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Medien & TV Serie „The Romanoffs“ – Zaren-Erbin mit Eispanzer
Nachrichten Medien & TV Serie „The Romanoffs“ – Zaren-Erbin mit Eispanzer
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14:00 07.01.2019
Launen und Vorurteile: Greg (Aaron Eckhart) hat so seine liebe Not mit seiner exzentrischen Tante Anushka (Marthe Keller). Quelle: Foto: Amazon prime
Los Angeles

Es war ein unvorstellbares Blutbad: Mit Schüssen und Bajonetten töteten die russischen Bolschewiki im Sommer 1918 den Zaren Nikolaus II. und seine Familie. Doch nicht alle Mitglieder der Dynastie starben in der Revolutionszeit, einige konnten ins Ausland fliehen – und immer wieder gaben sich seitdem Menschen als Erben des letzten Zaren aus.

In seiner neuen Serie „The Romanoffs“ erzählt kein Geringerer als „Mad Men“-Schöpfer Matthew Weiner fiktive Geschichten über Menschen, die Nachfahren der berühmten Adelsfamilie sind oder sich dafür halten. Beim Streamingdienst Amazon Prime sind die acht 60 bis 90 Minuten langen Folgen ab 11. Januar in der deutschen Synchronisation zu sehen.

Jede Folge von „The Romanoffs“ erzählt eine eigene Geschichte

Der Mehrteiler ist keine Serie im gewohnten Sinn, denn jede Folge erzählt mit einem eigenen Ensemble eine in sich abgeschlossene Geschichte. Die Auftaktepisode („The Violet Hour“) spielt in Paris, wo die betagte Aristokratin Anushka Lecharney (Marthe Keller), eine Romanow-Nachfahrin, in einer Luxuswohnung residiert und ihren Weltschmerz pflegt.

Ihr einziges Vergnügen besteht darin, ihren Neffen Greg (Aaron Eckhart) zu tyrannisieren und Haushälterinnen zu entlassen. Als eines Tages die junge Muslimin Hajar (Ines Melab) als neue Haushaltshilfe vor der Tür steht, ist die blasierte Anushka voller rassistischer Vorurteile. Doch die schöne Hajar lässt sich nicht verscheuchen. Mit der Zeit kommen sich die beiden ungleichen Frauen näher, Anushkas emotionaler Eispanzer schmilzt – die märchenhafte Story erinnert an „Ziemlich beste Freunde“.

Die weiteren Episoden erzählen Geschichten aus den verschiedensten Genres bis hin zum Thriller. In Folge zwei etwa steckt ein Mann, der sich für einen Romanow-Erben hält, in einer mörderischen Ehekrise, in der dritten Episode geht es um die (fiktiven) Dreharbeiten zu einer Miniserie über die Romanows. Eine Hauptrolle spielt in dieser Folge Christina Hendricks, die als verführerische Sekretärin in „Mad Men“ berühmt wurde. Gedreht wurden die acht Episoden in sieben Ländern auf drei Kontinenten mit Stars wie Isabelle Huppert – ein kostspieliges Mega-Projekt.

Nur im Vorspann wird der versunkene Zarenhof heraufbeschworen

Wer sich vom Titel der neuen Serie ein historisches Kostümepos verspricht, das seine Zuschauer an den russischen Zarenhof und die Welt von Fabergé-Eiern, Schlössern und Ikonen entführt, könnte enttäuscht sein. Nur im Vorspann wird diese versunkene Welt heraufbeschworen, er zeigt als Vorgeschichte der Serie, wie der Zar und seine Familie aus ihren prächtigen Palasträumen geführt und getötet werden.

Ansonsten dienen die Ereignisse aus der Zeit der Oktoberrevolution vor rund 100 Jahren nur als erzählerische Klammer. „Ich war schon immer an den Romanows interessiert“, sagte Regisseur, Produzent und Autor Matthew Weiner, der in „Mad Men“ von einer Werbeagentur im New York der 60er erzählt hatte, bei der Vorstellung des Projekts. „The Romanoffs“ punktet zwar ebenfalls mit Charakterstudien auf literarischem Niveau, kann an dieses große Epos aber nicht heranreichen.

Von Cornelia Wystrichowski

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