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Medien & TV Pumuckl kommt zurück – aber ist er ein gutes Vorbild?
Nachrichten Medien & TV Pumuckl kommt zurück – aber ist er ein gutes Vorbild?
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19:03 15.02.2019
Selbst ein Kind: Im nicht allzu gehorsamen Pumuckl konnten sich die Kinder der Siebziger- und Achtzigerjahre spiegeln. Jetzt steht dem Kobold ein Comeback bevor. Quelle: ARD/dpa
München

Der Bücher- und TV-Kobold Pumuckl aus der Feder der Schriftstellerin Ellis Kaut war bei Groß und Klein so beliebt, weil er Dinge tat, die normalen Kindern offiziell verboten waren. Nach fast sieben Jahren Pause kehrt der bayerische Kobold jetzt mit seinen alten Abenteuern auf die Bildschirme zurück: Und zwar sowohl ins klassische, lineare Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk (BR) als auch ins Streaming.

Bei Amazon Prime wird der Kinderfernsehklassiker „Meister Eder und sein Pumuckl“ ab dem 1. März mit 52 Episoden aus zwei Staffeln laufen. Im BR laufen die Folgen ab dem 15. April bon Montag bis Freitag jeweils um 13.30 Uhr in einer Doppelfolge.

Amazon und BR haben die alten Bänder digital restauriert

Große Freude bei den Fans – nach sieben Jahren ohne Pumuckl-Wiederholungen. „Der Pumuckl ist ein Stück deutscher Fernsehgeschichte und hat Generationen von Kindern begleitet“, sagt Christoph Schneider, Geschäftsführer von Amazon Prime Deutschland. „Ich selbst bin mit Pumuckl groß geworden und konnte dann mit meinen Kindern die Serie gemeinsam schauen.“ Amazon Prime Video und die Pumuckl Media GmbH haben mit Unterstützung des BR die alten Bänder der Serie digital restauriert. Die Episoden stehen in neuer HD-Qualität und im altgewohnten Charme zur Verfügung.

Der Pumuckl war schon immer ein Polarisierer. Seine Neugier und deren Folgen mochten nicht alle Eltern. Er war beispielsweise scharf auf das Antesten von Alkohol und Zigaretten und erkannte Bildung nicht unbedingt als Privileg: „Scheißschule“ entfuhr es dem von Hans Clarin mit schlitternder Stimme synchronisierten Zeichentrickgnom schon mal.

Ist Pumuckl ein Jugendverderber, Meister Eder ein schlechtes Vorbild?

Herrje, was für ein Jugendverderber! Pädagogisch von zweifelhaftem Wert, wie der Journalist Konstantinos Mitsis auf der Website der Computerzeitschrift „Chip“ vor einiger Zeit befand und darob die Frage stellte, ob dem rothaarigen Fex in heutigen Zeiten noch eine Bildschirmkarriere möglich wäre. Beschwipst und nikotinaffin – so einer kann keine Identifikationsfigur sein, war sich der Autor sicher. Auch dass der stets für ein Bierchen zu habende Schreinermeister Eder dem sommersprossigen Wesen ein schlechtes Vorbild sei, wird von Mitsis bemäkelt.

Päpstlicher als der Papst, finden wir Pumuckl-Afficionados. Schließlich folgt den Eskapaden des Pumuckls, der ja selbst ein Kind ist, die Ernüchterung auf dem Fuße. Der heimliche Zigarettengenuss beispielsweise führt umgehend zu Übelkeit. Rauchen wurde also schon in den späten Siebziger- und Achtzigerjahren, lange vor dem Absturz von Marlboro-Mann und Camel-Filter-Dromedar, als negativ dargestellt.

Die Schandschnauze des Pumuckl führte zum Erfolg der Serie

Dass der Kobold eine Schandschnauze hatte, war im Gegenteil geradezu erfolgsentscheidend für die Serie. Hätte der Pumuckl alles brav abgenickt, was ihn der alleinerziehende Eder lehrte, wäre die Fernsehserie, die in den späten Siebziger- und Achtzigerjahren zu den großen Sonntagnachmittagerfolgen in der ARD zählte, kreuzlangweilig gewesen. Die Kinder wären umgehend ausgestiegen.

So freuen wir uns auf den Pumuckl, wie wir ihn kennen: neugierig, aufsässig, zu Streichen aufgelegt, nur durch Erfahrung belehrbar und auch mal mit einem Kraftausdruck gegen die Schule wetternd. Denn damit ist er so, wie ganz normale Kinder sind. Und die x-te Wiederholung der ollen Kamellen ist uns viel lieber als das Risko einer neuen Serie, in der sich ein dann womöglich computeranimierter Pumuckl vom Eder an der kurzen Leine halten lässt. Pumuckl ist ein Rebell. Und das muss er bleiben dürfen. „Hurra, hurra, der Pumuckl ist wieder da!“

Von Matthias Halbig/RND

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