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Medien & TV „Ein starkes Team“ – Ein Köder für die Bestie
Nachrichten Medien & TV „Ein starkes Team“ – Ein Köder für die Bestie
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15:55 19.10.2018
Lockvogel für den Serienmörder: Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) mit ihrem Kollegen Otto Garber (Florian Martens). Quelle: Foto: Jörg Carstensen/dpa
Mainz

Reduziert man die Handlung dieser 76. Episode des ZDF-Dauerbrenners „Ein starkes Team“ auf ihren Krimikern, klingt sie nicht sonderlich aufregend: Die verheiratete Julia hat sich mit einem fremden Mann zum Hotelsex verabredet; der Titel „Tödlicher Seitensprung“ nimmt vorweg, dass sie das mal besser gelassen hätte.

Weil das Rendezvous durch eine entsprechende Internet-Agentur mit dem zwar unpassenden, aber schönen Namen Seepferdchen in die Wege geleitet wurde, würden Otto Garber und Linett Wachow (Florian Martens, Stefanie Stappenbeck) gern die Datenbank des Unternehmens durchforsten.

Das Drehbuch hat eine Reihe von Verdächtigen zu bieten

Der zuständige Richter, Fabian Frey (Jan Henrik Stahlberg), verweigert den entsprechenden Beschluss jedoch, was ihn zumindest fürs Publikum prompt verdächtig macht. Die Ermittler halten sich also erst mal an den Witwer (Andreas Pietschmann). Als sich sein Alibi als fadenscheinig erweist, muss er zugeben, dass er zur Tatzeit der gleichen Beschäftigung nachgegangen ist wie seine Frau.

Das Drehbuch hat aber noch andere Verdächtige zu bieten, darunter einen eher unsympathischen Umzugsunternehmer (Max Herbrechter), der perfekt ins Täterprofil passen würde; außerdem den Witwer (Michael A. Grimm) eines früheren Opfers, des Weiteren eine vergeblich Liebende und schließlich den großen Unbekannten.

„Tödlicher Seitensprung“ erzählt also eine übliche Krimigeschichte aus der schon lange nicht mehr originellen Rubrik „Tod aus dem Internet“: Ein Serienmörder hat es offenbar auf Frauen eines bestimmten Typs abgesehen; Morde an Kundinnen von Dating-Agenturen gab’s mittlerweile in fast allen Krimireihen schon mal.

Die Hauptkommissarin passt zum Profil der Opfer

Sehenswert ist der Film dennoch: weil der schematische Handlungskern interessant verpackt ist. Jürgen Pomorin, der unter dem Pseudonym Leo P. Ard rund dreißig Drehbücher für „Ein starkes Team“ geschrieben hat, sowie der in Sachen „Ein starkes Team“ auch schon recht erfahrene Regisseur Johannes Grieser sorgen dafür, dass die Episode einerseits die Erwartungen an die Reihe erfüllt, andererseits aber auch einige Überraschungen zu bieten hat.

Dass der unsympathische Verdächtige kein Mörder ist, gehört nicht dazu, wohl aber die Falle, die Wachow und Garber dem Täter stellen wollen: Weil die Hauptkommissarin zum Profil der Opfer passt – um die vierzig, blond, Pferdeschwanz –, meldet sie sich bei Seepferdchen an und empfängt die Interessenten im Halbstundentakt; darunter befindet sich auch, als hätte man’s geahnt, der verheiratete Richter Frey, der nun gern bereit ist, den Durchsuchungsbeschluss doch noch auszustellen.

Stefanie Stappenbeck kann diesmal aus der Rolle fallen

Für Stefanie Stappenbeck bietet sich als Lockvogel die willkommene Möglichkeit, ein wenig aus ihrer Rolle zu fallen. Wachow steht diesmal ohnehin stärker im Zentrum als zuletzt, zumal sie nicht nur den Kollegen Garber, sondern auch die neue Rechtsmedizinerin (Eva Sixt) mit allerlei Wissensbissen beeindruckt. Zum Finale taucht der Mörder in ihrer Wohnung auf, was dem von Grieser ansonsten zurückhaltend inszenierten Film etwas Action und ein ziemlich spannendes Ende beschert.

Durchaus ungewöhnlich für einen Familienkrimi ist der Typus der sexuell aktiven Frau, die sich nimmt, was sie will; die psychologische Erklärung für die Motive des Mörders stammt dagegen aus dem Standardbaukasten des Serienkillerkinos.

Von Tillmann P. Gangloff

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