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Medien Kritik zum Tatort „Anne und der Tod“ vom Sonntag
Nachrichten Medien Kritik zum Tatort „Anne und der Tod“ vom Sonntag
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13:56 20.05.2019
Ist sie ein Todesengel? Altenpflegerin Anne (Katharina Marie Schubert) kniet vor ihrem Patienten Christian Hinderer (Christoph Bantzer). Quelle: Foto: Maor Waisburd/SWR
Stuttgart

Auf Stuttgart ist Verlass. Auch „Anne und der Tod“ ist wieder ein ganz starker „Tatort“ aus Stuttgart. Und die beiden Hauptfiguren, die ermittelnden Beamten Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare), deren frühe Fälle meist von bestenfalls durchschnittlicher Qualität gewesen sind, zählen inzwischen zu den interessantesten Kommissaren dieser Krimi-Reihe.

Der „Tatort“ aus Stuttgart hat einen Qualitätsschub erfahren

Denn seit „Stau“ von 2017 gibt es nur noch sehenswerte Filme, die zudem stets ungewöhnlich inszeniert sind. So ist der aktuelle von Jens Wischnewski in Szene gesetzte Fall (Drehbuch: Wolfgang Stauch) temporeich geschnitten, arbeitet mit überraschenden Rückblenden, wechselt dabei unversehens die Zeitebenen – kein Film um nebenbei zu bügeln.

Auch inhaltlich bietet die Geschichte harten Tobak, zeigt sie doch drastisch, wie hässlich Älterwerden sein kann. Tabus werden aufgegriffen, dem Zuschauer einiges zugemutet.

Und es wird sehr viel gelogen. So ist der Film gerade mal ein paar Minuten alt, da hat die zentrale Figur, die mobile Altenpflegerin Anne Werner (ganz stark: Katharina Marie Schubert) bereits zweimal die Unwahrheit gesagt: In einem Telefongespräch mit ihrer Chefin entschuldigt sie ihr Fernbleiben von der Arbeit mit Krankheit.

Und anschließend gaukelt sie ihrem Sohn am Telefon vor, dass sie wegen einer Doppelschicht zu spät nach Hause kommt. Dann klingelt eine Handy-Eieruhr-App, und Bootz und Lennart betreten den Raum. Diese Uhr spielt gegen Krimiende übrigens noch eine wichtige Rolle.

Ist die Verhörte im Stuttgarter „Tatort“ ein „Todesengel“?

Diese Anfangsszene spielt, wie man jetzt erst sieht, im Büro der beiden Ermittler, die die Altenpflegerin dort zum Verhör geladen haben. Kurz hintereinander sind nämlich zwei ihrer Patienten plötzlich gestorben. Und die Umstände ihrer Tode machen Anne verdächtig, ein „Todesengel“ zu sein. So hat der eine Patient (Harry Täschner), ein älterer Herr, ein für ihn lebenswichtiges Medikament nicht eingenommen. Und für die korrekte Einnahme ist natürlich die Altenpflegerin verantwortlich.

Allerdings könnte sein Tod auch Selbstmord gewesen sein. Da die Umstände dieses Todes nicht abschließend geklärt werden konnten, wird das Verfahren gegen die Pflegerin eingestellt. Dies alles erfährt der Zuschauer in kurzen Rückblenden.

Als dann ein zweiter von Annes Patienten (Christoph Bantzer) kurz nach ihrem Besuch tot in seiner Wohnung aufgefunden wird, wird auch das erste Verfahren neu aufgerollt. Der alte Mann, der stark gehbehindert gewesen ist, ist die Treppe hinuntergefallen und hat sich das Genick gebrochen. Seine Witwe, ein wahrer Hausdrachen, beschuldigt nun Anne, ihren Mann gestoßen zu haben.

Die Befragung steht im Mittelpunkt von „Anne und der Tod“

Einen Vorwurf, den diese im Verhör weit von sich weist, stattdessen erzählt sie den Kommissaren, dass die Ehefrau ihren Mann schikaniert und ihn wegen seiner Behinderung im ersten Stock des Hauses gleichsam gefangen gehalten habe. Und überhaupt hat Anne für fast alles eine schlüssige Erklärung, selbst absurd erscheinende Ausreden stellen sich als wahr heraus. Dennoch bleibt sie für die beiden Kommissare weiterhin die Hauptverdächtige.

Was folgt ist klassische Ermittlungsarbeit, die immer wieder unterbrochen wird, durch Szenen des Verhörs. Das steht dann auch eindeutig im Mittelpunkt des Films, der dadurch fast den Charakter eines Kammerspiels bekommt. In den langen Gesprächen dreht sich alles um mögliche Motive und um Indizien, die gegen Anne sprechen.

Dabei gehen die Kommissare mit einer solchen Hartnäckigkeit vor, dass man sich als Zuschauer bisweilen wünscht, dass sie die gute Frau doch mal eine Weile in Ruhe lassen. Schließlich wirkt Anna trotz der erhobenen schweren Vorwürfe so anständig und ehrlich, so glaubwürdig und pflichtbewusst, dass man ihr als Zuschauer die zwei Morde schlichtweg nicht zutraut. Oder nicht zutrauen möchte. Auch ihre Chefin würde ja für sie die Hände ins Feuer legen.

Anne und der Tod“ nimmt eine überraschende Schlusswendung

Doch gegen Ende nimmt die Geschichte dann eine überraschende Wendung, mit der auch Bootz und Lennart nicht gerechnet haben. Und selbst die beiden sind mit der dann folgenden Auflösung des Falls alles andere als zufrieden. Zufrieden ist jedoch der Zuschauer, der ein wirklich außergewöhnliches Krimidrama aus Stuttgart gesehen hat.

Von Ernst Corinth/RND

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