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Medien & TV Ellen von Unwerth über „GNTM“: „Die Sendung muss nicht prüde werden“
Nachrichten Medien & TV Ellen von Unwerth über „GNTM“: „Die Sendung muss nicht prüde werden“
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11:03 07.02.2019
Lieber hinter als vor der Kamera: Fotografin Ellen von Unwerth. Quelle: imago stock&people

Was ist Schönheit für Sie?

Schönheit ist etwas, das dem Auge guttut, und das man immer wieder anstarren muss. Schönheit gibt einem ein gutes Gefühl. Aber für jeden kann Schönheit etwas anderes sein. Die Idee von Schönheit hat sich in der Geschichte immer wieder verändert. Vor 100 Jahren fand man runde, fast dicke Mädchen schön, und heutzutage entsprechen sehr dünne Mädchen dem Schönheitsideal.

Was macht für Sie ein gutes Model aus?

Ein gutes Model ist ein Mädchen, das einfühlsam ist und schauspielern kann. Es darf nicht nur gut aussehen, es muss vor der Kamera mit dem Fotografen eine Verbindung herstellen und erspüren, was er will.

Fotografieren Sie lieber erfahrene Models oder unerfahrene?

Eigentlich mag ich Mädels lieber, die frei vor der Kamera sind. Dann passiert oft Unerwartetes. Erfahrene Mädchen wiederum wissen, wie man sich vor der Kamera bewegt. Für mich kommt es eher auf die Person an und auf meine Laune.

Zur Person: Ellen von Unwerth

Die Fotografin, geboren 1954, wuchs in einem Waisenhaus im Allgäu auf. Mit 16 ging Ellen von Unwerth nach München und wurde mit ihren blonden Locken als Model entdeckt. Ihr Weg führte sie nach Paris, wo sie heute noch wohnt. In den Achtzigerjahren wechselte sie hinter die Kamera: Bei einem Fotoshooting in Kenia lieh sich von Unwerth eine Kamera aus und blieb seitdem dabei. Sie entdeckte unter anderem die damals 17-jährige Claudia Schiffer für eine Anzeigenkampagne von „Guess“. Später arbeitete sie mit Kate Moss oder David Bowie. Ebenso mit Heidi Klum – ihre Show „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) startet heute auf Pro7 mit der ­14. Staffel. Das neue Konzept: In jeder Folge ist ein anderer Star aus der Modewelt Teil der Jury. Ellen von Unwerth berät die Modelmama in Folge drei.

Warum haben Sie sich entschieden bei „Germany’s Next Topmodel“ als Gastjurorin aufzutreten?

Ich war schon einmal vor zwei Jahren Gastjurorin. Ich arbeite sehr gerne mit Heidi Klum zusammen. Sie ist eine tolle Frau mit unheimlich viel Energie. Außerdem finde ich es gut, den Mädchen etwas beizubringen und zu zeigen, wo es langgeht.

Können Sie die Kritik an der Sendung nahvollziehen, dass die Sendung jungen Mädchen ein falsches Rollenbild vermittelt?

Nur weil es eine Bewegung wie #Metoo gibt, musst du dich ja nicht wie eine Nonne anziehen. Du kannst trotzdem sexy sein – wenn du damit einverstanden bist. Heidi bringt den Mädchen das Modeln bei. Dabei sind Selbstbewusstsein und Selbstverwirklichung wichtig. Die Mädels in der Sendung sollen stark sein und ihre Persönlichkeit zeigen.

Braucht die Show nach #Metoo ein neues Konzept?

Aktuell ist das Konzept so, dass sich die Kandidatinnen als Models unter harten Bedingungen beweisen müssen. Ich glaube nicht, dass die Sendung jetzt prüde werden muss.

Sie haben selbst in der Modewelt als Model vor der Kamera angefangen und wechselten dann als Fotografin dahinter. Warum?

Das Modelleben ist sehr hart. Mich hat genervt, dass ein großer Teil des Jobs aus Warten besteht, ständig wird an einem rumgezupft. Und man konnte nicht kreativ sein. Das war der Job des Fotografen. Jetzt als Fotografin habe ich viel mehr Freiheit. Ich bin tausendmal glücklicher hinter der Kamera als davor.

Mit welchen Models arbeiten Sie am liebsten zusammen?

Das kann ich nicht sagen. Jeder hat etwas Besonderes. Ich arbeite sehr gerne mit Claudia Schiffer, Beyoncé, Rihanna oder Britney Spears zusammen. Aber es ist auch immer schön, jemand Neues zu entdecken.

Sie selbst zeigen Fotos auch bei Instagram. Welchen Einfluss hat die Fotoplattform auf die Modelwelt?

Bei Instagram können Frauen und Männer – also Influencer – Models werden und von der Modewelt aufgegriffen werden, obwohl sie keine Agentur haben oder wissen, wie man wirklich modelt. Nur weil sie so viele Follower haben. Künstlerisch wertvolle Fotos werden heutzutage in der Modebranche nicht mehr geschätzt. Und das ist schade. Denn die Selfies von Influencern sind ja nicht sonderlich bereichernd.

Machen Sie selbst Selfies?

Ich mache ab und zu mal Selfies. Aber ich fühle mich immer ein bisschen schlecht dabei. Als Kind wurde mir sogar verboten, in den Spiegel zu gucken, weil das als narzisstisch galt. Aber heute wird das Selfie total gefeiert. Freunde erzählen, dass sie so viele Selfies machen, weil sie nur dann viele Likes kriegen. Ich finde aber, man sollte eher zeigen, was man gut findet. Man kann doch mit Fotos auch etwas aussagen. Wer nur Selfies macht, sieht so aus, als ob er nur sich selbst cool findet und nichts anderes. Aber Selfies sind auch nur eine Mode, und es wird etwas anderes kommen.

Von Geraldine Oetken/RND

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