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Medien Game of Thrones Staffel 8, Folge 5: Wer stirbt?
Nachrichten Medien Game of Thrones Staffel 8, Folge 5: Wer stirbt?
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15:01 19.05.2019
Daenerys vor Königsmund: Die Truppen der Drachenkönigin standen Ende der vierten Episode vor der Hauptstadt der Sieben Königslande. In Episode 5 hätte alles noch relativ glimpflich ausgehen können. Quelle: Helen Sloan/HBO via AP
Los Angeles

Emilia Clarke hatte für die fünfte Folge der achten Staffel von den „GoT“-Fans gefordert, sich den größtmöglichen Fernseher zu besorgen. Zu Recht: Die Schlacht um Königsmund war ein Spektakel, das keinen kalt ließ – auch weil es jede Menge Drachenfeuer gab ...

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Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Eine spoilerfreie Vorrede

Vor den Spoilern zur fünften Episode noch ein Tipp, vielleicht der beste, den man einem „GoT“-Fan zurzeit geben kann: Don’t go social networks. Was man zuvörderst vermeiden sollte, um den letzten Rest seiner Lieblingsserie weidlich genießen zu können, ist, keinen Blick mehr auf das Webgeschwätz zu richten, mit dem versucht wird, die letzte Staffel der Serie schlechtzumachen. Hier wird digital gedisst und gehasst, wohl weil sich die „GoT“-Macher eben nicht nach den zahllosen Theorien der Fans gerichtet haben, die wie die 40 000 besseren Schiedsrichter in einem Bayern-München-Spiel wussten, wie die Sache in Westeros auszugehen hatte.

Die ganzen beleidigten Hobbyauguren wären freilich auch die ersten, die „wie einfallslos“ geschrien hätten, hätte man ihre Mutmaßungen berücksichtigt. Und egal, wer nun am Ende im Roten Bergfried von Königsmund Hof hält oder ob die Halle komplett in Trümmern liegt wie in einer Vision von Daenerys aus der zweiten Staffel – nie würde das Gezeigte ihren hohen Ansprüchen genügen. Seit die Serienmacher den Romanautor George R. R. Martin überholt haben, machen sie in den Augen der Puristen nur noch Unsinn. Was natürlich Unsinn ist. Deshalb: einfach zuschauen und genießen.

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Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Daenerys dreht durch

Nein, es sieht nicht so aus, dass die Superromantiker mit der Doppelherrschaft eines Jon-Daenerys-Pärchens recht bekommen werden. Und nein, der Song von Podrick aus der zweiten Episode über einen König, der einer Frau den Thron gewährte („In the halls of the kings that are gone …“) wird wohl auch nicht in die Tat umgesetzt werden. Zumindest nicht so wie von vielen vermutet...

Der Tod ihres Drachen Rhaegal hatte Daenerys die erste Tasse aus dem Schrank genommen, der Mord an ihrer Vertrauten Missandei das ganze verbliebene Service. „Drakarys!“ war Missandeis letztes Wort an Daenerys, der Auftrag, Feuer über Königsmund regnen zu lassen. Und das tut Daenerys weidlich. Als Jaime Lennister die titelgebenden Glocken schlägt, um die Kapitulation Königsmunds einzuläuten und die Schlacht abzubrechen, brennen bei der Unverbrannten die letzten Sicherungen durch und sie lässt ihren letzten Drachen, den schwarzen Drogon, ihre sämtlichen Ehrennamen in großen Flammenbuchstaben in die Straßen Königsmunds einschreiben, bis sie am Ende auch den Roten Bergfried in Schutt und Asche legt.

Tausende sterben – Soldaten wie Zivilisten. Ihr Statement „Ich bin nicht gekommen, um die Königin der Asche zu werden“, ist damit überholt. Wankelmütig wie Annegret Kramp-Karrenbauer ist diese Königin und inzwischen völlig durchgeknallt. Ihre Königsmund-Vision aus der zweiten Staffel ist Wahrheit geworden, ihre Ansprüche auf den Thron verwirkt. Sie hatte sich das alles ganz anders vorgestellt, das ist vielen ihrer Blicke zu entnehmen. „Dann soll die Angst regieren!“ flüstert sie Jon vor Beginn der Schlacht ins Ohr. Da seien die Sieben, die Alten Götter der Wehrholzhaine und der Herr des Lichts vor!

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Drogon dreht auf

Alle die glaubten, der geschlechtswandlerisch begabte Drache Drogon, habe seine Auszeit während einiger Episoden der fünften Staffel genutzt, um schnell ein paar Eierchen zu legen, hatten Unrecht. Kein Jungdrachengeschwader taucht – „GoT sei Dank – aus dem Nichts auf.

Aber während Viserion von einer Lanze des Nachtkönigs gefällt wurde und für Rhaegals Ende zwei von Euron Graufreuds Schiffen abgefeuerte Skorpionbolzen ausreichten, erweist sich das Reittier der Königin als kriegsversierter, unkaputtbarer Luftakrobat. Zwar werden zig Skorpione auf den Zinnen Königsmunds gespannt – eine Art Flakbatterie gegen Drachen. Aber als Drogon aus der Sonne auf Eurons Eisenmännerflotte herabfällt, tut er das nicht, um vom erstbesten Speer aufgespießt zu werden.

Drogon ist ein Tänzer zwischen den Lanzen, der sich kühn und intuitiv durch die Geschosse schlängelt, rechtzeitig in den Tiefflug geht und seine schwerfälligen Wendungen erst dann absolviert, wenn alle Angreifer, die ihm gefährlich werden könnten, ausgelöscht sind.

Zunächst sind seine Ziele militärischer Natur. Harry Stricklands viel beschworener Goldenen Kompanie etwa fällt – ein Schachzug Drogons - die Stadtmauer Königsmunds buchstäblich in den Rücken. Und so hat Strickland-Darsteller Marc Rissmann, dritter deutscher bedeutsamer „GoT“-Akteur nach Sibel Kekili und Tom Vlaschiha, nicht einmal ein Sterbenswörtchen an Dialog, als er vom Speer des Unbefleckten-Chefs Grauer Wurm gefällt wird.

Danach geht es in die Strassen der Stadt und Feuer fällt auf die Königsmunder herab. Apokalypse wow!

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Jon will nicht

Jon will weiterhin um keinen Preis König werden. Aber seine Liebe zu Daenerys ist nur noch flammende Loyalität. Ein leidenschaftlicher Kuss will ihm nicht mehr gelingen – weil sie zum einen seine Tante ist und ihn zum anderen ihre zunehmende Härte befremdet.

In der Schlacht um Königsmund gelingt es ihm (und dem nie aus der Puste kommenden Flammenwerfer Drogon), die Soldaten der Lennisters zur Aufgabe zu bringen. Als Daenerys trotzdem weitermacht und auch die schutzlosen Bürger Königsmunds verbrennt, stürzt sich Grauer Wurm mit seinem Speer auf die unbewaffneten Lennister-Soldaten. Ein Gemetzel beginnt. Zwar ist jetzt dem letzten klar, dass Jon der bessere König wäre. Aber ebenso klar ist beim Blick auf Jons entsetztes Gesicht, dass er innerlich weiter von seinem Thron entfernt ist als er es je war.

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Diese Menschen müssen sterben

Als Erster stirbt in Episode 5 Lord Varys, der Meisterspion, der als Targaryenspezialist den beginnenden Wahnsinn in Daenerys erkannt hat und konspirativ einen König Jon favorisiert. Sein Intrigieren wird von Tyrion verraten, vor der nächtlichen Hinrichtung gibt es eine rührende Verabschiedung Varys‘ von Tyrion: „Ich hoffe, ich habe es verdient. Das hoffe ich wirklich. Und dass ich mich irre“, sagt Varys. „Lebwohl, mein Freund.“

Cerseis wichtigster Bündnispartner, der großmäulige Euron Graufreud, fällt, nachdem er ausgerechnet an der Stelle an Land geht, an der sein Nebenbuhler Jaime ein Fluchtboot für sich und Schwester Cersei klar macht, in einem Klingentanz, bei dem auch Jaime schwer verletzt wird.

Anschließend trifft Jaime sich mit Cersei im schon ziemlich ramponierten Roten Bergfried. Das Spiel ist aus. „Bitte, lass mich nicht sterben“, weint Cersei. „Nur du und ich“, umarmt Jaime sie. Und dann fallen die Trümmer auf das verruchte Liebespaar. Und die Filmmusik spielt „The Rains of Castamere“, das von den Lennisters in triumphaleren Zeiten gern zynisch verabreichte Lied über ein restlos ausgelöschtes Fürstengeschlecht.

Auch noch tot: Der Pseudomaester und Cersei-Berater Qyburn stirbt durch einen beiläufig abwimmelnden Prankenhieb von Gregor „Der Berg“ Clegane. Qyburn wollte ihn von dem Zweikampf mit seinem Bruder Sandor „Bluthund“ Clegane abhalten, und ihn an seine Verpflichtung, Königin Cersei zu schützen, gemahnen.

Die Cleganes prügeln sich alsdann, als gäbe es wahren Hass nur unter Brüdern. „Der Berg“, seit einigen Episoden im unbezwingbaren Zustand des Untotseins, versucht dann auch nochmal seinen alten Augenausdrücktrick, mit dem er in Staffel vier den eleganten Klingenzauberer Oberyn Martell zu Tode beförderte. Doch dann nutzt Sandor mit seinem letzten Augenlicht einen Moment der Verdutztheit Gregors über ein Schwert in seinem Schädel, um sich mit ihm in den feurigen Abgrund zu stürzen.

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Diese Menschen müssen weiter dienen

• Tyrion, der Unverwüstliche, dem Daenerys‘ bei der nächsten Illoyalität den Tod versprochen hat, und der sein Leben verwirkt hat, indem er seinen Bruder Jaime befreit hat.

Jon, der Desillusionierte.

• Sansa, die in dieser Episode nicht mitspielte.

• Bran (siehe Sansa)

• Ser Bron (siehe Sansa)

Daenerys, die unverbranne Abfacklerin, die mit Drogon weiter Richtung Wahnsinn segelt.

• Ser Davos, der untadelige Zwiebelritter, der bis zuletzt versucht, die vom Drachenfeuer bedrohten Zivilisten aus Königsmund zu retten.

• Arya, die vom Bluthund einen lebensrettenden Tipp erhält, und auf dem engelshaft in diversen Kriegsfilmen in der Todesstille nach dem großen Gefecht auftauchenden unversehrten Schimmel aus der Stadt reitet. Was denn auch das letzte Bild von „The Bells“ ist.

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Die besten Bilder

Drogon, wie er aus dem Sonnenlicht durch die Wolken bricht und auf die Eiserne Flotte herabstürzt. Cersei, die in ihrer Kriegerköniginnenrüstung weinend auf das brennende Königsmund heruntersieht. Aryas Ausritt aus der zu Asche verbrannten Hauptstadt.

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Die besten Zitate

„Immer, wenn ein Targaryen geboren wird, werfen die Götter eine Münze und die Welt hält den Atem an“ (Lord Varys); „Unsere Absichten waren gut. Es spielt nur keine Rolle mehr“ (Tyrion); „Das Leben von Zehntausenden Unschuldigen für das eines nicht so unschuldigen Zwerges – das scheint mir ein guter Handel zu sein.“ (Tyrion).

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Wer recht hatte

Lord Varys, der an Daenerys‘ geistiger Gesundheit zweifelte. Und Daenerys-Darstellerin Emilia Clarke, die in „stern.de“ den „GoT“-Fans den Tipp gab, sich doch bitte für Episode 5 den größtmöglichen Fernseher zu besorgen.

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Wer jetzt noch König(in) werden könnte

Man muss ja erstmal sehen, ob der Eiserne Thron nicht nur noch ein ausgeglühter Metallklumpen ist, und ob der Rote Bergfried noch so viel Restaurationspotential hat wie etwa Notre-Dame. Jon/Aegon will jedenfalls nicht ran an die Krone, basta.

Daenerys darf nicht – sie hat all ihre Ideale verraten und ist ihrem irren Vater, dem Menschenverbrenner Aerys, sogar in dessen Wahl der Massenmordmittel gefolgt (Drachen statt Seefeuer). Lady Sansa hätte durchaus das Zeug zu einer guten, vielleicht etwas zu gestrengen Majestät.

Unser Geheimtipp ist aber schon seit der fünften Staffel: Ser Davos von Sewerth, gern als „der Zwiebelritter“ bespöttelt. Er hat alles, was ein guter Fürst braucht – Würde, Gütigkeit, Menschenliebe.

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Kam Daenerys’ Überschnappen zu plötzlich?

Ist man acht Staffeln einer Weltklasseheroine gefolgt, die jetzt hastewaskannste von ratlosen Drehbuchautoren geopfert wurde? Mitnichten. Daenerys wurde nicht über Nacht zur impulsiven, gnadenlosen Herrscherin von „The Bells“. Ihr Sündenfall – die Hinrichtung eines ehemaligen Sklaven – geschah bereits in der fünften Staffel und man erinnert sich gut an das schlangenartige Zischen der empörten Meereener nach der (ungerechten) Exekution.

Aber auch Jons Status als der melancholische Heilige von Westeros, der jetzt zum einzig möglichen König hochgejazzt wird, wurde von den Serienmachern Benioff und Weiss vorsorglich angekratzt. Er hatte in Episode drei der sechsten Staffel unter anderem den jungen Olli hinrichten lassen, den einzigen seiner Attentäter, der einen glaubwürdigen Grund hatte, ihn zu ermorden – weil die Wildlinge, mit denen Jon paktierte, seine Eltern getötet hatten.

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Wo könnte noch die Liebe siegen?

Nach dem Ende von Jaime Lennister hat Wildling Tormund Riesentod vielleicht noch eine Chance bei der edlen Ritterin Brienne von Tarth.

Game of Thrones, Staffel 8 Folge 5: Der Ausblick

Trübe, sehr trübe, wird’s in Westeros. Zugleich befällt den Zuschauer schon jetzt die Trauer, die man eigentlich erst in der nächsten Episode erwartet hatte. Die Trauer darum, den überlebenden Lieblingen nicht mehr weiter folgen zu können. Die Trauer um die Lieblingsserie, die alle anderen Serien bis zum Ende weit hinter sich gelassen hatte. Es ist, wie Jon Schnee bei seiner Trauerrede für die Toten der Schlacht von Winterfell sagte: „Ihresgleichen werden wird nie wieder sehen.“

Zum vorletzten Mal kreiselte die Titelmusik von „Game of Thrones“ in der Nacht zu Montag über die Landkarte von Westeros, aus der sich die Städte und Burgen schachtelartig erhoben. Die fünfte Episode der achten Staffel war ein filmisches Grandiosum, eine jener Episoden, die den Wunsch weckt, die komplette Serie noch einmal im Kino – auf der größtmöglichen Leinwand – zu erleben.

Lesen Sie hier die Vorschau für die sechste und letzte Folge von „Game of Thrones.

Von Matthias Halbig/RND

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