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Medien & TV „Der Wert von Lokaljournalismus ist unfassbar groß“
Nachrichten Medien & TV „Der Wert von Lokaljournalismus ist unfassbar groß“
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16:02 05.06.2019
Thomas Düffert, Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Madsack Mediengruppe, beim BDZV-Kongress in Berlin. Quelle: © Bettina Ausserhofer
Berlin

„Wer schaut eigentlich genau hin?“ fragt Thomas Düffert, Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Madsack Mediengruppe. Seine Antwort lautet: „Das sind wir.“

Journalismus wird weiter gebraucht – auch wenn Geschäftsmodelle, Prozesse und Märkte sich verändern. Das ist die Botschaft Düfferts, als er den Digitalkongress des BDZV am Mittwoch in Berlin mit einem Impulsvortrag eröffnet. Der Titel des Kongresses ist „beBETA“: ein Name, der Programm ist. Denn aus der Sicht der Kongressveranstalter ist jetzt die Zeit gekommen, Neues mutig auszuprobieren.

Die Finanzierung des Journalismus

Der BDZV-Vizepräsident Düffert lässt an zwei Dingen keinen Zweifel. Die eine Feststellung lautet: „Wenn wir über die Finanzierung von Journalismus sprechen, nähert sich das klassische Printgeschäft dem Ende.“ Das bedeute nicht, dass es keine Zeitungen mehr geben werde – aber eben, dass sie eben nicht ausreichen würden, um das Geld für gut recherchierte Inhalte einzuspielen.

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Gleichzeitig streicht Düffert aber heraus, dass Journalisten auch im digitalen Zeitalter etwas zu bieten haben, was einen großen Wert für die Menschen hat. Düffert verweist insbesondere auf die 300 Lokal- und Regionalzeitungen in Deutschland, die Skandale um den Autobahnbau, aber auch um Selbstbedienungsmentalität in kommunalen Gremien aufdecken. Dort schauen – im Sinne der Eingangsfrage Düfferts – die Regionalzeitungen genau hin. „Der Wert von Lokaljournalismus ist einfach unfassbar groß“, sagt Düffert.

In Berlin läuft der Kongress „BeBeta – journalism in progress“ des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) – so kann der Journalismus der Zukunft aussehen.

Der Madsack-Chef hat sieben Botschaften mitgebracht, wie der Journalismus im digitalen Zeitalter gestärkt werden könne. Erstens fordert er, die Wände zwischen Redaktion und Verlag einzureißen – damit beide Seiten vom Knowhow des jeweils anderen profitierten, wie er ausführt. Die redaktionelle Unabhängigkeit solle aber nicht angetastet werden.

Der Wert der Daten

„Daten nutzen!“ Das ist der zweite Ansatz, auf dessen Umsetzung Düffert dringt. „Wir haben noch nie so viel gewusst über unsere Leser“, sagt er. Ein Journalist dürfe ruhig erfahren, wie sein Artikel angekommen sei und ob er der Leser durch ihn zu einem Abonnement motiviert worden sei.

Drittens ist es Düffert wichtig, in den Redaktionen Lust auf die Chancen zu machen, die für den Journalismus in der Veränderung liegen können. An erster Stelle solle nicht der Zweifel gegenüber den Entwicklungen der Digitalisierung stehen, sondern der Glaube daran, sie gestalten zu können.

Journalismus statt Clickbaiting

Punkt vier und fünf hängen eng zusammen: Der BDZV-Vizepräsident betont, es gehe um Journalismus – und nicht um Clickbaiting. Die Zukunft liege in Qualität und nicht zuerst in schnellen Klickanreizen. Denn es gehe – fünfter Punkt – darum, auf Digitalabos zu setzen. Werbung allein werde zur Finanzierung des Journalismus nicht reichen.

Düffert macht keinen Hehl daraus, dass es um eine große Transformationsanstrengung geht – und fordert sechstens: „Unterhaken!“ Siebtens sieht er die Politik in der Pflicht, die Rahmenbedingungen gemeinsam mit den Verlagen so neu festzulegen, dass jetzt und in Zukunft erfolgreich Geschäftsmodelle für den Journalismus entwickelt werden können.

Von Tobias Peter/RND

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