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Medien & TV Bjarne Mädel spielt Drogendealer auf Netflix: „Hatte Lust auf finstere Seite“
Nachrichten Medien & TV Bjarne Mädel spielt Drogendealer auf Netflix: „Hatte Lust auf finstere Seite“
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12:08 30.05.2019
Nicht nett zu Kleintieren: Der Provinzdealer Buba (Bjarne Mädel) ist brutal zu Igeln, um sich den Respekt der Szene zu verschaffen. Quelle: -/Netflix/dpa
Berlin

Manche steigen ins Drogengeschäft ein, um ihre Familie zu retten – wie Walter White in „Breaking Bad“. In der neuen Netflix-Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ will ein Schüler seine Ex damit beeindrucken. Bjarne Mädel (51, Star aus „Stromberg“, „Tatortreiniger“, „25 km/h“) spielt in der Serie einen fiesen Provinzdealer. Die Geschichte basiert auf wahren Ereignissen.

Sie spielen in „How to Sell Drugs Online (Fast)“ den Kleinstadt-Drogendealer Buba. Warum haben Sie sich entschieden in dieser Comedy den einzigen Unlustigen zu spielen?

Also so ganz unlustig sind die Szenen mit Buba ja nun auch nicht … aber ich hatte natürlich total Lust auf die finstere Seite, auf das „Böse“. In Verbindung mit der Kleinstadt-Attitüde natürlich. Also Buba is jetzt ja auch nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen. Ich fand das `ne reizvolle Mischung für eine Figur. Er macht ein paar brutale Sachen, das hat beim Dreh Spaß gemacht. Er geht zum Beispiel nicht sonderlich sanft mit Kleintieren um, damit die Zuschauer sehen, dass er über Grenzen geht und man richtig Schiss vor ihm kriegt.

Einem putzigem Igel ergeht es auch nicht gut, tragen Sie deswegen heute blaue Igel-Socken?

Mädel: Ja, die habe ich mir im Andenken an den süßen Kerl für die Premiere hier extra gekauft (zieht die Socken bis zu den Knien hoch). Igel sind ja so auch kleine, niedliche Tierchen (lacht).

„How to Sell Drugs Online (Fast)“ basiert auf einem echten Fall aus Leipzig, bei dem ein Jugendlicher aus seinem Kinderzimmer heraus den riesigen Online-Drogen-Versand „Shiny Flakes“ aufgebaut hat. Er wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt und befindet sich jetzt noch im offenen Vollzug. Haben Sie da beim Drehen dran gedacht?

Wenn ich ehrlich bin, nicht. Aber das ist schon komisch. Der kriegt jetzt hier so eine Aufmerksamkeit und ist einfach ein Krimineller, der Drogen verkauft hat. Ich kann gar nicht sagen, was ich von ihm halten soll. Wenn ich jetzt Kinder hätte, die Drogen nehmen, weil der ihnen die verkauft hat, würde ich das natürlich nicht unbedingt „mutig“ finden. Aber irgendwie ist er ja auch eine coole Sau, weil der mit 18 Jahren im Netz mal eben so etwas durchgezogen hat. Ich war ja selbst noch nicht einmal im Darknet und wüsste auch gar nicht, wie man da reinkommt. Wahrscheinlich nicht über Google.

Sie werden gerne als der „lustigste Schauspieler Deutschlands“ bezeichnet. Hatten Sie Angst, bei diesem Label festzustecken?

Ich bin da relativ entspannt. Mittlerweile. Weil ich ja weiss, dass ich auch sehr gut einfach auch mal ganz spontan gar nicht lustig sein kann.

Und es gibt ja wirklich schlimmere Labels … der langweiligste, der dümmste oder der unlustigste Spieler zum Beispiel.

Solange ich trotzdem Filme wie „24 Wochen“ drehen darf, bin ich auch gerne wieder lustig und versuche Menschen zum Lachen zu bringen.

Welche Projekte stehen jetzt an?

Ich freue mich auf ein sumpfiges Set in Polen, wo ich beim „Überläufer“ von Lenz auf tolle Kollegen treffen werde. Und ich arbeite an meinem Regiedebüt im nächsten Jahr. Gleichzeitig spiele ich da auch die Hauptrolle. Dann muss ich mir dann selbst sagen, was ich wie spielen soll und ob ich gut oder schlecht war.

Sehen Sie ihre Arbeit locker oder sind Sie eher ein Zweifler?

Generell eher ein Zweifler. Aber inzwischen kann ich meine Arbeit auch gut finden, und zufrieden nach Hause gehen, das ist eine positive Routine. Nach einem Drehtag bin ich früher manchmal wahnsinnig geworden, wenn mir mal was nicht gelungen ist. Das war total verschenkte Energie, weil das ja eh bereits im Kasten ist. Man kann am nächsten Tag nicht mehr hingehen und etwas noch mal drehen. Also musst Du dich auf das konzentrieren, was heute dran ist oder morgen. Ein bisschen pathetisch jetzt, aber das ist im Leben ja auch nicht anders.

Ihr erstes Projekt als Regisseur, was wird das für ein Film sein?

Mädel: Ein eher ernster. Das Drehbuch basiert auf einem Roman von einem Freund von mir, der erfreulicherweise auch das Drehbuch schreibt. Bei den Vorbereitungen mit dem Produzenten habe ich leichtsinnigerweise über einen vorgeschlagenen Regisseur gesagt: Bevor der das macht, mach ich das lieber selbst. Naja, jetzt hab ich den Salat …

Aber funktioniert das, dass sich Schauspieler plötzlich hinter die Kamera stellen und einfach so Regie führen?

Wie macht man sowas? Nur mit dem Vertrauen von Sender und Produzent, mit guten Kollegen und mit einem tollen Team, das bereit ist, selbstständig zu arbeiten und sich in die Hände eines Spielers zu begeben.

Von Geraldine Oetken/RND

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