriert aufbereitet werden.

Von Nina May/RND

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